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Mit der Futura über die Masurische Seenplatte

Blog kommt ja von Web-Logbuch. Hier kann ich das tatsächlich einmal wahrmachen und ein kleines Logbuch schreiben. Für eine Woche sind wir auf der Masurischen Seenplatte unterwegs.

Wir, das sind natürlich die Liebste, dazu meine kleine Schwester Hildegard – in unserer Familie liebevoll Gardi genannt, ihr Partner Claudius und diese Person

Tag 1 – Erste Übungen

Vortag

Am Vortag hatten wir uns schon einmal getroffen, um letzte Absprachen zu treffen. Bei herrlichem Wetter warteten wir im Garten des kleinen Restaurants am Jezioro Jagodne (Krostner-See) auf unsere Rest-Crew.

Zu besprechen hatten wir vor allem,was wir unterwegs noch einkaufen wollten. Viel war das nicht, schließlich hatten wir vor, abends essen zu gehen.

Im Garten des Gosciniec

Was man nicht in größeren Mengen braucht, hatten wir schon dabei: Salz, Pfeffer, Paprika, Zucker, Öl. Jetzt brauchten wir vor allem Alkohol für die Abende an Bord, Kaffee, Milch, etwas Käse und eine haltbare Wurst. Chips nicht vergessen. Und für den Notfall, falls es einmal keine Kneipe geben sollte, hatten wir schon Spaghetti und eine Soße dabei.

Auf dem Boot

Nachmittags nahmen wir dann das Boot in Węgorzewo, dem früheren Angerburg in Empfang. Unsere Restcrew war noch nicht da, also zeigte mir der Vermieter alles, was ich von der Technik des Bootes wissen musste. Für die Einweisung in das Fahren mit dem Boot sollte dann später ein Skipper kommen.

Ihr müsst wissen: wir sind alle noch nicht mit einem Boot gefahren. Mutig war das schon. Für den ersten Nachmittag und den zweiten Tag hatten wir dann einen Skipper gebucht, der uns alles zeigen sollte. Das genügt in Polen als Erlaubnis.

Es stellte sich heraus, dass das Fahren mit dem Boot einfach ist. Was dagegen absolut nicht einfach ist, ist das Anlegen, meist rückwärts in eine schmale Anlegestelle. Das Mooring musste geübt werden und das richtige Vertauen des Bootes. Richtig gelernt haben wir das in der ganzen Woche nicht wirklich und es war immer ein gewisses Bibbern, ob wir nachmittags einen nicht gar zu schwierigen Platz finden würden.

Unser Skipper erwies sich als ein sehr junger, sympathischer Mann. Philipp, wie sich später herausstellte, gerade einmal 18 Jahre, sprach außer Polnisch nur Englisch. Und das leise und nicht gerade gut. Wir mochten ihn, aber es war nicht ganz einfach. Wir vermuteten, es war sein erster Einsatz alleine – und das mit uns, alle 50 Jahre älter und Lichtjahre weniger Bootserfahrung.

Der erste Törn

Die erste Fahrt oder Törn, wie wir Seebären sagen, führte uns quer durch das Mamry-Meer. Węgorzewo liegt an keinem See, durch einen Kanal fährt man von hier aus

Der erste Törn

Erste Übungen im Steuern des Bootes und der Bedienung der Seitenruder zur Unterstützung vor allem beim Anlegen, danach üben wir an einer kleinen Anlegestelle das Mooring.

Die erste Nacht verbringen wir im Heimathafen. Wie in allen Anlegestellen, die wir anfahren, gibt es einen Stromanschluss für das Boot und Waschräume und Toiletten für die Crew. Abends gehen wir im Gosciniec u Kalicha gut essen, die Atmosphäre ist etwas bahnhofshallenmäßig. Im Boot gibt es den ersten Gin-Tonic. Ich schlafe wunderbar.

Tag 2 – Mit dem Skipper auf dem Mamry

Erste Übungen
Erste Übungen

Um 9 kommt der Skipper an Bord und wir üben das Ablegen und Losfahren. Dann steuern wir das Boot wieder durch den Kanal Richtung Mamry-Meer.

