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Das Beste vermuten

Eine schöne Geschichte rankt um die Tageslosung vom Montag:

Der HERR, der gütig ist, wolle gnädig sein allen,
die ihr Herz darauf richten, Gott zu suchen.
(2. Chronik 30, 18+19)

Hiskia war ein König, über den die Bibel vielleicht das Beste sagt, was man über einen Menschen sagen kan:

Er tat, was dem Herrn wohlgefiel.
Er hing an dem Herrn und der wich nicht ab von ihm.

Hiskia setzt sich ein für eine Erneuerung der Gottesdienste und religiösen Feste. Und er hat Erfolg: „eine große Volksmenge kam zusammen, um das Passafest zu feiern“

Jetzt kommt das, was ich schön finde:

Unter den vielen sind auch viele, die den Ablauf des Festes nicht verstehen, die sich nicht in die Liturgie einfügen können.

Was mir gefällt: Hiskia sucht und vermutet das Beste in Ihnen. Er betet, dass Gott diesen Menschen, die „ihr Herz darauf richten, Gott zu finden“, gnädig sein wolle.

Ich petze jetzt mal: viele meiner Kolleginnen und Kollegen vermuten nicht das Beste in den Menschen, die sich in „ihre“ Gottesdíenste verirren, ohne dort regelmäßig zu Gast zu sein.

„Karteileichen“, „Heiligabendchristen“, „Können noch nicht mal mehr das Vaterunser“, „Kommen einmal im Jahr in die Kirche“.

Manche meiner KollegInnen verfallen ins Gegenteil. Sie erklären während des Festes den dummen Fremden, was da passiert: wir beginnen jetzt diesen Gottesdienst im Namen…

„Wir singen jetzt Lied Soundsoviel.“ Als ob es einen gäbe, der nicht wüsste, dass das rechts von der Kanzel die Lieder sind.

Voller Verständnis betet Hiskia zu Gott. Es geht ihm darum, mit diesen Menschen das Fest aus vollem Herzen zu feiern.

Die Folge ist, dass sie 7 Tage lang zusammen ein fröhliches Fest mit Essen und Trinken. Und als die Sieben Tage vorbei waren, beschlossen sie noch sieben Tage weiter zu feiern. Und auch diese zweite Woche, heißt es, machten sie zu einem Freudenfest.

Das wär doch was…

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2 Kommentare

  1. Karola 23. Mai 2012

    Ein wirklich schöne Geschichte. Sie erinnert mich an die 3 meistgestellten Fragen zum Gottesdienst:
    1.Ich weiß nie genau, wann ich aufstehen muss…
    Antwort: Setzen Sie sich niemals in die erste Reihe!
    2.Ich kann die meisten Lieder nicht. Was soll ich tun?
    Antwort: Übernehmen Sie die Technik der Playback-Sänger und bewegen Sie nur den Mund!
    3. Ich blicke im Gottesdienst überhaupt nicht durch…
    Antwort: Machen Sie es öffentlich!

  2. Loco_just_Loco 23. Mai 2012

    Hm. Ich erkläre schon mal am Anfang des Gottesdienstes, daß jetzt bitte alle ihre Telefone ausschalten, weil wir jetzt ein Exklusivgespräch mit Gott haben.
    Und die Lieder sage ich auch an – einfach, weil sonst keiner aufstehen und singen würde. Keiner, auch die Jeden-Sonntag-Kirchgänger nicht. Die sind einfach so konditioniert. Leider!

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