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woche #14 Sütterlin oder die deutsche schrift

Sütterlin

Ich übe mich gerade im Sütterlin. Recht eigentlich – wie man früher sagte – nicht im Sütterlin, sondern in der Kurrentschrift. Sütterlin war eine für Schreibanfänger vereinfachte Form, die ab 1918 in Preußen und z.B. auch in Hessen an den Schulen gelehrt wurde.

im Fach „Schönschreiben“ haben wir es sogar noch in der Schule geübt. Die Briefe meiner Oma, die sehr schön schrieb, konnte ich gut lesen.

So schrieb sie meiner Mutter ins Poesiealbum.

Meine Oma an meine Mutter
Meine Oma an meine Mutter

In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken

Leuchtendes Auge und offenes Herz,
o, Kind erhalt Dir immer,
treu in Pflicht; bereit zum Scherz,
trachtend nicht nach äußrem Schimmer,
erreichst Du das Ziel.
Schau aufwärts.

Zum ewigen Andenken
Deine Mutter

Inzwischen bin ich aber auf Briefe und Tagebucheinträge gestoßen, die ich nur schwer oder gar nicht entziffern kann. Und so habe ich angefangen, mich damit wieder zu beschäftigen.

Ich übe mich auch im Schreiben. Das hilft einerseits beim Lesenlernen enorm und andererseits: es macht mir Spaß, in dieser wunderschönen Schrift zu schreiben.

Kleine Schriftprobe – kannst Du’s entziffern?

Fast kurios mutet übrigens die Geschichte dieser Schrift an, wenn es nicht einen ernsten Hintergrund hätte.

So wurde Sütterlin 1935 für ganz Deutschland auf den Lehrplan gesetzt. 1941 indes wurde die Schrift – wie auch die von heutige Nazis gerne benutzte Frakturschrift – völlig verboten. Als Grund gab Reichsleiter Bormann an, sie sei jüdischer Herkunft. Tatsächlich war aber wohl der Grund, dass in den besetzten Gebieten niemand die Erlasse der Deutschen lesen konnte.

Zum Glück hatte die Liebste eine Schiefertafel - wie wir in der Schule
Zum Glück hatte die Liebste eine Schiefertafel – wie wir in der Schule

Wenn Du Dich auch etwas mit den deutschen Schriftarten beschäftigen willst, findest Du unter Sütterlin bei Google viele Möglichkeiten, auch bei Facebook gibt es gute Gruppen, z.B. „Sütterlin Lesehilfe (ehrenamtlich, freundlich, freiwillig). Ich habe einen kleinen Volkshochschulkurs online belegt. Die Leiterin, „Fräulein Genealogie“ Cosima Jungk, war ein absoluter Glücksfall.

Impfen

Das herausragende Ereignis dieser Woche: ich wurde geimpft. Siebzig war ich ja gerade erst in der Woche zuvor geworden und im hiesigen Impfzentrum war ich zwar registriert, aber hatte noch keinen Termin bekommen, obwohl ich auch schwer herzkrank bin und einiges mehr. Dann die Meldung, dass ab Ostern auch in Hessen Hausärzte impfen können.

Gleich Dienstagfrüh habe ich angerufen. Was soll ich sagen, er hatte schon die ersten Termine alle vergeben, aber setzte mich auf die Stand-By-Liste am nächsten Tag kam dann schon der Anruf, in einer halben Stunde solle ich da sein. Alles lief problemlos, keinerlei Nebenwirkungen. In drei Wochen ist schon der zweite Termin. Natürlich kam am Tag drauf auch der Termin vom Impfzentrum.

Jetzt muss nur noch die Liebste geimpft werden, aber das wird noch einen Moment dauern. Man hört zwar überall, dass doch der oder der schon längst geimpft sei, aber hier ist nix zu machen und auch unser Arzt impft sie erst, wenn sie auf der Prioritätenliste dran ist.

PC

Tagelang habe ich nach einem neuen PC recherchiert. Mein alter gab derart laute Geräusche von sich, dass es nicht auszuhalten war. Er ist für einen hart beanspruchten PC aber auch wirklich in die Jahre gekommen, über acht Jahre ist er jetzt alt. Aber seit ich ihn vor vier Jahren noch einmal aufgerüstet habe, lief er eigentlich und meisterte selbst die relativ aufwändigen Photoshoparbeiten.

Nachdem ich die Bestellung schon fertig hatte, gab ich meinem Freund eine letzte Chance. Ich nahm ihn vom Netzt, baute ihn auseinander, baute dann den Lüfter aus und mit dem neuen Handstaubsager der Liebsten saugte ich vorsichtig Berge von Staubfetzen ab. Blasebalg (dem für die Kamerareinigung), und Wattestäbchen sorgten für den Rest.

Fast verzweifelt wäre ich an dem anschließenden Zusammenbau. Es galt, winzige Abstandshalter von oben mittels Pinzette zwischen den Lüfter und Kühler zu bringen. Schließlich gelang es.

Und, was soll ich sagen, er läuft wieder wie geschmiert. Ich hoffe, ein Jahr wird er noch laufen.

Kleiner Nachtrag

Kaum schrieb ich dies, fuhr er beim nächsten Mal nicht hoch, der Bursche. Hoffe, er nimmt mir die Tortur nicht übel.

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