• Ich lese gerade…

    Hier stelle ich Bücher vor, die ich gelesen habe. Natürlich nicht alle – manche lohnen nicht, manche habe ich zwischendurch mal gelesen, ohne darüber eine Zeile geschrieben zu haben. Meistens mit einer ganz kurzen Bewertung, ab und zu mit einer etwas ausführlicheren Rezession. +++ Zuletzt gelesen: Dörte Hansen, Mittagsstunde Ein typisches Dorf in Nordfriesland (alles so wie es war, sagt die Liebste, deren Mutter auch aus …büll kam), ein undramatisches Familiendrama und eine Generationengeschichte. Lesenswert Dörte Hansen, Altes Land Eine Generationengeschichte und das Bild einer Landschaft. Lesenswert Fred Vargas, Der Zorn der Einsiedlerin Immer mehr alte Menschen sterben an Spinnenbissen. Medizinisch ist das unmöglich. Das setzt bei Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg…

  • Jürnjakob Swehn: Am Sterbebett der Mutter

    Aus einem meiner absoluten Lieblingsbücher, "Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer" stammt die Erzählung vom Tod der Mutter des Amerikafahrers: Lieber Freund und Lehrer! Ich will heute nur ein paar Wörter schreiben, aber in den nächsten Wochen wird der Brief wohl fertig werden. Ich bin sehr traurig in meinem Herzen. Ich habe letzten Mittwoch, den zwölften April, meine Mutter begraben. Ich soll dich von ihr grüßen mit ihrem letzten Gruß, und sie läßt sich auch noch bedanken für alles Gute, was du ihr getan hast. Siehe, so will ich dir das schreiben und ausrichten. Mutter ist ihres Lebens alt geworden 72 Jahr 6 Mond und 5 Tage. Davon ist sie beinah sechs…

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  • Krieg im Spiegel – Buch im Regal

    1963, vor fünfzig Jahren erschien "Krieg im Spiegel" von John le Carre. Und seitdem steht das Buch in meinem Bücherschrank. Na gut, vielleicht seit 1965. So genau weiß ich es nicht mehr. Jedenfalls ließ ich mir diese Ausgabe des "Deutschen Bücherbundes" als Jugendlicher von meiner Mutter, die dort ihr Leben lang Mitglied war, zu Weihnachten schenken. In der Schule forderte ich meine Deutschlehrerin auf, doch einmal "was Modernes" - wie zum Beispiel John le Carre - zu lesen, aber die Ahnungslose kannte den Namen nicht. Wahrscheinlich mein erster Krimi überhaupt, noch dazu ein Spionagekrimi. Wie gesagt: er hat noch heute in meinem Krimiregal seinen Ehrenplatz und kann mit den ungleiblich…

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  • Krimiecke: Das Haus der Spiegel

    Das Haus der Spiegel J. Sydney JonesMy review: Ein etwas behäbiger, dennoch spannender Kriminalroman im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Alles, was Rang und Namen hat, taucht auf und ist in die Mordserie verwickelt.

  • Krimiecke: Der Neue von Fred Vargas

    Endlich mal wieder ein neuer Fred Vargas. Die französische Krimiautorin gehört zu meinen Lieblingsautorinnen. Wenn ich Kommissar sein wollte – und wie ich das wollte! – dann so einer wie Adamsberg. Einer, den keiner so richtig versteht. Der mit seinem Leben nicht so völlig zurecht kommt, aber lebt. Der seinen Gefühlen mehr traut als Indizien. Der seinen eigenen Sohn erst kennenlernen muss. Der Frauen liebt, aber mit keiner glücklich wird. Schon in der ersten Szene erkennt man ihn. Er sieht eine kleine Frau verloren auf der Straße stehen und ahnt, dass sie zu ihm will, aber sich nicht traut. Der Pfarrer des kleinen Dorfes, aus dem sie kommt, hat sie…

  • Gelesen: "Die Teilacher" von Michel Bergmann

    Ein wundervolles Buch und ein Kapitel Frankfurter Nachkriegszeit aus der Sicht der “Teilacher”, jüdischer Handelsvertreter, allesamt fast einzige Überlebende des Holocaust. Mit Chuzpe und Tatkraft leben die Teilacher, wo sie nie mehr leben wollten. Voller Witz – eben jüdischem Humor – lässt das Buchdie Ungeheuerlichkeiten der Nazizeit und auch des Nachkriegsdeutschlands nicht aus.

  • Gelesen: "Schuld" von Ferdinand von Schirach

    Ferdinand von Schirach erzählt emotionslos kleine Episoden aus seinen Erfahrungen als Strafverteidiger. Dem Leser überlässt er das Bewerten. Ich habe das Buch – von zwei drei Episoden abgesehen – relativ gelangweilt wieder weggelegt. Es sind – zumindest für Krimileser, die auch die sozialen und psychologischen Hintergründe mitlesen – zu oft gehörte Geschichten, wenn sie auch hier mit den Nimbus des Authentischen daherkommen. Meines Erachtens wird das Buch in der Presse überbewertet, was vielleicht auch daher kommt, dass von Schirach Kolumnist des SPIEGELS ist und einen berühmten Namen trägt.

  • Kalenderblatt: Der Mann im Spiegel

    Wie für mich geschrieben An den Mann im Spiegel Du bist ein krummer, dummer Hund! Und hast es doch so gut gehabt, Bist gar nicht reich und bist gesund, Auch großenteils nicht unbegabt. Du altes Schwein im Trüffelbeet, Weißt du auch stets, wie gut’s dir geht? Du, spring nicht über Schranken, Die höher, als du selbst bist, sind. Vergiß nie, täglich wie ein Kind Für alles tief zu danken. Heute, am 7. August, vor 127 Jahren wurde Joachim Ringelnatz geboren. AUS MEINER KINDERZEIT Vaterglückchen, Mutterschößchen, Kinderstübchen, trautes Heim, Knusperhexlein, Tantchen Rös’chen, Kuchen schmeckt wie Fliegenleim. Wenn ich in die Stube speie, Lacht mein Bruder wie ein Schwein. Wenn er lacht,…

  • Handgepäck

    Diesmal hatte ich vorgesorgt: beim letzten Einkauf in der Metro zwei Sonnenmilche besorgt. Ähhm – Sonnenmilche, Sonnenmilchs? Also korrekt: zwei Plastikflaschen mit Sonnenmilch gekauft. Diesmal eine 50er dabei !!! Sowas gibt es wirklich. Und für meine zarte Haut ist ja nur das Beste gut genug. Ich wusste schon aus der Bibel, dass Zöllner oft Spitzbuben sind, aber dass sie mir meine Sonnenmilche aus dem Handgepäck nehmen, vergeb ich ihnen nicht. Angeblich haben sie sie weggeworfen, aber bestimmt hat die Zöllnerin sich damit vom Zöllner ihren Rücken eincremen lassen. Zur Strafe habe ich im Urlaub keine Sonnencreme benutzt. Sollen die sehen, was sie davon haben. Geht auch ohne Sonnencreme. Alles andere…

  • Krimiecke: Gefürchtet

    Ein schneller und spannender Krimi von Anfang an. Nicht gerade der anspruchsvollste Krimi, aber eine wunderbare Sommerlektüre. Da ich noch nie etwas von Meg Gardiner gelesen hatte, stellte ich erst später fest, dass es sich schon um den dritten Band einer Reihe um die Anwältin Evan und ihren Freund Jesse handelt. Man sollte also vielleicht mit Band I anfangen, zumal der auch noch “Gottesdienst” heißt.