• Blick auf den Wetzlarer Dom

    Wir erwandern die Lahn

    Mit der Lahn verbindet mich viel. Sie ist der Fluss, in dem ich in Aumenau das Schwimmen lernte, als Kind auf einem selbstgebauten Floß treiben ließ, den gefährlichen Leinpfad entlang ging. Heute, als alter Mann, wohne ich wieder an der Lahn und sehe sie täglich. Was liegt näher, als die Lahn weiter zu erkunden?

  • Eierkibbeln

    Ostern damals – Teil II – Ostern auf dem Dorf

    Am aufregendsten war Ostern in Aumenau, jenem damals kleinen Dorf an der Lahn, in dem ich als Kind immer wieder war, weil dort meine Oma und mein Opa wohnten, in dem ich auch einmal, als meine Mutter krank war, die Schule besuchte. Da saß man noch im Pult mit Tintenfässchen, schrieb mit einem Griffel auf Schiefertafeln und bekam ab und zu von Lehrer Wenzel mit dem Rohrstöckchen auf die Finger geschlagen, wenn man böse war oder seine Fingernägel nicht sauber gemacht hatte, die man vorzeigen musste. Ostern spielte sich dort vorwiegend nicht im eigenen Haus, sondern in der Dorfgemeinschaft ab. Am Ostermorgen fanden wir Kinder im Hof irgendwo ein vom…

  • Meine Oma hätte heute Geburtstag gehabt. Eine Hommage.

    Ich weiß gar nicht, wie alt meine Oma heute geworden wäre*. Irgendwann habe ich das Geburtsjahr vergessen und es gibt auch niemanden mehr, der es mir sagen könnte. Schon länger habe ich vor, einmal auf Ahnensuche mütterlicherseits zu gehen. Das kann ich jetzt als Rentner je einmal angehen. Egal. Meine Oma ist jedenfalls im vorletzten Jahrhundert geboren. So lange ich sie kannte, trug sie schwarze Kleidung, zuhause den schwarz-weiß gepunkteten Kittel darüber. Wenn sie wegging, dann im schwarzen Kleid. Aber sie ging eigentlich nie weg, höchstens einmal zum Friedhof oder in die Kirche, wo sie dann natürlich bei den Frauen auf der rechten Seite saß und ich bei den Männern…

  • Sankt Leonhard, Fritzepat und die Goil.

    Heute ist Lenardi Heute ist für einen Novembertag wunderbares Wetter. Und so soll das bis Weihnachten bleiben. Weil heute St. Leonhard ist. Zwar nur bei den Katholiken, aber die Wetterregeln gelten ja für alle: Wie’s Wetter an Lenardi ist, bleibt’s bis Weihnachten gewiss. Leonhard lebte als Einsiedler in der Nähe von Limoges. Da regnet es, glaube ich, ununterbrochen. Jedenfalls jedesmal, wenn ich durch die Gegend gekommen bin. Leonhard ist der Schutzpatron derer, die “in Ketten liegen”. Er besuchte nämlich regelmäßig Gefangene, erreichte oft ihre Freilassung und nahm viele bei sich auf. Schließlich war es sogar so, dass bei Gefangenen, die seinen Namen laut ausriefen, die Ketten barsten. Erzählt man. Die…