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Bleibt Gott der, der er ist?

Als ich heute morgen die Tageslosung las, kam ich ins Nachdenken:

Du aber bleibst, wie du bist,
und deine Jahre nehmen kein Ende

heißt es da aus Psalm 102, Vers 28.

Dass Gott bleibt, wie er ist, scheint ja festzustehen. Wer sonst als Gott sollte unveränderlich der sein, der er immer war und immer sein wird.

Ich glaube, darin liegt eine tiefe Sehnsucht des Menschen nach einer Beständigkeit hinter all dem Unbeständigen, einer Verlässlichkeit jenseits aller Unzuverlässlichkeit, ein Leben ohne Tod.

Aber passt diese Tageslosung zu Pfingsten? Ist Pfingsten nicht Fest der großen Veränderung?

„Ja, …aber der Menschen – nicht Gottes“, könnte man antworten?

Ist Gott wirklich unveränderlich? Hat er sich denn nicht auch selbst verändert, als er sich in das Herz der Menschen senkte? Oder 10 Tage vorher, als sein Sohn zu ihm aufgefahren kam und sie dann plötzlich zu dritt sind? Und das auch noch in einem. Waren das nicht riesige Veränderungen?

Und davor? Wenn er selbst es war, der am Kreuz hing? Sollte ihn das nicht verändert haben. Oder der Weg durch die Hölle?

Oder wird Gott nicht ein völlig anderer sein, wenn ´das We

Einen Ausweg aus diesem Dilemma zeigte schon das Große Glaubensbekenntnis von Nicäa-Konstantinopel auf, das 381 von Jesus Christus bezeugte, er sei

…Gottes eingeborener Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.

So stellen wir uns Gott als den einzigen Unveränderbaren vor, der sich ja auch selbst „Ich bin, der ich bin“ nennt. Und manchmal werden wir von der Kanzel gegrüßt von „dem, der da ist und der da war und der da kommt“

Indes ist die Bibel voll von Erzählungen der Veränderung Gottes.

Nach seinen ersten Erfahrungen mit den Menschen gereute es Gott, sie überhaupt erschaffen zu haben. Aber nachdem er darüber die Erde beinahe hat untergehen lassen, beschhließt er, dass er „hinfort die Erde nicht mehr verfluchen werde um des Menschen willen“.

Die ganze Geschichte des Volkes Israel mit Gott ist eigentlich auch eine Geschichte der Veränderung. Und eben nicht nur der Menschen, sondern auch Gottes.

Aus dem Gott, der Menschenopfer befiehlt, wird einer, der sie verbietet. Aus einem wütenden Gott wird ein barmherziger.

Sind das alles nur Wandlungen unseres Gottesbildes?

Oder ist ein mitgehender Gott auch einer, der sich selbst in die Welt hineinziehen lässt, um sie zu veränder und sich dabei auch selbst verändert?

Ich fürchte, ich finde keine Antwort. Wahrscheinlich ist meine Vorstellung von Gott viel zu sehr an menschlichen Vorstellungen gebunden. Vielleicht binde ich Gott auch zu sehr an meine Vorstellungen und seine Veränderlichkeit übersteigt alle unsere Vernunft?

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