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(K)ein bisschen weise

Als mein Vater 60 wurde, schenkte ich ihm das Buch „…und kein bisschen weise“, die Autobiographie von Curd Jürgens, die er auch zu seinem 60. herausgegeben hatte.

An das Buch erinner ich mich überhaupt nicht mehr. Nur noch an den Titel. Es gibt ja Titel, die sagen mehr als 500 Seiten Text.

Kein bisschen weise. Und das mit 60.

Curd Jürgens – deshalb komme ich darauf – ist heute vor 30 Jahren gestorben. Der „normannische Schrank“ wurde er manchmal wegen seines stattlichen Aussehens genannt. Ein Kerl von einem Mann.

Ich habe nie davon gehört, dass er soff. Aber auf die Frage, wieviel Flaschen Whisky er eigentlich trinke, antwortete er einem Reporter:

Ich glaube, das ist höchstens eine am Tag

Ich bin kein Whiskytrinker. Aber ich wäre gerne einer. Ich finde, das hat Stil. Abends ein Glas Whisky. Daran riechen. Gegen das Licht halten, schwenken, riechen, auf der Zunge rollen.

So etwa muss das doch gehen.

Mit 61 sollte ein Mann das können.

Vor ein paar Jahren hat mir meine Tochter eine Flasche guten Whisky zu Weihnachten geschenkt. Sie arbeitet ja in einem Spitzenhotel und da konnte sie sich vom Fachmann etwas empfehlen lassen.

Er war wirklich gut, aber es hat lange gedauert, bis die Flasche leer war.

Neulich gab es dann eine Flasche angeblich guten Whisky im Sonderangebot. Ich habe sie mitgenommen. Und letzte Woche mir abends daraus ein Gläschen eingegossen.

Pfui Deibel!

Heute habe ich die Flasche in den Ausguss geschüttet. Ich werde lieber sparen, damit ich mir einen wirklich guten kaufen kann.

Wenn Sie eine Empfehlung haben, gerne.

„Heute vor 30 Jahren starb Udo Jürgens“, habe ich heute morgen per Twitter und Facebook in die Welt posaunt. Nicht dass ich die beiden verwechselt hätte.

Es war einfach eine Fehlleistung. Aber peinlich.

Udo war ja der, der nicht nach Whisky verlangte, sondern immer sang „Kriech isch en Wein?“. Was meinen Alltagvorlieben sogar noch eher entspricht.

Bin ich ein bisschen weise mit meinen 61? Oder kein bisschen? – Am liebsten wäre ich wohl beides. Vielleicht geht das ja sogar. Lebensweise und immer noch neugierig.

Auf einen guten Whisky zum Beispiel.

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