Durch den Kanal
Durch den Kanal
Wie weit noch, Steuermann?
Wie weit noch, Steuermann?

Das haben wir noch nicht erreicht, als ein durchdringender Signalton erklingt, der nicht mehr aufhört und eine Warnlampe für den Motor aufleuchtet. Auch Philipp weiß da keinen Rat und ruft den Vermieter an. Wir sollen umdrehen und zurückkommen. Im Hafen glücklich angelangt, wird schnell klar, was passiert ist.

Bei den Manövrierübungen gestern sind wir auf niedrigem Untergrund gefahren und es wurde einiges an Pflanzen eingesaugt. Normalerweise säubert sich das Sieb während der Fahrt, aber dazu sind wir gestern zu langsam gefahren. Das Sieb ist schnell geleert und wir können die Fahrt fortsetzen – zum Glück bleibt das der einzige auftretende Fehler in dieser Woche.

Der zweite Törn
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Ziel unserer Fahrt heute ist Giżycko (Lötzen). Noch einmal üben wir das Rückwärts „einparken“ und das Mooring, dann verlässt uns Philipp mit guten Wünschen. Nun sind wir mutterseelenallein.

Es ist erst 14.30 Uhr, aber wir beschließen im Hafen zu bleiben. Die Liebste und ich sind hungrig und machen einen kleinen Spaziergang zu einem Pizzeria. Die beiden anderen leben von Lust und Liebe, ihnen reicht ein Keks morgens und spät abends ein Essen.

Pier Giżycko

Abends gehen wir dann zusammen zur Browar Chmury. Es ist schon etwas zu kühl, um draußen zu sitzen, so können wir den schönen Blick auf See und Kanal nicht genießen. Meine Mazusrski Tapas sind gut. Aufessen kann ich sie nicht, aber der Rest wird mir eingepackt. Eine kleine Bierprobe gibt es auch.

Tag 3 – Von Giżycko nach Ryn und zum Tałtowisko

Montag ist dann unser erster Tag ohne Skipper. Das Ablegen jedenfalls klappt schon ganz gut. Wir kreuzen durch den Niegocin (Löwentinsee) und halten uns an die roten und grünen Bojen, die back- und steuerbords (also links und rechts) die unproblematische Fahrrinne begrenzen. Mit dem bloßen Auge kann man jeweils die nächsten Bojen erkennen, aber ganz einfach ist das nicht.

Der dritte Törn
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Möwen sitzen nur auf den roten Bojen
Möwen sitzen nur auf den roten Bojen

Wir verlassen den Niegocin und fahren jetzt durch eine Anzahl von schönen Seen und Kanälen bis hinüber zum Jezioro Talty (Taltiner See).

Im Szymoński-Kanał
Vor dem Szymoński-See

Es ist erst Montag und wir sind schon ziemlich weit gekommen. Der Plan war, auf der Hinfahrt zu sehen, wie weit wir kommen, dabei uns aber durchaus Zeit zu lassen. Inzwischen wissen wir, dass wir in dieser Woche ohne weiteres die gesamte Seenplatte erkunden können. Deshalb ist der Abstecher in nördliche Richtung nach Ryn (Rhein) heute drin.

Fahrt durch Kanäle und Seen bis Ryn
Fahrt durch Kanäle und Seen bis Ryn


Wir hatten von einer schönen Anlegestelle gelesen, bei der es auch eine Gaststätte mit einer tollen Steinofen-Pizza geben soll. Die steuern wir jetzt an und fahren wieder zurück in den Tałtowisko. Tatsächlich scheint der ein Platz bei Skorupki ganz idyllisch zu sein und schnell wird uns beim Manövrieren geholfen.

Wir beschließen, die erste Fahrradtour mit den gemieteten Rädern zu machen. Für die Liebste und mich wird es die auch die letzte bleiben, die beiden anderen sind täglich unterwegs.

