Journal vom 20. Juli

Gestern zum ersten Mal in diesem Jahr im Schwimmbad gewesen. Während der heißen Tage im Juni waren wir ja unterwegs am Nordkap. Glücklicherweise hat die Stadt Wetzlar ihre Pläne, das wunderschöne Freibad „Domblick“ zu schließen, zurückgezogen. Abends wollten wir dann mit Freunden ins Weindorf an der Lahn, aber da setzte dann das angesagte Gewitter ein.

Inzwischen bin ich wieder so fit, dass mir die Strecke den steilen Berg hier hoch mit dem Rad nichts ausmacht. Gut, ein E-Bike – aber auch da muss man ziemlich strampeln. Gestern musste ich aber nur einmal in die höchste Stufe schalten.

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Ich habe jetzt ein Ehrenamt übernommen: ich werde im Lahn-Dill-Kreis für die Deutsche Herzstiftung als Beauftragter tätig sein. Diese Aufgabe bedeutet vor allem, Kontakt zu Kliniken, Ärzten und Einrichtungen zu halten, die mit der Herzstiftung kooperieren und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Zum Beispiel bei der Vorbereitung der „Herzwochen“, die alljährlich im November stattfinden. In diesem Jahr unter dem Motto „Das schwache Herz“.

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Während ich in der Muckibude strample, kann ich Fernseh gucken – heute konnte ich das Statement von Außenminister Gabriel zum Verhältnis zur Türkei hören. Ich beneide die Regierung nicht um ihre Aufgabe, angemessen zu reagieren. Eher hätte ich mir noch etwas schärfere Reaktionen gewünscht, aber man muss auch noch etwas in Hinterhand haben.

Ich liebe die Türkei, insbesondere Istanbul. 1988 war ich zum ersten Mal dort, dann noch zweimal eine Woche. So gerne hätte ich der Liebsten diese tolle Stadt einmal gezeigt. Ob das in unserem Leben noch einmal möglich sein wird?

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Und natürlich muss man am 20. Juli auch an die Männer und Frauen des Widerstandes gegen Hitler denken, auch wenn der Tag immer mehr in Vergessenheit gerät.

Ich erinnere mich: in irgendeinem Jahr fuhr ich, Schüler noch, an einem 20. Juli in die Ferien zu meiner Oma. Tieftraurig saß ich im Zug und dachte an die, die ihr Leben einsetzten.

War der Putschversuch gegen Erdogan die letzte verpasste Chance?

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Heute Nacht vor 49 Jahren saßen wir im Zelt in Bieber, ganz hier in der Nähe. Zum ersten Mal hatten wir in unserem Jungscharlager ein Stromaggregat aufgebaut. Bis dahin kannten wir in den Zelten nur Petroleumlampen und in der Küche Gas.

Von einem Fernsehladen hatten wir einen Schwarzweißfernseher geliehen und nun saßen wir da und guckten zusammen die Mondlandung. Unglaublich.

 

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