Wetzlar 2018 wie Darmstadt 1966 – ich demonstriere gegen die NPD

Die gute Nachricht: ich bin wieder genesen. Die schlechte: seit ein paar Tagen ist der Husten wieder da und lässt mich nachts immer wieder aufwachen. Der kleine Frosch (mein allerliebster Enkel) mag nicht, wenn ich mich räuspere und die Liebste meinte auch schon „Der Quentin mag das auch nicht“. Was soll man davon halten? Und was soll ich machen?

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Wetzlar ist ja jetzt deutschlandweit bekannt geworden. Der Oberbürgermeister hat sich standhaft geweigert, der NPD die Stadthalle zu überlassen. Die ist bis zum Verfassungsgericht gegangen und hat überall Recht bekommen. Das hat der OB natürlich akzeptiert, aber schlitzäugig anschließend festgestellt, dass zwei Mietbedingungen nicht erfüllt wurden und einen Termin gesetzt. Die NPD konnte die fehlenden Bedingungen (Versicherungsschutz und Sanitätsdienst) nicht erfüllen und – so what.

Wie gesagt, etwas schlitzäugig und wie man hört, hat das Verfassungsgericht auch den Regierungspräsidenten aufgefordert, nachzuprüfen, was da geschehen sei. Man darf gespannt sein.

Ich gehe davon aus, dass unser OB sich gut hat beraten lassen uns seine Argumentation stichhaltig ist.

Denn: für mich ist die Achtung vor dem Bundesverfassungsgericht eine der allerhöchsten Grundlagen unseres Staates. Auch wenn ich ein entschiedener Gegner der NPD bin: Nachrichten aus der Türkei und aus Polen, wo Urteile des Verfassungsgerichtes einfach nicht ausgeführt werden, erschrecken mich zutiefst.

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Aber natürlich waren die Liebste und ich dabei bei der großen Demonstration am Samstag. Hier ein paar Eindrücke:

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Ich war übrigens 15 (1966) als ich zum ersten Mal gegen die NPD demonstrierte. Aus ähnlichem Anlass. Der Darmstädter Magistrat hatte eine Wahlveranstaltung im Justus-Liebig-Haus nicht genehmigt wegen der „Angst bester Bürger“ (sic!). Die NPD bekam vor Gericht Recht und so mussten wir demonstrieren.

In meinem Blog „Nachkriegskind“ erinnere ich mich. (Beitrag folgt).

 

 

 

 

 

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