• “Salon Wegener”. Mehr Frisörgeschichten

    In meiner Kindheit war ich bei zwei Frisören, im “Salon Wegener” und bei Onkel Paul. Onkel Paul kam auf dem Dorf zu uns nach Hause. Im Salon Wegner am Herrngarten in Darmstadt gab es sogar Micky Maus Hefte, was damals unter die “Schmutz und Schund”-Kategorie zählte. Aber immerhin war “Salon Wegener” auf Kinder eingestellt. (Da fällt mir auf, dass ich schon lange keine Kinder mehr beim Frisör gesehen habe. Gibt es eigentlich extra Kinderfrisöre?) Im Salon Wegener bedienten ein ganz alter Mann, Herr Wegener selbst, und ein älterer Mann, Herr Mertens. Sie hatten hochmoderne Frisörstühle aus Holz, die sie für Kinder oder andere kleine Menschen in die Höhe fahren konnten.…

  • Waldbardie

    Gestern ist mir die Entscheidung leicht gefalllen. Ich bin nicht zur “Waldbaddie” gegangen. Ums im feinsten Darmschdädderisch zu sagen: Friejer sinn mer als an Himmelfahrd in de Wald gemacht uff die Waldbaddie. Erstens hat es viel zu stark “gerejend un geschdermd” und zweitens weiß ich gar nicht, ob es diese legendären Waldbardies überhaupt noch gibt, die mit zu den herausragenden Festen meiner Kindheit gehörten. Allein das Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die “Waldpartie”, um es mal hochdeutsch zu sagen, ist nicht etwa eine “Party” – hell erstaunt war ich, als ich im Englischunterricht zum ersten Mal dieses Wort hörte – sondern ein Ausflug in den Wald,…

  • Kinnerfassnachd bei de Nahalla

    Hab ich doch wirklich nochn Bild gefunden vom Kindermaskenball. Der Hübsche in der Mitte bin ich (nein, ich hatte keine abstehende Ohren – das sieht nur so aus). Klausi und Ingrid haben auch bei uns gewohnt.

  • Kinnerfassnachd

    Fassnachd bei uns dehaam

    Jetzd hab ich Ihne ja schun en klaane Oidruck gegewwe vun Fassnachd bei uns dehaam. Ich kennt Ihne noch viel verzähle, awwer es meiste hod Zeit bis Nechstjohr. Awwer damit se sich e bissje vorschdelle kenne dun, wie des wor, versuch ich Ihne emol des Miljeu zu beschreiwe. Mir hawwe im Wadzeverdel (“Watze”, des sinn uf hochdeitsch die Männcher vun de Säu) gewohnt – mir im Hinnerhaus, die annern all im Vorderhaus, dezwische gabs Trimmer un en große gepflasterte Hof. In dem Haus hawwe zeje (in Worde: 10) Kinner gelebt. Wann aans die Uffgawe gemacht hat, hats an de annere Diern geschellt unn gefrocht: “Derf de Klausi e bissje runnerkumme”.…

  • Waddeweilsche – e silwernes

    Du hast keine Ahnung, was das sein soll? Naja hessisch – was es ja sowieso nicht gibt – also, speziell Frankforderisch oder gar Darmschdedderisch (=Darmstädterisch) spricht ja auch keiner mehr. Ich werde dich also gleich aufklären, was “e silwer Waddeweilsche” is. Aber zunächst: daran gedacht habe ich, als ich den neuesten Eintrag von meiner bislang einzigen “Blogfreundin” Tara- Anne gelesen habe, deren Einträge ich immer wieder gerne lese. Also da berichtet sie aus ihrer Kindheit und einer ihrer ersten frustrierenden Begegnungen mit dem Pfälzer Dialekt. Nun ist es nicht zu glauben, aber irgendwie verläuft die Dialektgrenze so, dass das Pfälzische dem Darmstädterischen nicht unähnlich ist und nicht nur das, man…