• Krimiecke: Todesspiele

    Karen Rose schreibt harte Krimis. Diesmal geht es um Kinderhandel und Kinderpornografie übelster Art und wieder um die Familie Vartanian. Vor allem Band II der Trilogie (“Todesbräute”) muss man noch parat haben – sonst wirds am Anfang sehr verwirrend. So ging es mir auch beim Lesen. Spannend für Hartgesottene.

  • Krimiecke: Der Feind im Schatten

    Manchmal muss ein Held im Roman sterben. Kommissar Wallander stirbt nicht, aber er wird alt. Als 59jähriger erschrecke ich etwas darüber, wie alt Mankell den 60jährigen Wallander erscheinen lässt. Mankell gelingt das Kunststück, dass sich Leser, die Wallander über viele Romane hinweg kennen gelernt haben, mitsamt seiner Familie, seiner Geliebten, seinen Marotten, nun in Würde von ihm verabschieden können – fast wie bei einem wirklichen Menschen. Und nebenbei ein spannender Krimi, der ganz ohne die Grausamkeiten auskommt, die so oft am Anfang Wallanders Ermittlungen standen.

  • Kalenderblatt: Bonjour tristesse

    Ist das nicht ein wunderschöner Titel: “Bonjour tristesse”? So schön, wie es im Französischen klingt, kann man es gar nicht übersetzen. Höchstens übertragen: “Guten Morgen, du Traurigkeit” vielleicht. Jedenfalls etwas ganz anderes als “Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da? Cécile ist 17. Jeden Morgen begrüßt Cécile ihre Traurigkeit. Sie ist zurückgeblieben seit den Erlebnissen, die sie mit ihrem Vater, dessen zwei Geliebten und ihrem eigenen Freund Cyril hatte und die mit Annes Tod endeten. Die 18jährige Françoise Sagan schrieb innerhalb weniger Wochen 1954 diesen Roman, der ein Skandal wurde, weil er als Ausbund von Sittenverfall angesehen wurdeIch fand ihn in der geheimen Schublade meines Vaters. Für…

  • Krimiecke: Schneller als der Tod

    Böse, böse. Aber wer böse Bücher mag, auch gerne mal wissen möchte, wie ich mir notfalls mein Wadenbein selbst herausreißen und daraus einen scharfen Dolch machen kann, der ist bestens bedient. Man darf sich nur nicht erschrecken lassen. Das tut Bärentatze alias Dr. Peter Brown auch nicht, als er gerade im Morgengrauen Tauben beobachtet und irgendein Dödel ihm von hinten eine Knarre in den Rücken hält. Zwischendurch gibts in Fußnoten höchst Interessantes aus der Medizin, z.B. zu besagtem Wadenbein. Aber am Schluss werden wir belehrt, dass alles, was da steht, gelogen sein kann. Nichts für zarte Gemüter.

  • Krimiecke: Erbarmen

    Carl Morck wird hochgelobt. Der Kriminalkommissar nervt seine Kollegen. So bekommt er ein eigenes Dezernat, aber im Keller des Präsidiums. Als Putzkraft bekommt er den schrulligen Syrer Assad zugeteilt. Morck soll nun alte, unaufgeklärte Fälle wieder aufrollen. Assad enpuppt sich als Perle. Zusammen bilden die beiden ein merkwürdiges Team. Morck will lieber mit der schönen Kriminalpsyschologin anbändeln als an seinem Fall arbeiten. Nur widerwillig geht er an die Arbeit. Von Seite zu Seite wächst die Spannung bis zum wahrhaft explosiven Ende.

  • Krimiecke: Drachenauge

    Acht zusammengekettete Leichen, die es nicht geben durfte. Kommisar Sun Piao ermittelt trotz aller Widerstände und landet schließlich in der chinesischen Psychiatrie. Ein grausames Buch. Aber es gibt wohl auch Einblick in eine grausame Realität. Also: nichts für schwache Nerven, aber absolut lesenswert

  • Krimiecke: Hotel Bosporus

    Eine deutsche Buchhändlerin betreibt einen Krimibuchladen in Istanbul und ermittelt auf eigene Faust in Istanbul und Berlin. Schöne Einblicke in Istanbuler Lebensgewohnheiten und deutsch-türkische Urteile und Vorurteile. Die Autorin hingegen ist Türkin, hat Jura studiert, zwischendurch sich als Barbesitzerin versucht, und lebt in Istanbul und Berlin Manchmal amüsant zu lesen, besonders wenn man Istanbul liebt, aber auch ein klein wenig langatmig.

  • Büchderdiebin

    Ein Leben im Dritten Reich. Zwischen verbrannten Büchern und verbrannten Menschen wächst Liesel auf. Markus Zusak gelingt es, Witz und Ernst zu verbinden, bittere Anklage gegen das Regime zu führen und ein Loblied auf die Menschlichkeit zu singen. Ich musste zweimal ansetzen, das Buch zu lesen. Zunächst hat mich der Stil überhaupt nicht angesprochen – der zweite Versuch hat sich mehr als gelohnt. Wieder ein Buch aus dem Bücherstapel

  • Haben Sie schon Tote geküsst?

    1.Haben Sie Angst vor dem Tod und seit welchem Lebensjahr? 2.Was tun Sie dagegen? 3.Haben Sie keine Angst vor dem Tod (weil Sie materialistisch denken, weil Sie nicht materialistisch denken), aber Angst vor dem Sterben? 4.Möchten Sie unsterblich sein? 5.Haben Sie schon einmal gemeint, dass Sie sterben, und was ist Ihnen dabei eingefallen: a.was Sie hinterlassen? b.die Weltlage? c.eine Landschaft? d.dass alles eitel war? e.was ohne Sie nie zustandekommen wird? f.die Unordnung in den Schubladen? 6.Wovor haben Sie mehr Angst: dass Sie auf dem Totenbett jemand beschimpfen könnten, der es nicht verdient, oder dass Sie allen verzeihen, die es nicht verdienen? 7.Wenn wieder ein Bekannter gestorben ist: überrascht es Sie,…