Das war: der September

Schnappschüsse aus einem Monat. Persönliches und Politisches. Das B_Logbuch

Kartoffelfest auf dem Schillerplatz. Draußen gibt es Stände mit allerlei von der Kartoffel. Wir essen „Himmel unn Eär unn Dulges“. Ein typisches Gericht aus Mittelhessen. Das gab es bei meiner Oma auch immer.

Himmel unn Eär unn Dulges

Himmel unn Eär unn Dulges

In der Unteren Stadtkirche Gottesdienst in Mundart. Die „Lebenshilfe“ hat zu diesem Gottesdienst eingeladen, ein Prädikant hält den Gottesdienst im mittelhessischen Platt, das ich liebe, aber nicht spreche.

In der Unteren Stadtkirche

In der Unteren Stadtkirche

Jedenfalls grüße ich auf Twitter als Neu-Wetzlarer jetzt nicht mehr mit dem südhessischen „Gemorsche“, sondern dem mittelhessischen „Gemorje“ oder mit em „Schine Gruß“. Amüsant und lehrreich im Internet das Wörterbuch „Dialekt in Mittelhessen“.

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Während die Liebste bei ihrer „Schönheitsfee“ ist, mache ich einen kleinen Fotospaziergang in dem nahen Städtchen Lich. Dabei habe ich „Hapo 66“, eine 6×6 Rollfilmkamera mit einem Schwarzweißfilm. Der Film ist noch nicht entwickelt. Ihr dürft gespannt sein.

Die Hapo von Porst

Die Hapo von Porst

Ihr erinnert Euch an Photo-Porst? Das war einmal das „Größte Fotogeschäft der Welt“. Hanns-Heinz Porst, der 1960 die Firmenleitung von seinem Vater übernahm, führte 1972 die „totale Mitbestimmung“ ein, gründete eine Mitarbeitergesellschaft und übergab Firma und Leitung an die Belegschaft. 1982 scheiterte dieses Modell und Porst stieg wieder ein.

Seine Sozialismusvorstellungen hat Porst auch auf andere Art umzusetzen versucht: er war FDP-Mitglied und im Osten heimlich SED-Mitglied und arbeitete als Agent für die Stasi. 1969 wurde er als Spion verurteilt.

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Die Schule, in der die Liebste mehr als 40 Jahre arbeitete, wurde saniert und feierte Einweihung. Zu dem Fest konnten wir nicht kommen, aber am Vorabend wurde eine tolle Ausstellung des Fotografen Mohamad Osman eröffnet.

Der hatte für eine frühere Ausstellung geflüchtete Kinder fotografiert. In den Gesichtern war deutlich der Schrecken der Flucht und der Erlebnisse zu sehen.

In „Angekommen“ zeigte er nun Fotos der Kinder, die in dieser Schule „angekommen“ sind, in einem Klima der Akzeptanz, Förderung und Lernfreude.

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Schön wäre ja gewesen, wenn mir jemand am 9. September ein Bier gekauft hätte. Aber leider wissen ja die wenigsten Menschen um diesen wichtigen „Kauf-Deinem-Pfarrer-ein-Bier-Tag“.

Buy a priest a beer

Buy a priest a beer

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Eine Nacht habe ich die Nachttischlampe umgeschmissen, als ich einen Jungen vorm Absturz in eine Schlucht rettete.

Die Liebste meinte, ich randaliere.

Hab sie gefragt, ob sie etwa einfach weitergegangen wäre.

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Am letzten Septemberwochenende war ich in Köln. Erdogan war auch da, aber da bin ich nicht hingegangen.

Ich war am Donnerstag auf der Photokina und von Freitag bis Sonntag auf dem „Barcamp Kirche online“. Übernachtet habe ich, wie es sich für einen stadtbekannten Sportler wie mich gehört, im Gästehaus der Deutschen Sporthochschule.

Wetzlar in Köln

Wetzlar in Köln

Flirten mit der Auserwählten

Flirten mit der Auserwählten

Im Fotobulli

Im FotobulliDer Fotoautomat im Bulli machte Bilder von mir. Weil Mann in meinem Alter nicht mehr der Schnellste ist, reichte es bei einem nur für den Hut.

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Alle fragen mich, was ein „Barcamp“ ist. Hat nichts mit „Bar“ zu tun, sondern „Barcamp“ ist eine „Unkonferenz“. Die Veranstalter bieten den Tagungsort und das Eqipment, Sponsoren sorgen für Verpflegung und Getränke. Alle andere machen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Wer eine „Session“ anbieten kann, sagt das morgens bei der Planung an der Pinnwand – wer Interesse hat, meldet sich – die Angebote werden auf die vorhandenen Zeiten und Räume verteilt und los geht’s.

Die Sessionplanung beginnt

Die Sessionplanung beginnt

Hier findet Ihr einen Bericht.

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„Es gibt keinen Rechtsruck gibt, aber die extreme Rechte wächst trotzdem“, behauptet Jonas Schaible in einem lesenswerten Essay. Ich kann seiner Analyse voll zustimmen.

Gleichzeitig heißt das auch, dass die Regierung und die Parteien gar nicht so viel machen können, um das Wachsen der Rechten zu verhindern. Aber jedes Hofieren sich verbietet.

Hier.

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Und Michael Spreng, früher einmal Chefredakteur von BILD am SONNTAG, meint, die Bildzeitung sei zu einer Vorfeldorganisation der AFD geworden. Auch lesenswert.

Hier

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