Wir hatten uns das so schön vorgestellt: Schönes Wetter, eine schöne Landschaft. Warum nicht Räder ausleihen und mitnehmen? Aber dann kam die erste Ernüchterung: wohin mit den Rädern. Eigentlich gab es keinen vernünftigen Platz an Bord. Die einzige Möglichkeit war, sie ziemlich aufwändig über die kleine Treppe zum Bug zu hieven, was nur ging, wenn man das Rad beim Tragen über Bord hielt. Der Verleiher hatte sie zuerst an der kleinen Reling angeschlossen, aber schnell wurde klar, dass sie dort nicht nebeneinander stehen konnten, ohne die notwendige Sicht zu versperren. Der Kompromiss war, zwei Räder etwas zurückgesetzt an die Reling zu ketten, die beiden anderen auf die Matte zu legen, die eigentlich dazu dienen sollte, unsere Körper zu sonnen. Na gut, oben gab es noch eine Liegefläche…

Räder an Bord
Räder an Bord

Die zweite Ernüchterung: natürlich war die Landschaft nicht so flach wie erhofft, nur wenige Strecken schienen für einen Herzkranken geeignet und das gewohnte E-Bike hatten wir ja nicht. Aber hier stimmten endlich die Bedingungen und es konnte losgehen.

Schnell kam die dritte Ernüchterung: es war dennoch anstrengend und wir mussten höllisch aufpassen. Auf manchen Wegen ging es holprig über Steine und Wurzeln, andere wiederum waren völlig versandet.

Schließlich erwischte mich es doch und ich stürzte. Meiner Kamera und mir ist glücklicherweise nichts passiert. Wieder einmal konnte ich mich an der Zuverlässigkeit meiner Uhr freuen: sie fragte sofort, ob mir etwas passiert sei und sie den Notruf anrufen solle. Nein, so schlimm war es glücklicherweise nicht. Aber gut zu wissen, dass es funktioniert hätte.

Für uns blieb das die einzige Tour mit den Rädern, die beiden anderen fuhren auch an den anderen Tagen.

Am Platz tranken die Liebste und ich ein Bierchen und warteten, dass die beiden anderen zurückkehrten, damit wir zusammen essen gehen konnten.

Von der Kneipe hatten wir nur das Beste gelesen. „Ganztägige Verpflegung, die von köstlichen Rührei zum Frühstück bis hin zu einem minzigen Knöchel oder einem gegrillten Spieß reicht. Kaltes Bier, Wein und stärkere Getränke löschen den Durst an heißen Tagen und erwärmen sich kühler. Nach einem ereignisreichen Tag, abendlicher Musik oder spontanen Matrosenkonzerten entführen sie zum Tanzen, das oft bis zum Sonnenaufgang andauert“. Als wir am frühen Abend zum Essen ankam, begrüßten uns die beiden Männer freundlich. Ein Schild zeigte an „Nur Pizza“. OK, dafür waren wir gekommen. Nein, meinte der Wirt, keine Pizza. Sie dachten, es kämen keine Gäste mehr.

Auf dem Schiff „kochten“ wir dann zum ersten Mal. Spaghetti und eine schöne Soße aus der Dose. Hat prima geschmeckt, dazu einen guten Rotwein und hinterher wie immer einen Gin-Tonic, der natürlich auch mit an Bord musste.

Zanzibar in Masuren
Zanzibar in Masuren

Tag 4 – Vom Tałtowisko nach Ruane-Nida und Wierzba

Am nächsten Morgen fahren wir weiter Richtung Mikołajki (Nikolaiken), dem vielleicht bekanntesten, jedenfalls beliebtesten Ort der Seenplatte.

Wieder ist herrliches Wetter, als wir an Nikolaiken vorbeifahren.

Sonne über Mikołajki
Sonne über Mikołajki
Mikołajki
Mikołajki

Unter der Brücke ist seit Urzeiten der Stinthengst angebunden, der kein Hengst ist, sondern der König der Stinte (Fische, die es dort gibt). Als die Fischer ihn einmal gefangen hatten, versprach er, ihnen alle Wünsche zu erfüllen, wenn sie ihn am Leben ließen. Das taten die Fischer, sperrten ihn aber in einen Käfig, den sie an der Brücke festbanden. Trotzdem erfüllte er ihnen ihre Wüsche, bis heute.

