Die Carmen von Bregenz

Am Mittwochabend waren wir wieder einmal in „Carmen“. Sicher die spektakulärste, die wir je gesehen haben. Der Himmel hat uns freundlicherweise in die Vorstellung mit einbezogen.

Zum zweiten Mal sind die Liebste und ich zu den Bregenzer Festspielen gefahren. Vor zwei Jahren waren wir von „Turandot“ so begeistert, dass wir in diesem Jahr auf jeden Fall wieder hin wollten.

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Aus dem Hotelfenster

Aus dem Hotelfenster

Das Wetter war diesmal miserabel. Fotografieren ging erst mal nur durch das Fenster. Zum Glück gab’s um die Ecke eine schöne Weinstube, zu der wir durch den strömenden Regen rennen konnten.

Weinstube

Weinstube

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Nachmittags hatten wir erst einmal eine Führung, die über die Festspiele und die Inszenierung der Carmen informierte. Vor allem der Gang auf die Bühne bzw. hinter die Kulissen war total interessant.

Die Planung einer Aufführung beginnt bereits fünf Jahre zuvor. Die neue Bühne wird dann im Herbst vor Beginn einer neuen Aufführung (alle zwei Jahre) völlig neu auf Betonpfeilern aufgebaut.

Bühnenbild

Bühnenbild

Herzdame Carmen

Herzdame Carmen

Von den Zuschauerplätzen aus macht man sich keine rechte Vorstellungen über die Dimensionen der Seebühne.

Jede Spielkarte misst allein 30 m². Beamer erzeugen die Bilder auf den Karten, lassen sie sich optisch drehen und verändern und zeigen beeindruckende Nahaufnahmen der Sängerinnen und Sänger.

Die Leiche im Fundus

Die Leiche im Fundus

Für die schon hinter den Kulissen bereitliegende Leiche sitzt ein Taucher während der Vorstellung versteckt bereit, um sie aus dem See zu fischen – sonst würde sie während der ganzen Vorstellung auf dem See herumschwimmen.

Hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen

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Während der Führung hatten wir schon gehört, dass die Vorstellung am Vorabend auch bei strömendem Regen nicht abgebrochen worden war. Also waren wir vorbereitet.

Mitten in der Vorstellung ging es dann auch bei uns los. Ein allgemeines Rauschen ging los, alles zog Regencapes aus den Taschen. Wir hatten unsere einfachen „I love Norway“ Plastikcapes dabei und so saßen wir dann im strömendem Regen.

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Aber ich sagte schon: der Himmel hat uns freundlicherweise in die Vorstellung mit einbezogen. Denn diese Carmen-Inszenierung war auf beeindruckend stimmige Weise auf die See abgestimmt.

Die Karten werden zu den Felsgebirgen, über die die Schmuggler klettern und in denen sich Micaela versteckt. Man sieht sie hoch oben kletternd und sich abseilend – alles für Don José.

Und natürlich ersticht in dieser Inszenierung Don Josè auch Carmen nicht, sondern ertränkt sie. Unglaublich: sie (oder wohl ihr Double)* wird wirklich kämpfend unter Wasser gehalten.

* Kleiner Nachtrag: nein, kein Double. Die Sängerinnen werden tatsächlich „ertränkt“. Und nicht etwa nur mal kurz symbolisch unter Wasser gehalten.

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Musikalisch ist die Aufführung hervorragend. Während der Sommerzeit machen viele Häuser Pause und so können für die Bregenzer Aufführungen Topsängerinnen und -Sänger verpflichtet werden.

Das Orchester spielt vom Festspielhaus aus. Man kann es auf Bildschirmen verfolgen, so wie auch die Mitwirkenden den Dirigenten nur auf zwanzig versteckten Bildschirmen sehen können.

Wenn Ihnen die Handlung nicht so geläufig ist. Hier finden Sie eine schöne visualisierte Darstellung.

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Trotz schlechten Wetters immer wieder schön: Bregenz. Wir freuen uns schon auf übernächstes Jahr. So Gott will und wir leben.

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