New York. Der dritte Tag.

Beim Warten auf die Fähre

habe ich gestern meine gute Lesebrille verloren. Ich muss wohl beim Objektivewechseln die Brille statt in die Brusttasche daneben gesteckt haben.

Das kommt davon, wenn man nur eine Lesebrille braucht – die aber dringend – und außerdem, wenn man so drauf ist, wie ich das bin. Wie viel ich in meinem Leben schon verloren habe!

Gut, das meiste habe ich wiederbekommen. Das ist wohl so, wenn man so drauf ist, wie ich das bin.

Trotzdem war meine Hoffnung gering. Aber ein Anruf beim Lost-and-Found der Fähre konnte nichts schaden. „Ja, eine Brille haben wir gefunden“.  Auf Englisch natürlich. Also heute noch mal zur South Ferry.

Zuerst aber bei McDingsbuns gegenüber ein grausiges Frühstück. Hielten es für Müsli und haben uns sehr darauf gefreut, war aber Porridge. Trotzdem, runter damit.

Dann mit dem Bus entlang der 34. zum Empire State Building.

Empire State Building

Auf der Straße eine Schar von Ticketverkäufer. Sollte man aber mit Vorsicht genießen. Einer schaffte es trotzdem, mich in ein Gespräch zu verwickeln. Zu einem wirklich günstigeren Preis bot er mir das Paket an, das ich nicht unbedingt brauchte, aber so günstig, ok. Mit Expressdurchgang, also ohne die beiden Warteschlangen, und mit Zugang zur zweiten Plattform im 102. Stock. Wunderbar, und ich muss zugeben, ein netter junger Mann.

Leider stellte sich drinnen heraus, dass das Ticket weder den Expresszugang noch die zweite Plattform enthielt. Stattdessen eine lange, dem amerikanischen Stolz gewidmete Hubschrauber-Achterbahn-New York Flug-Show.

Aber der Ausblick lohnt sich auch von der 86. Wieder das Phänomen, dass ich trotz absolut schlimmer Höhenangst in jedweder Höhe keine Probleme habe, wenn das Geländer hoch genug ist.

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Vom Empire aus kann man mit der Metro zur Fähre fahren.

Dort also nochmal zum Fundbüro.

Ja, die Brille sei auf der anderen Seite. Staten Island also.

Wir noch einmal entlang der Freiheitsstatue rüber nach Staten Islands. Sie hatten nicht nur eine Brille sie hatten fünf oder sechs. Meine war nicht dabei.

Nun gut. Zum Trost sag ich mir immer „Dummheit gehört bestraft“. In diesem Fall beträgt die Strafe ein paar Hunderter.

„Wenn wir schon mal im Süden sind“, sagte ich zur Liebsten, „machen wir einen Bummel durch Chinatown und Little Italy und laufen dann noch rüber zum 9-11-Memorial.

Bis Chinatown kamen wir.

Für einen Spaziergang durch’s Viertel und ein endlich einmal preiswertes Mittagessen hat es noch gereicht. Aber dann wollten wir nur noch nach Hause.

 

New York. Der dritte Tag.

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