Der Stinthengst
Der Stinthengst
Der vierte Törn

Wir fahren noch weiter bis vor die Brücke von Ruciane-Nida. Auf der Seekarte hatten wir schon vermutet, dass ab dort die Durchfahrt für Motorboote gesperrt ist, und so kehren wir dort um und gehen in Wierzba vor Anker.

Die nahegelegene Forschungsstation der Polnischen Akademie der Wissenschaften, die Tarpanpferde rückzüchtet, können wir nicht besuchen. Die Pferde galten als ausgestorben und werden hier seit 1936 wieder gezüchtet – mit einer Unterbrechung von ein paar Jahren, weil die Nazis die Tiere nach Norddeutschland verschleppten, von wo sie wiederum von den Engländern nach dem Krieg zurückgebracht wurden.

Im Tagungshaus der Polnischen Akadamie, das an diesem ansonsten völlig abgeschiedenen Ort liegt, können wir wunderbar Abend Essen. Im Erker hat man einen Tisch mit Blick auf den See für uns reserviert. Im Dunkeln stolpern wir nach Hause – also zum Boot.

Tagungshotel der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

Tag 5 – Von Wierzba über den Spirdingsee und zurück nach Zanzibar

Der Morgen beginnt mit einem kleinen Unfall. Abend hatte sich die kleine Marina sehr gefüllt, es wohl eine ganze Segelschule, die zu Gast war und nach lange am Lagerfeuer mit Piwo und Gesang zugange war. Entsprechend dicht standen die Boote.

Beim Ablegen gab es einen kleinen Schlag und ich sah einen Schatten vorbeifliegen. Wir drehten eine Runde, kehrten um und fragten die jungen Leute, die am benachbarten Segelboot standen, ob etwas passiert sei. Ja – ihr Anker sei weg.

Nun ist das eigentlich unergründlich, wieso ein Anker durch eine Berührung versinken kann. Wahrscheinlich lag er weshalb auch immer unbefestigt vorne auf dem Bugspriet. Vermutlich traf uns also keine oder wenig Schuld. Versichert waren wir natürlich auch. Aber das hätte alles einen Riesenaufwand bedeutet. Wir einigten uns mit den jungen Leuten, dass wir ihnen 400 Zloty gaben, umgerechnet etwa 85 € und konnten weiterfahren.

Der fünfte Törn
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Wir verlassen den schönen kleinen Hafen und fahren durch eine Landenge in den Śniardwy (Spirdingsee), dem größten polnischen See. Bis 1945 war er der größte deutsche Binnensee.

Am äußersten nordöstlichen Rand bei Okartowo müssen wir ziemlich nahe heranfahren, um mit dem Fernglas erkennen zu können, ob die Einfahrt hier erlaubt ist, auf der Seekarte finden wir dazu nichts. Hier wird es ringsherum schon ziemlich flach, wir müssen aufpassen, dass wir in der schmalen Fahrrinne bleiben.

Vor Okartowo
Vor Okartowo

Hier ist eine idyllische Ecke. Viele Boote sind hier nicht unterwegs, dafür Fischer und natürlich Möwen.

Auf dem Spirdingsee

Hier ist jetzt der Wendepunkt unserer Fahrt über die Seenplatte. Wir haben so ziemlich alle mit einem Boot dieser Größe befahrbaren Gewässer erkundet und befinden uns ab jetzt auf der Rückreise. Sie soll uns für den Abend noch einmal zu meinem „Lieblingshafen“ Zanzibar führen. Wir haben beschlossen, es den Leuten dort nicht übel zu nehmen und darauf zu vertrauen, dass wir diesmal die ersehnte Pizza bekommen.

Wir fahren also die bekannte Strecke über Mikołajki wieder zurück bis zum Taltiner See, noch einmal vorbei an Mikołajki und unserem ersten Hotel Robert’s Port (im nächsten Beitrag berichte ich über ein paar Orte in Masuren und Nordpolen).

