Mascha Kaléko

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tod derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind ?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

Gestern ist C. gestorben, mit 41 !
Der optimistischste, lebensfreudigste und zugewandeste Mensch, den es gibt.
Gott, du bist so ungerecht

C. hat mir Mascha Kaléko nahegebracht. Meine Tochter Mascha verdankt C. soviel!

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