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Oh when the Saints go marching in, ja da will ich auch dabeihei sein..

Wie man hört, soll Johannes Paul II selig gesprochen werden.

Ich gönne ihm das von Herzen, wenn es der himmlischen Wahrheitsfindung dient.

Nun weiß ich nicht, ob ein Selig Gesprochener im Himmel leichter Einlass findet als unsereiner und glücklicherweise werden wir das auch erst dereinst am Himmelstor erfahren.

Aber schließlich hat er ein Wunder vollbracht!

Er hat eine Ordensschwester von ihrer Parkinson-Krankheit befreit.

Und was vollends ein Wunder ist: dies tat er nicht etwas durch Handauflegung. Nein, als das Wunder geschah, lebte er schon gar nicht mehr.

Vielmehr flehte die Schwester im Gebet ihn nach seinem Tod an, sie von der schlimmen Krankheit zu befreien. Und das Wunder geschah.

Glücklicherweise gibt es auch eine Ampulle Blut von ihm, die nun als Reliqiuie aufbewahrt werden kann.

Seliggesprochene sind ja noch keine Heiligen, aber sicher dürfen sie sich in die Schar derer einreihen, die dereinst einmarschieren. Das wird eine illustre Schar sein.

Nehmen Sie einmal allein die Heiligen, dere heute, am 15. Januar, gedacht wird.

Allen voran Paulus von Theben.

Das war ein frommer Einsiedler, der 90 Jahre in einer Höhle gelebt haben soll. Ein Rabe brachte ihm täglich ein Brot.

Als der Hl. Antonius den frommen Mann besuchen wollte, bekam er den Weg von furchterregenden Tieren gezeigt, die aber ganz friedlich waren. Paulus wollte ihn erst nicht in seine Höhle lassen, aber schließlich fielen die beiden Heiligen sich doch in die Arme.

Und an diesem Tag brachte der Rabe zwei Brote statt eines.

Als Antonius starb, kamen zwei Löwen und gruben ihm eine Grube. Womit, weiß ich nicht, vielleicht mit den bloßen Pfoten! Wunder über Wunder.

St. Paulus klar, gutes Jahr, bringt er Wind, regnet’s geschwind

Oder nehmen Sie Alexander Akoimetes.

Der gründete ein Kloster am Euphrat, in dem die Mönche ununterbrochen das Gotteslob sangen. Man nannte sie deshalb „Die Schlaflosen“.

Und Alexander ist es gelungen 30 Räuber, die ihn überfallen wollten, zu bekehren und mit ihnen auch ein Kloster zu gründen.

Oder nehmen Sie Makarius, den Ägypter.

Der hat, als ein Besucher seines Klosters an der Auferstehung Jesu zweifelte, kurzerhand einen herumliegenden Verstorbenen ebenfalls von den Toten auferweckt.

Einmal fand Markarius einen Totenschädel in der Wüste. Und dieser Schädel erzählte ihm, dass in der Hölle es den dort Schmorenden Erleichterung verschafft, zu Gott zu beten.

Nicht nur, dass Makarius Tote auferwacken und mit den Totenschädeln reden konnte. Er war auch so etwas wie der erste Schönheitsheiler.

Das ist aber eine ganz merkwürdige Geschichte.

Da hatte nämlich ein lüsterner Mann seine Frau in eine Stute verwandelt. Wie und zu welchem Behufe er dieses Wunder vollbrachte, ist nicht überliefert.

Aber dem Hl. Markarius gelang es, der bedauernswerten Frau ihr menschliches Aussehen zurück zu geben.

Jetzt habe ich Ihnen nur ein paar der Heiligen dieses heutigen Tages genannt.

Aber Sie bekommen vielleicht eine Ahnung von der immensen Wundertätigkeit der Heiligen, von der wir Normalsterblichen oft keine blasse Ahnung haben.

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11 Kommentare

  1. GerhardIngold 18. Januar 2011

    Aha, dann ist Petrus auch nicht heilig gesprochen worden. Er führte doch eine Schwester mit sich herum, wie Paulus sagte. Natürlich hat Petrus sich vom Sex als erster Papst enthalten, ansonsten hätte er tatsächlich nicht heilig gesprochen werden können.