Zurück durch die Seeenge bei Przesmyk Przeczka
Zurück durch die Seeenge bei Przesmyk Przeczka
Robert’s Port
Vor Mikołajki
Vor Mikołajki
Vor Mikołajki

Im Zanzibar sind wir diesmal schlauer: wir kündigen unser Kommen für 19.00 Uhr an und bekommen tatsächlich eine prima Pizza.

Sonnenuntergang im Zanzibar

Tag 6 – Von Zanzibar nach Bogaczewo

Als Frühaufsteher genieße ich vor dem Frühstück noch einmal die Morgenstimmung hier am See.

Morgenstimmung im Zanzibar

Heute fahren wir durch Kanäle und die kleine Seenlandschaft. Wie Ihr seht (wenn Ihr die Karte großklickt), kurven wir ausgiebig rum, wir haben ja Zeit.

Blick zurück
Blick zurück

Der sechste Törn
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Im nächsten kleinen See, dem Jezioro Szymon, gibt es eine Fischbarke. Eigentlich sollte man da ranfahren können, anlegen und sich Fisch kaufen. Auf der Herfahrt hatten wir die Barke nicht gesehen, jetzt gucken wir uns das etwas genauer an. Wir sehen die Barke in einer Bucht wohl an einer Anlegestelle, anscheinend hat sie außerhalb der Saison geschlossen. „Wir sehen uns nächste Saison“, steht inzwischen auf der Homepage – leider eher nicht.

Das wäre die Barke gewesen.

Am Rande des nächsten Sees, des Jezioro Szymoneckie hatten wir uns am Vortag unserer Tour getroffen, dabei hatten wir schon gesehen, dass es (jedenfalls an diesem Ufer) nur private Anlegestellen gibt. Aber es ist eine tolle Landschaft hier und wir genießen es, den See zu umfahren.

Für den Abend haben wir einen kleinen Hafen in Aussicht genommen, bei dem es ein gutes Restaurant geben soll. Der kleine Yachthafen bei Bogaczewo ist ein idyllischer Hafen und es gibt tatsächlich ein sehr schönes Restaurant, in dem wir dann abends ausgezeichnet Fisch essen. Ein kleines Schwimmbad gäbe es auch, uns ist aber das Wasser zu kalt. Stattdessen schmeckt vor dem Essen ein kühles Piwo.

Sonne und Bier...
Sonne und Bier…
Yachthafen in Bogaczewo
Yachthafen in Bogaczewo

Tag 7 – Von Bogaczewo zurück nach Węgorzewo

Am nächsten Tag heißt es endgültig Abschied nehmen. Wir werden ein letztes Mal unterwegs sein, um dann für die Nacht im „Heimathafen“ Węgorzewo anzulegen. Am Samstagmorgen muss dann das Boot zurückgegeben werden, vorher müssen wir noch tanken und die Toiletten entsorgen.

Apropos Toiletten, die Sanitären Anlagen in diesem Hafen waren ausgesprochen schlecht und passten überhaupt nicht zu dem schönen Ambiente.

Der siebte Törn
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Durch den Löwentinsee (Niegocin) fahren wir Richtung Lötzen (Giżycko). Wir müssen aufpassen, dass wir die Zeit nicht verpassen: im Giżycko-Kanal müssen wir eine Drehbrücke passieren, die jeweils nur für eine begrenzte Zeit für den Schiffsverkehr geöffnet ist. Kommt man zu einer anderen Zeit an, muss man am Ufer festmachen und lange warten.

Die Drehbrücke in Giżycko
Durchfahrt frei
Durchfahrt frei

In den Kanälen gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung, meist liegt sie bei 6 km/h. Trotzdem gibt es immer einmal waghalsige Überholmanöver, wie hier vor der Kanalkurve.

Gefährliche Manöver
Gefährliche Manöver

Die beiden nördlichen Seen kennen wir schon ganz gut von unseren ersten beiden Tagen, aber heute kreuzen wir noch einmal gemächlich durch sie hindurch. Schließlich ist es unser letzter Tag.

