Gibt es schwule Fußballer?

Ich persönlich gucke mir ja kein Fußballspiel an, kein einziges

Ich weiß auch nicht, wie diese Fußballer und ihre Trainer heißen. Und schon gar nicht, auf welchem Tabellenplatz unser ortsansässiger Verein steht. Eintracht heißt der sinnigerweise, das weiß ich.

Hingegen gucke ich jeden Sonntag (so Gott will und ich Zeit habe) den Tatort. Am letzten Sonntag gab es einen – Sie haben ihn ja vielleicht auch gesehen – der handelte von schwulen Fußballern.

Der Mord hatte damit freilich gar nichts zu tun, nicht einmal der Ermordete war schwul und der Möder auch nicht. Nur der Freund von dem Ermordeten.

Und der sagte im Film „Wissen Sie, die halbe Nationalmannschaft ist angeblich schwul, einschließlich Trainerstab. Das ist doch schon so eine Art Volkssport, das zu verbreiten.“

Nicht nur die Fußballer, auch Kommissarin Lindholms Assistent war hingegen empört über derlei Unterstellungen.

Und was lese ich heute in der FAZ?

Ein gewisser Oliver Bierhoff – seines Zeichens wohl ein bekannter Mann unter den Fußballern – ist empört über den Krimi.

Für ihn ist das „ein Angriff auf meine Familie – die Familie der Nationalmannschaft“.

Ist das nicht zum Schießen? Wie im Kino!!!

Aber es kommt noch besser. Theo Zwanziger, den man als Fußballfreund sohl auch kennen muss, kündigte grundsätzliche Überlegungen an, „wie wir mit solchen Dingen umgehen: Dass wir nicht wehrlos sind gegen Gerüchte und falsche Unterstellungen aller Art“ (FAZ)

Aber die Fußballer, so Zwanziger, haben nichts gegen Schwule. Schließlich habe sich „die Nationalmannschaft geschlossen und offen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gestellt“

Der Zusammenhang leuchtet mir ja eigentlich nicht ein. Es sei denn, Zwanziger will damit sagen, dass Schwule für Fußballer Fremde oder eine andere Rasse seien, gegen die man natürlich nichts habe.

Ihm sei „völlig egal, welche sexuelle Orientierung einer unserer Nationalspieler oder Nationalspielerinnen hat.“

Fehlt nur noch, dass er sagt, die meisten der Nationalspielerinnen seien lesbisch und niemand sage etwas dagegen. Man gehe nur nicht so gerne hin wie zu den Männern.

Apropos Frauen: Kommissarin Lindholm alias Maria Furtwängler war in diesem Tatort hinreißend schön. Oder?

9 Gedanken zu „Gibt es schwule Fußballer?

  1. Ich habe alle drei schon gesehen – Fussball, den Tatort und die aparte Maria F. (Sie ist meines Wissens auch eine der wenigen Kommissarinnen, die mit dem richtigen Schuhwerk auf Verbrecherjagd geht.)
    Ansonsten wundere ich mich schon lange über gar nix mehr, und das gelegentliche Aufflackern von begründetem Ärger sehe ich als wichtigen Hinweis, dass was nicht stimmt.

    Wie wir nun aber schon länger wissen, gibt es nix, was es nicht gibt, somit erübrigt sich eine Antwort auf deine Titelfrage – das einzige, was man vielleicht noch nicht ganz im Griff hat, ist das Händling von so viel Wissen. 😉

  2. Interessant – also ich sehe gerne Fußball, manchmal, weil es auch ein paar ganz nett anzusehende (hinreißende?) Fußballer gibt (ich weiß, das disqualifiziert mich eigentlich als echter Fußballfan, hach, und es wär echt schade, wenn die alle schwul wären…) und ich lasse mir möglichst keinen Tatort entgehen (gleich geht’s wieder los :))) Und ja, ich finde die Furtwängler auch hinreißend schön – Oje, bin ich jetzt lesbisch? Das ist alles nicht so einfach wie es aussieht, nicht wahr?
    Jedenfalls, die Kommentare aus der Fußballerwelt waren der Hammer und zeigen wie schlimm es in Wahrheit um die Toleranz steht, schade!
    Schönen Sonntag-Tatort-Abend! Uta

  3. …ich sehe weder Tatort noch Fußball…und finde Menschen manchmal recht wunderlich…

    mir scheint es völlig gleich, ob einer schwul oder grün-gestreift oder sonst etwas ist.

    Vielleicht liegt es genau daran, dass ich diese Wissenslücken aufzuweisen habe?

  4. Vielleicht liegt die Unterstellung auch darin, die schwulen Fußballer würden über ihre sexuelle Orientierung lügen.
    Da wäre ich jedenfalls emöprt, wenn man mir unterstellen würde, bestimmte Dinge bewußt falsch darzustellen aus Sorge, die Wahrheit käme nicht gut an.

    Fremdenfeindlichkeit und Schwulenfeindlichkeit haben nur eins gemeinsam: sie richten sich gegen Minderheiten. Oder vielleicht noch eins: sie hatten in den vergangenen Jahrhunderten durchaus Eingang in der besseren Gesellschaft.

    Den Tatort habe ich wieder einmal nicht sehen können; dazu bräuchte ich eine „Schüssel“.

        1. Da mir Maria Furtwängler bisher kein Begriff war – ich schaue weder Tatort noch – mit Ausnahme der Weltmeisterschaften – Fussballspiele, habe ich versucht, diese eklatante Wissenslücke zu schließen. Natürlich war mir der Name Furtwängler ein Begriff und wenn ich an seine dirigierten Stücke denke, waren diese hinreißend. Und siehe da, er ist der Großonkel von Maria. Für diejenigen, die sich unter Wilhelm Furtwängler nichts vorstellen können: Er war ein Symbol. Er verkörperte – vor der großen Öffentlichkeit, ja in den Schlagzeilen der Weltpresse – nicht erst seit 1933 – wie kein anderer deutscher Musiker die deutsche Tonkunst. 1945 erhielt Furtwängler wegen des ihm vorgeworfenen Verhaltens während des Dritten Reiches von den amerikanischen Besatzungsbehörden zunächst Dirigierverbot.
          Der Fürsprache der «entarteten» Musiker Paul Hindemith, Yehudi Menuhin, Szymon Goldberg sowie seiner langjährigen jüdischen Sekretärin Berta Geissmar verdankte es Furtwängler, dass er 1947 freigesprochen wurde.

  5. Nein natürlich gibt es keine schwulen Fussballspieler. Wir wissen doch, dass alle Schwulen entweder Friseure, Maskenbildner oder Schauspieler am Theater sind. Es gibt auch keine schwulen Schlosser oder KFZ Mechaniker, denn dass sind doch zutiefst männliche Berufe, solche wofür man ordentlich Haare braucht auf der Brust!

    Ich lach mich schief! Gut geschrieben dein Blogtext!! ;o)

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