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Kalenderblatt: Heut gibts nichts, heut ist Sonntagsruh

Ich finde es schön, dass es den Sonntag gibt. Ich meine, dass es ihn als Sonntag gibt und nicht als Werktag. Ohne Sonntag gäbe es nämlich nur Werktage. Ich finde es auch schön, dass es den Sonnabend gibt. Die beiden Tage machen das Wochenende aus.

Ja, ich weiß: ich arbeite auch am Sonntag. Selbstverständlich, weil ich Pfarrer bin. Meine Tochter arbeitet auch oft – meistens sogar – am Sonntag. Sie arbeitet im Hotel.

Wir brauchen Menschen, die sonntags arbeiten. Das haben wir schon früher gesungen:

Des Sonntags, wenn man Ruhe hat, falleriaho!
so ist’s im Dorf und in der Stadt, falleriaho!
Da findet man die Türen zu, falleriaho!
: Heute gibt’s nichts, heut ist Sonntagsruh, falleriaho! :

Der Hans, der geht zum Automat, falleriaho!
Will für sein Gretchen Schokolad’, falleriaho!
Doch, bums, da fällt die Klappe zu, falleriaho!
: Heute gibt’s nichts, heut ist Sonntagsruh. falleriaho! :

Die Liesel geht zum Kuhstall hin, falleriaho!
Will melken da mit frischem Sinn, falleriaho!
„Muh, muh” macht da die bunte Kuh, falleriaho!
: Heute gibt’s nichts, heut ist Sonntagsruh, falleriaho! :

In Flammen steht die Molkerei, falleriaho!
Die Feuerwehr eilt schnell herbei, falleriaho!
Der Hauptmann hält die Spritze zu, falleriaho!
: Heute gibt’s nichts, heut ist Sonntagsruh, falleriaho! :

Und wer ein rechter Christ will sein, falleriaho,
geht Sonntags in die Kirche nein, falleriaho!
Der Pfarrer klappt die Bibel zu, falleriaho!
: Heute gibt’s nichts, heut ist Sonntagsruh, falleriaho! :

Der Hansel möchte nun zum Schluß, falleriaho,
von seiner Gretel einen Kuß, falleriaho!
Doch Gretel hält das Mäulchen zu, falleriaho!
: Heute gibt’s nichts, heut ist Sonntagsruh, falleriaho! :

Trotzdem glaube ich, dass wir den Sonntag brauchen. Wir brauchen Tage, die gemeinsam als „freie Tage“ verbracht werden können, die gemeinsam gestaltet werden können. Wir brauchen einen regelmäßigen Rhytmus von Arbeit und Erholung.

Gott hat das erfunden. Er hat sechs Tage lang gearbeitet, dann hat er einen Tag ausgeruht. Ein genialer Rhytmus. Den Rhytmus der sieben Tage gibt es in fast allen Kulturen.

Der siebte Tag ist nach der Bibel der „Sabbat“, der Samstag. Das Christentum hat den Siebentagesrhytmus beibehalten, aber anstelle des Sabbats den Sonntag als Tag der Auferstehung Christi zum Feiertag gemacht. Gefeiert wurde nun nicht mehr der letzte, sondern der erste Tag der Woche.

Heute, am 3. Juli, vor 1689 Jahren (371) wurde das von Kaiser Konstantin dem Großen beschlossene Gesetz umgesetzt, nach dem der Sonntag allgemeiner Ruhetag ist und nur landwirtschaftlich notwendige Arbeiten erlaubt sind.

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Ich finde es auch gut, dass es den Sonntag gibt, und ärgere mich über jeden verkaufsoffenen Sonntag… Bringe auch meinen Kindern bei: „Sonntags sind die Läden zu“.
In meiner Kindheit gab es ein Samstagabend- und ein Sonntagsgefühl. Samstags, wenn ich vom Spielen heimkam, roch es im Treppenhaus nach Badewasser (samstags war Badetag!) und Kuchen, weil meine Mutter immer samstags einen Kuchen für sonntags buk, der dann auf dem Schrank , an den ich nicht drankam, auskühlte.
Und sonntags war Kindergottesdienst und danach ging ich in die Pfarrbücherei und holte neuen Lesestoff, ein Festtag!
Ich möchte, dass meine Kinder auch später mal mit Samstag und Sonntag etwas besonders verbinden. Und wenn es nur ist, dass Mama und Papa da den ganzen Tag Zeit für sie haben.

Ich arbeite mein ganzes ArbeitsLeben schon Sonntags, jetzt habe ich schon seit längerem frei und fühle mich Sonntags ganz elend, warum, wer weiß das schon?! Euch allen trotzdem einen schönen Sonntag!

Ich finde den Sonntag auch gut, Ruhetag muß sein. Sogar meine Freunde aus den USA, wo man ja rund um die Uhr jeden Tag einkaufen gehen kann, waren sehr angetan; sie sagten sie fänden es „so toll zivilisiert“ daß hier am Sonntag die Läden zu sind.

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