• Mein geliebter Samstag

    Zuerst veröffentlicht am 26. November 2005 Dieser Beitrag erschien in meinem Blog vor 15 Jahren. Es passt gut, dass heute wieder ein Samstag ist. Inzwischen hat sich einiges geändert: Seit über 4 Jahren bin ich im Ruhestand und lebe jetzt ganz in Wetzlar. Von den beiden Buchläden gibt es nur noch einen und der Blumenhändler mit seiner schönen Freundin und seinen schönen Blumen kommt nicht mehr auf den Markt. Der Samstag unterscheidet wich jetzt nicht mehr groß von anderen Tagen, schon gar nicht in Coronazeiten. Auf den Markt gehen wir noch immer. Daran, dass ich sonntags meist koche, hat sich nichts geändert. Was den Samstag von anderen Tagen unterscheidet, sind…

  • Mein Vater war ein Wandersmann und mir liegt’s auch im Blut…

    Vielleicht stimmt es ja gar nicht und es liegt mir nicht im Blut. Jedenfalls bin ich jahre- eher jahrzehntelang nicht gewandert. Ich war einfach zu träge, habe mich nicht gerne bewegt. Aber meine ersten Wandererlebnisse und schöne Erinnerungen sind die an Wanderungen mit meinem Vater, mit der ganzen Familie oder auch einmal mit ihm und meinem Freund Erich.

  • Nur mit Ehegatten…

    Da lese ich heute in der Rundschau einen kleinen Artikel: Einreise nur mit Ehemann Saudi-Arabien schickte mehrere Hundert nigerianische Frauen zurück, die ohne ihren Ehemann zur “Hadsch” pilgern wollten. Was mich überraschte war, dass offensichtlich Tausende von Muslima diese Pilgerfahrt ohne männliche Begleitung antreten. Aber nun vollends überrascht war ich, dann ein paar Seiten noch einmal – nun fast seitenfüllend – einen Artikel zum gleichen Sachverhalt zu finden: Reisen nur noch mit Ehepartner Na, da fährt die Rundschau ja schweres Geschütz auf gegen die saudischen Sittenhüter, dachte ich. Dazu brachte sie ein hübsches Foto mit einer Strandidylle in Saudi-Arabien. Das hatte ich nun nicht unbedingt als Ziel der Pilgerinnen erwartet,…

  • Wie Noah…

    Urlaub. Ein spannender, etwas grausamer Krimi. Und dann ein zarter Satz, der mich nachdenklich macht: Er fühlte sich wie Noah, als er die Taube losgeschickt hatte und auf ihre Rückkehr wartete. Er fühlte sich wie Noah. Der wartete, dass die Taube ihm ein Zeichen brachte, dass die Sintflut vorbei war und er wieder festen Boden unter die Füße bekommen würde. Wie der junge Mann, der ein Liebesgeständnis schreibt und auf die ersehnte Antwort wartet- Wie die junge Frau, die die Bewerbung für ihren Traumjob losschickt und jeden Tag aufgeregt zum Briefkasten läuft. Wie einer, der ein Manuskript losschickt und der Antwort entgegenfiebert: „Angenommen“. Wie einer, der ein Gebet flüstert und…

  • (K)ein bisschen weise

    Als mein Vater 60 wurde, schenkte ich ihm das Buch “…und kein bisschen weise”, die Autobiographie von Curd Jürgens, die er auch zu seinem 60. herausgegeben hatte. An das Buch erinner ich mich überhaupt nicht mehr. Nur noch an den Titel. Es gibt ja Titel, die sagen mehr als 500 Seiten Text. Kein bisschen weise. Und das mit 60. Curd Jürgens – deshalb komme ich darauf – ist heute vor 30 Jahren gestorben. Der “normannische Schrank” wurde er manchmal wegen seines stattlichen Aussehens genannt. Ein Kerl von einem Mann. Ich habe nie davon gehört, dass er soff. Aber auf die Frage, wieviel Flaschen Whisky er eigentlich trinke, antwortete er einem…

  • Angerichtete Nachrichten

    Heute möchte ich Ihnen einmal drei Nachrichten anrichten, die durch die Presse gingen. TRUNKENHEITSFAHRT In Michigan fuhr ein Transporter völlig vorschriftsmäßig, sogar den Blinker setzend, in eine Tankstelle ein. Trotzdem rief der Tankwart die Polizei. Am Steuer saß nämlich ein neunjähriges Mädchen, das gerade so die Pedale erreichte. Sie kutschierte ihren völlig betrunkenen Vater, der dem Tankwart stolz erklärte, wie gut seine Tochter schon Auto fahre. Vielleicht sollte man das Alter für den “probeweisen Führerschein” auf 9 herabsetzen? Jetzt (ganz) im Ernst: was Kinder von Alkoholikern an Fertigkeiten entwickeln (müssen), um sich selbst und ihren Eltern durchs Leben zu helfen, ist oft unvorstellbar. SCHWARZE PÄDAGOGIK Dass Fahrkünste nicht mit dem…

  • Was machen die alten Weiber im Sommer?

    Haben wir nicht einen herrlichen Altweibersommer dieses Jahr? So richtig einen Sommer, wo sich die alten Weiber gerne auf die Bank vors Haus setzen. Nicht mehr ganz so heiß wie im Sommer, aber die letzten Sonnenstrahlen noch genießen. Nichtsahnend, was ich da lostreten würde, schrieb ich einen kleinen Tweet (so nennen sie die kleinen Dinger auf Twitter). Spontan, unüberlegt und ein kleines bisschen provokativ – wie ich halt manchmal bin – twitterte und facebookte ich die naive Frage in die Welt: Ist es sexistisch, wenn alte Männer den Altweibersommer genießen oder liegt das nur am Wort Nein, nein, nein – schallte es mir sofort aus allen Kanälen entgegen. Erstens, lieber…