nichtallzufromm

Seite für Reisen, Fotografie und Gott und die Welt

Es ist leichter, überheblich zu sein als stolz zu sein

Hoffart

Wortkaskaden quellen aus seinem Mund: „Was bin ich doch für ein Kerl!“. Manche müssen dazu gar nichts sagen. Man sieht ihnen an, was sie von sich halten. „Hoffart“ nannten die Alten das. Selbst das neuere Wort „Hochmut“ ist schon längst veraltet.

„Hoffart“ und „Hochmut“ waren in der ursprünglichen Bedeutung durchaus positive Begriffe, „Hoffart“ meinte die „hohe Art, zu leben“, „Hochmütig“ ist, wer „hohen Gemütes“ ist. Aber beide Begriffe wurden bald nur noch verwendet, um das Gegenteil auszudrücken: „Hochmütig“ ist der, der sich über andere erhebt.

„Hochmütig“ ist also noch etwas anderes als „eingebildet“: „eingebildet“ kann man sozusagen für sich sein. Man kann sich hoch schätzen und dabei vielleicht auch überschätzen, aber das muss niemanden stören. Erst wenn ich dabei andere herabstufe, wird daraus Hochmut.

Wie könnte man heute dazu sagen? Vielleicht am ehesten „Überheblichkeit“ oder „Arroganz“?

Etwas ganz anderes ist es, „stolz“ zu sein.

Merkwürdig: es fällt vielen Menschen leichter, überheblich zu sein als stolz zu sein.

Stolz ist eine Wertschätzung der eigenen Person. Die fällt vielen schwer. Überheblichkeit kommt oft gerade aus dem Gegenteil: weil ich mir meiner selbst im Grunde nicht sicher bin, versuche ich mich höher zu machen als ich bin.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

3 Kommentare

  1. Manulan 28. April 2010

    Hochmut rührt nicht selten von der Vorstellung her im Besitz einer wichtigen anderen Menschen nicht zugänglichen Wahrheit zu sein. Das Gefühl, erwählt zu sein ist in dieser Hinsicht nicht ungefährlich. Richard Friedenthal nennt in seiner Goethe-Biographie in diesem Zusammenhang die pietistischen Kreise in denen das Fräulein von Klettenberg verkehrte „die Demütigen im Geiste, die ihren eigenen stillen Hochmut hatten“.

  2. Loco_just_Loco 27. April 2010

    „Buttons are Hochmut“, sagt die junge Amish-Frau zu Harrison Ford, in „Witness“ („Der einzige Zeuge“). Deshalb tragen die Amish keine Knöpfe an ihrer Kleidung.

    Ja, Arroganz ist leichter als Stolz. Stolz – rechter Stolz, nicht der falsche – baut immer auf einer Leistung auf. Arroganz ist meist ein Zeichen von Mangel, nämlich Mangel an Selbstbewußtsein.

  3. Anonymous 27. April 2010

    Ja genau….das ist eine Erkenntniss die ich auch machte…

    Es gibt Menschen die sich selber als so super selbstbewust bezeichnen und dabei andere nieder machen, dass mir schlecht wird.

    Ich finde das Überheblichkeit eine Schwäche ist die sich oft hinter Worten wie Selbstbewustsein oder Weisheit (gerne auch die des Alters *sorry*) versteckt.

    Stolz hat für mich mit dieser Überheblichkeit nix zu tun. Stolz ist etwas was ich auch erarbeite, weitergebe und lebe….eben ähnlich der Musketiere…einer für alle, alle für einen….

    Danke:)

Antworten

© 2022 nichtallzufromm

Impressum - Datenschutz - Cookie Einstellungen