• Abschiedlich leben – Gedanken nicht nur zum Totensonntag

    „Nehmt Abschied, Brüder – ungewiss ist alle Wiederkehr! Die Zukunft liegt in Finsternis und macht das Herz uns schwer“, So beginnt der Refrain eines Liedes, das bei den Pfadindern gerne gesungen wird. Es geht dann weiter: „Der Himmel wölbt sich über’s Land. Ade, auf Wiedersehn. Wir ruhen all‘ in Gottes Hand, lebt wohl, auf Wiedersehn.“ „Die Zukunft liegt in Finsternis“. – Abschied nehmen heißt immer: in eine ungewisse Zukunft gehen und einen Teil dessen, was zu meinem bisherigen Leben gehört hat, loslassen. Das gilt für die, die gehen und die, die bleiben. Das macht das Herz schwer. Sogar dann, wenn auf der anderen Seite Neues schon winkt. Wie schwer selbst…

  • Eine Kirche macht die Lichter aus

    Im Dezember 2012 fand in der Gutleutkirche in Frankfurt der letzte Gottesdienst statt. Die Stadt Frankfurt hat das Gebäude gekauft und wird es zu einem Jugendzentrum umbauen. Vor allem ältere Gemeindemitglieder sind sehr betroffen. Ich habe die “Entwidmung” der Kirche vorgenommen und dazu die Predigt gehalten: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt. Liebe Gemeinde, „Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt“ – manchmal beginnt eine Predigt mit diesem Friedensgruß aus der Offenbarung des Johannes. Heute soll sie damit beginnen und damit enden. Denn das benötigen wir heute alle ganz besonders: Gnade…

  • Schule Ade

    Gestern wurde die Liebste verabschiedet. Seit heute ist sie nun Pensionärin. Über 40 Jahre hat sie an einer Eingangsstufe einer Grundschule als Sozialpädagogin gearbeitet. Und weil es in Hessen gestern Zeugnisse gab, hat sie ihres auch bekommen. 1*, Eins mit Sternchen sozusagen. Es war ein wunderbarer Tag. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen, in denen sie unterrichtete, musizierten und sangen für sie. Alle haten für sie gemalt und kleine Geschenke gebastelt. Nach der 3. Stunde traf sich das Kollegium im Lehrerzimmer. Alle zusammen sangen ihr “Wenn ich dir was wünschen dürfte”, der Rektor hielt eine tolle Rede, sie wurde mit Dank, guten Wünschen und Geschenken überschüttet, Tränen flossen… Immerhin war sie…

  • Die Blume verwelkt – Predigt bei meinem Abschiedsgottesdienst

    Jesaja führt unsere Endlichkeit, unsere verdammte Endlichkeit, auf Gott selbst zurück. Mit seinem Atem bläst er uns an, damit wir uns aus dem Staub machen.

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  • … und ein letztes Glas im Steh’n

    Nun gut, ich habe noch fast zwei Jahre zu arbeiten. Aber ab Januar wird das eine neue Arbeit sein. Jetzt mache ich so ziemlich alles in meinem Amt zum letzten Mal. Letzte Woche war ich das letzte Mal mit meinen Kolleginnen und Kollegen auf Fortbildung. Fünf Tage Amsterdam. Lehrreich und schön. Sie haben sich schon mal verabschiedet. Heute bin ich zum letzten Mal auf der Dekanekonferenz. Auch hier wird es eine Verabschiedung geben. Gestern war das letzte Mal, dass ich einen Pfarrer im Gottesdienst in sein Amt eingeführt habe. Schade - eine Aufgabe, die ich immer sehr, sehr gerne übernommen habe. Ich habe über die gestrige Tageslosung gesprochen: Wir demütigten…

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  • Jürnjakob Swehn: Am Sterbebett der Mutter

    Aus einem meiner absoluten Lieblingsbücher, "Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer" stammt die Erzählung vom Tod der Mutter des Amerikafahrers: Lieber Freund und Lehrer! Ich will heute nur ein paar Wörter schreiben, aber in den nächsten Wochen wird der Brief wohl fertig werden. Ich bin sehr traurig in meinem Herzen. Ich habe letzten Mittwoch, den zwölften April, meine Mutter begraben. Ich soll dich von ihr grüßen mit ihrem letzten Gruß, und sie läßt sich auch noch bedanken für alles Gute, was du ihr getan hast. Siehe, so will ich dir das schreiben und ausrichten. Mutter ist ihres Lebens alt geworden 72 Jahr 6 Mond und 5 Tage. Davon ist sie beinah sechs…

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