Dies und Das

Tag der Befreiung ?

Befreiung vom Nationalsozialismus? Mein Vater hat das zum Beispiel anders empfunden. Für ihn brach eine Welt zusammen. Geboren noch zu Kaisers Zeiten,

Dies und Das

Ehre wem Ehre gebührt

„Unser“ Arzt war verzweifelt:

„Was, Frau Wiechmann ist noch nicht da? Das Kind kann doch jeden Moment kommen.“ Frau Wiechmann war unsere Hebamme, den Namen des Arztes habe ich längst vergessen.

Dies und Das

Ja, ich bewundere Gysi. Und Biermann.

Krank wie ich gerade bin, konnte ich heute vom Bett aus die Feierstunde des Bundestages zum Mauerfall vor 25 Jahren angucken.

Im Großen und Ganzen war sie so, wie ich es erwartet hatte: staatstragend. Die Reden wiederholten, was wir seit Tagen im Fernsehen sehen, wo immer wieder an diese ja wirklich aufregenden Tage erinnert wird. Zum Teil etwas auf die Tränendrüse gedrückt, auch auf die eigene. Die von allen – nach meiner Wahrnehmung – gesungene Nationalhymne kunstvoller inszeniert.

Den dramaturgischen Höhepunkt bildete die kurze Rede von Wolf Biermann. Beeindruckend – aber misslungen. Eine wirre Rede mit nur einem Inhalt „Ich Drachentöter – Du elender Rest“.

Eigentlich sollte Biermann gar nicht reden, nur singen. Dass Biermann nie „nur singt“ weiß man. Das kleine „Scharmützel“ zwischen Lammert und ihm war wohl eher eine vorgesehene Regieanweisung. Pro forma gerügt, entlastete Biermann Lammert von seiner Geschäftsordnungsverantwortung.

Es kam dennoch zu keinem Eklat. Der Begriff wurde zwar schon in der ARD-Ankündigung verwendet und dann von den Medien aufgegriffen. Nein, von einzelnen Zwischenrufen abgesehen, blieb alles ruhig.

Wirr war vor allem die Diskrepanz zwischen Ankündigung und Inhalt. „Den Drachen habe ich längst getötet. Auf Tote einschlagen, das wäre unanständig“. So ähnlich hatte er es noch vor dem Auftritt gesagt.

Hätte er es dabei belassen, wäre es gut gewesen. Aber stattdessen erklärte er erst den Drachen für tot, um ihn dann doch noch zuzuschlagen. Mit immer gleichen Worten.

Nein, kein gelungener Auftritt, lieber Wolf Biermann. Das einzige, was man ihm zu gute halten kann, ist, dass er nun einmal so ist. Ein authentischer Mensch, manchmal poetisch, manchmal musikalisch. Immer standhaft.

Dass es zu keinem Eklat kam, ist vor allem Gregor Gysi zugute zu halten. Der ist ein Meister des Wortes. Ich bin sicher, er musste sehr an sich halten, um nicht wesentlich wortgeschliffener den Drachenkampf aufzunehmen.

Seine Rede war von Sachlichkeit geprägt. Sie ist in der Berichterstattung untergegangen. Dabei enthielt sie zum Beispiel das Bekenntnis „Nein, die DDR war kein Rechtsstaat“.

Er beschränkte sich darauf, daran zu erinnern, dass es einige – wenige – Dinge gibt, die die ehemaligen Bürgerinnen und Bürger im Osten als besser empfanden.

Gysi hätte anders gekonnt. Nicht umsonst wurde er zum besten Redner des Wahlkampfs 2013 gekürt. Aber eing guter Redner weiß auch,, was wann geht. Mehr wäre an diesem Tag nicht gegangen.

So gab es auch bei seiner Rede keinen Eklat. Keine Buhrufe. Keine Beleidigungen. Gemeinsam die Nationalhymne gesungen, die einen vielleicht etwas zähneknirschend, wenn das geht.

Im Internet, auf Twitter, vor allem tobt inzwischen der Kampf. Biermann wird aufs Übelste beschimpft. Gysi auch. Beide haben das nicht verdient.

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Dies und Das

Soll ich schreien? Soll ich klagen? Soll ich weinen?

Mein Freund Archimandrid Athinagoras, schrieb heute auf Facebook:

Ich bin empört und schockiert über die Ereignisse im Irak. 25.000 Christen in der Stadt Mossul mussten wählen zwischen Konvertierung zum Islam, Jiya (schwere Steuern für nicht Muslime) und Tod. 25.000 Christen haben die Stadt bis gestern Abend verlassen. An den Kontrollposten wurden sie ihren letzten Habseligkeiten beraubt. Es gibt keine Christen mehr in Mossul.

Soll ich klagen? Wer wird meinen Klag hören?
Soll ich schreien? Wer wird meine Stimme wahrnehmen?
Soll ich weinen? Wer wird mir die Tränen abwischen?
Heute ist es Mossul, morgen ist es Beirut, übermorgen vielleicht Athen und dann??? Wer ist als nächstes dran? Wie soll ich wieder meine muslimischen Brüdern und Schwestern wieder vertrauen, wenn ich im innersten von der Ohnmacht ihrer selbst gegenüber den Salafisten in unserem Lande überzeugt bin und ich die Angst habe, dass ich vielleicht auch morgen vor der Wahl stehe: Salawat, Jiya oder Tod?

Gott möge alle Märtyrer unter dem islamischen Schwert am Ort der Erquickung aufnehmen.
Ich bin zutiefst von den Politikern unseres Landes enttäuscht.
Ich bin zutiefst von den Kirchen unseres Landes enttäuscht.
Ich bin zutiefst vom Schweigen der Muslime unseres Landes enttäuscht.
Was erwartet uns morgen?
Wo bleibt die Vernunft in dieser Welt?
Wer ist verpflichtet zu handeln?

Ich bete, dass Gott uns Einsicht gibt.
Ich bete, dass Gott uns beisteht.
Ich bete, dass Gott uns Sein Erbarmen schenkt.

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Dies und Das, Theologisches

Wenn das mal nicht eine aktuelle Tageslosung ist

Wenn das mal nicht eine aktuelle Tageslosung ist.Sie nimmt gleich zu zwei aktuellen Themen Stellung: #Blockupy #Röttgen: Wie lange wollt ihr noch das Recht verdrehen und für die Schuldigen Partei ergreifen? Verteidigt die Armen und die Waisenkinder, verschafft Wehrlosen und Unterdrückten ihr Recht! Befreit die Entrechteten und Schwachen, reißt sie aus den Klauen ihrer Unterdrücker! … Aber ihr seht nichts…

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Dies und Das

Ja, ich bin Atomkraftgegner. Aber…

Ja, ich bin Atomkraftgegner Seit ich das erste Mal von Atomkraft gehört habe und verstanden habe, was das bedeutet. Ich war dabei bei Demonstrationen in Gorleben, Hanau, Wackersdorf und wer weiß noch wo. Ich kann mich noch gut erinnern an jenen Abend am 28. April 1986, als ich auf der Heimfahrt von Gelnhausen nach Frankfurt im Auto saß und die…

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