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Von Wetzlar nach Rodheim-Bieber

Flussabwärts sind wir fast am Ziel angelangt. Eine kleine Etappe durch die Ruppertsklamm nach Lahnstein heben wir uns noch auf. Die letzten Wochen hatte es zu stark geregnet, so dass die Klamm noch zu rutschig ist.

Jetzt beginnen wir die Wanderung flussaufwärts. Auf der Karte sehen wir schon: der Weg wird seltener direkt an der Lahn entlangführen. Das bewahrheitet sich schon bei dieser ersten Etappe: nach etwa vier Kilometern verlassen wir die Lahn und gehen nordöstlich durch Wald und Felder.

Vom Parkplatz auf der Nordseite des Wetzlarer Bahnhofs (auf dem man nur an Wochenenden einen Platz findet, dafür aber kostenlos) kann man eine kleine Straße entlang einer großen Metall-Recycling-Firma gehen. Entspechend trostlos sieht dieses Sträßchen aus. Aber zu unserer Überraschung stehen auf der anderen Straßenseite einfachste Häuschen. Kinder freuen sich anscheinend, dass einmal jemand vorbei kommt und begrüßen uns lachend und zwei Männer, die vor einem Haus sitzen, antworten auf unsere Frage, ob man tatsächlich hier zur Lahn kommt, zustimmend. Nicht auf allen Karten war das kleine Treppchen eingezeichnet und es war auch nicht klar, ob die Treppe, die durch Privatgelände führt, passierbar ist.

Der Versuch hat sich gelohnt und nach 500 Metern stoßen wir auf den Lahnweg. Das Stück, das wir nun bis zur Naunheimer Mühle weitergehen, gehört für mich zu den schönsten kultivierten Wegstücken direkt neben der Lahn.

Lahn bei Wetzlar
Lahn bei Wetzlar

Wir haben herrliches Wetter und eigentlich könnte man überall ein bisschen an der Lahn…

… oder an einem Fischteich sitzen und aufs Wasser schauen.

An der Werner-von-Siemens-Schule, einer beruflichen Schule in Wetzlar, haben Schülerinnen und Schüler als Projektarbeit ein kleines Haus in traditioneller Bauform mit verschiedenen Baumaterialien errichtet.

Bauprojekt der Siemensschule
Bauprojekt der Siemensschule

Zum Mittag kehren wir in der Naunheimer Mühle ein. Das bietet sich an, weil wir hier sehr gerne ab und zu hingehen. „Auch nicht billig“, hätte meine Mutter gesagt, aber man sitzt wunderschön auf der Terrasse und im Garten, bekommt gutes Essen und hat einen tollen Blick auf die Lahn.

Über Feldwege gehen wir weiter, bis wir nach einem Kilometer die Autobahn unterqueren, um dann zunächst weiter über Felder an Waldgirmes vorbei Richtung Biebertal zu gehen. Ab hier geht es immer bergauf, zunächst nur leicht, später etwas steiler.

Durch die Felder führen shmale Wege oder Trampelpfade. Machmal ist es nicht ganz einfach, die Wegführung zu finden. Aber ab der Hausteiner Mühle, einem Ausflugslokal, wird es einfacher. Wir befinden uns übrigens auf dem Lahn-Camino, dem Jakobsweg.

Blick Richtung Waldgirmes
Blick Richtung Waldgirmes
Die den Wolf liebt
Die den Wolf liebt

Unser Weg führt dann unterhalb des Königstuhls vorbei, 220 m niedriger als sein Namensvetter bei Heidelberg und 220 m höher als sein Fast-Namensvetter Königsstuhl auf Rügen.

Ein Waldkindergarten der Caritas lässt mich ein bisschen neidisch werden.

Waldkindergarten
Waldkindergarten
Waldkindergarten
Waldkindergarten

Am Frauenkreuz machen wir eine Rast und lesen die Geschichte zu diesem Wegstein und dem Kreuz. Hier haben wir auch den höchstenPunkt unserer Wanderung erreicht.

Frauenkreuz
Frauenkreuz

Noch ein paar Hundert Meter weiter sehen wir schon von weitem, dass der Weg vor uns gesperrt ist. Wir gehen trotzdem erst mal weiter, ein anderer Weg wäre auch gar nicht in Sicht. Direkt an der Sperre klärt uns dann ein Schild auf, dass brütende Mäusebussarde sich auf uns stürzen könnten. Wir sollten entweder umdrehen oder vorsichtig weiter gehen und einen Ast über dem Kopf halten. Was wir auch tun, obwohl wir uns ein bisschen blöd dabei vorkommen. Aber es sieht ja keiner außer dem grinsenden Bussard.

Nach einiger Zeit kommen wir aus dem Wald heraus und sehen vor uns die beiden nebeneinander liegenden Burgen Vetzberg und Gleiberg – die wir dann auf unserer nächsten Etappe ersteigen werden.

Die Burgen Vetzberg und Gleiberg
Die Burgen Vetzberg und Gleiberg

Ein Bus, der uns zurück bringen kann nach Wetzlar, kommt hier nur alle zwei Stunden. Aber haben Glück. In unmittelbarer Nähe der Haltestelle gibt es einen Griechen. Wir setzen uns in den Garten, trinken ein Bier und bestellen anstandshalber auch eine Vorspeisenplatte. Ausnehmend köstlich und preiswert noch dazu. Wenn Ihr mal nach Rodheim-Bieber kommt, geht unbedingt zum Samos Gyros Grill.

Fazit: ein sehr schöner und abwechslungsreicher Weg an einem herrlichen Tag.

Wir erwandern die Lahn

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