Im Schilf

Irgendwo am Nordostzipfel des Mamry-Meeres muss es dann in den Kanal nach Węgorzewo gehen. Man muss schon genau hinsehen, um ihn zu finden, aber schließlich weisen einem die Bojen den schmalen Weg.

Man muss schon nahe ran, um den Kanal zu sehen
Man muss schon nahe ran, um den Kanal zu sehen

Bevor wir im Heimathafen anlegen, müssen wir noch tanken, und unsere Toiletten entsorgen. Beides geht in den Hafenanlagen. Wir haben in dieser Woche etwas mehr als die Hälfte des Diesels verbraucht, der Fäkalientank ist nur zu einem Bruchteil gefüllt. Das Tanken geht einschließlich An- und Ablegen problemlos, wir haben ca. 175 € bezahlt. Die Absaugeinrichtung gegenüber für die Fäkalien wird gerade repariert, also müssen wir am nächsten Morgen noch einmal ablegen und zahlen dafür etwa 1 €.

Vor dem Abendessen machen wir noch einen kleinen Spaziergang in die Stadt, um noch zwei Flaschen Wein für den Abend zu kaufen. Der Weg führt an Häfen und Kanälen vorbei.

Ein letztes gemeinsames Abendessen, heute im Karczma, dann geht es zurück ins Boot zum letzten Spieleabend. Habe ich schon erzählt, dass wir jeden Abend zusammen gespielt und geschwätzt haben und natürlich dazu Wein und zum Abschluss einen Gin-Tonic getrunken haben, wie es Gesetz ist. Gespielt haben wir entweder Rommé nach der Familientradition, die langwierige Variante mit unbegrenztem Aufnehmen und Anlegen oder Phase 10. Das habe ich dann aber nicht mehr gespielt, weil mich die anderen gemobbt haben.

Tag 8 – Rückgabe

Am Samstagmorgen müssen wir noch einmal losfahren zur Entsorgungsstelle. Aber inzwischen sind wir wirklich geübt. Das An- und Ablegen jedenfalls beherrschen wir nahezu perfekt.

Wir füllen noch das Frischwasser nach und übergeben dann das Boot an den freundlichen Vermieter, der alles durchcheckt und für gut befindet.

Ein bisschen traurig nehmen wir Abschied von der Bokamoso.

Fazit

Eine tolle Reise und wir sind alle froh, sie gemacht zu haben.

Ein solches Boot zu fahren, erwies sich als etwas schwerer als gedacht. Genauer gesagt: das Fahren ist einfach – Ablegen und besonders Anlegen erfordern einiges Geschick. Aber mit der Schulung am Anfang geht das durchaus. Allerdings war gut, dass wir zu viert waren. Man kann sich nicht nur am Ruder ablösen, sondern braucht eigentlich immer einen Menschen, der mit Ausschau hält. Zum Anlagen eines solchen Bootes braucht es mehrere Menschen. Auch zu zweit würde ich mich das nicht trauen.

Für eine Erkundungstour, wie wir sie gemacht haben, ist eine Woche völlig ausreichend. Wer sich zutraut, unterwegs zu ankern oder mehrmals am Tag anzulegen, um auch etwas besichtigen zu können, sollte wohl etwas länger einplanen.

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1 Kommentar

  1. Gardi 5. Oktober 2021

    es war wirklich eine superschöne Fahrt mit dem Boot, dem großen Bruder, meiner lieben Schwägerin und meinem Schatz.
    Eins muss ich klarstellen: er wurde nicht gemobbt!!!!! Er ist wie als Kind immer noch ein Sensibelchen und manchmal beleidigte Leberwurst.
    Einmal haben wir das Spiel noch gespielt, aber ich habe mich nicht mehr getraut ihn aussetzten zu lassen, wollte ja nicht, dass er weint oder die Karten auf den Boden wirft😀🥰.
    Ich könnte mir eine zweite Bootstour in Meckpomm, Kanada oder Frankreich mit den anderen 3 gut vorstellen.

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