    Ich bin übrigens noch weniger heilig als Du. Ich bin geschieden, habe vorher fundamentalistische Theologie studiert und bin dann aus Liebe zu einer Frau zum Islam übergetreten.

    Khalid

    • Loco_just_Loco 29. Januar 2011

      Petrus war auf jeden Fall verheiratet; das mit der Schwester ist mir bisher entgangen. Aber warum auch nicht?
      Die Schwiegermutter, von der gleich drei Evangelisten berichten, war jedenfalls keine Stiefmutter, sondern ehrlich erheiratet…

      Und die Sache mit dem Zölibat ist erst aus dem Mittelalter.

  2. Kehrtraud 16. Januar 2011

    Selig ist noch nicht heilig. Selig heißt nur, dass das Sündenregister so sauber ist, dass der gute Mann nicht bis zum jüngsten GEricht warten muss, wo er ja ohnehin mit Freispruch rechnen darf, sondern sofort in den Himmel Einlass findet. Die Heiligkeit ist dann die nächste Stufe.
    Ich würde ja auch gerne heilig werden. Dummerweise habe ich geheiratet. Da geht nichts mehr. Die weiblichen Heiligen waren entweder Nonnen oder aber sie haben sich lieber den Kopf abschneiden lassen u. ä. als einen Mann an sich herangelassen. Die einzige verheiratete Heilige, die ich kenne, ist die heilige Elisabeth von Thüringen. Ihr Mann hatte es aber nicht leicht mit ihr, hat sie doch ständig den Inhalt der Speisekammer ins Dorf hinunter getragen. Wobei anzumerken ist, sie hätte sich besser für gerechtere wirtschaftliche Verhältnisse einsetzen sollen als einfach nur die Leute zu füttern. Im Übrigen hat die Frau gelogen und der oberste Chef hat es auch noch mit einem Wunder gedeckt. Hat sie doch ihr Mann gefragt, was sie da unter dem Mantel herumträgt. „Rosen!“ – „Na, dann mach mal den Mantel auf!“ und da waren tatsächlich lauter Rosen! Wobei diese Szene einer gewissen Doppeldeutigkeit nicht entbehrt. Aber als Kind habe ich sie wörtlich genommen. Damals hatte ich noch Chancen heilig zu werden.

    • jahreszeiten 16. Januar 2011

      Liebe Gertraud,

      den kleinen Unterschied zwischen Selig und Heilig habe ich ja angesprochen.

      Das zu Rosen gewordene Brot hatte unsere verehrte Landesheilige der Legende nach in einem Korb und nicht unter dem Mantel. So musste der Landgraf ihr auch nicht unter den Mantel gucken.

      Neulich habe ich ja einmal über sie gebloggt:
      http://nichtallzufromm.blog.de/2010/11/17/brot-teilen-kalenderblatt-99886

      Tröste dich, auch ich werde wahrscheinlich nicht mehr heilig gesprochen. Nicht nur, dass ich eine Frau an mich herangelassen habe, ich bin sogar schon einmal geschieden und evangelisch noch dazu.

      Ich bin nicht sicher, aber ich glaube, unter den Heiligen gibt es auch keine verheirateten Männer, aber so bewandert bin ich da auch nicht.

      LG Horst

  3. Uta 16. Januar 2011

    Das sind aber alles „ganz merkwürdige Geschichten“, lieber Herr Pfarrer, besonders die mit der Ehefrau als Stute, pfui Deibel. Ich sage nur: „Männer sind Schweine…“♫♫♫ 😉
    Schönen predigtfreien Sonntag noch!
    LG Uta

    • jahreszeiten 16. Januar 2011

      Finde ich ja auch, liebe Uta. Aber dazu habe ich mir einen Kommentar verkniffen. Und nicht erfunden, sondern nachzulesen im Heiligenlexikon für den gestrigen Tag.
      Dir auch einen schönen Sonntag
      LG Horst

  4. Sabi57 16. Januar 2011

    Vielleicht hat sie ein neues Medikament bekommen….das war jetzt wirklich ketzerisch 😳

    • jahreszeiten 16. Januar 2011

      Liebe Sabi,

      das kann natürlich sein. Aber das hat ihr JP II dann sicher aus dem Himmel geschickt, wenn er da denn schon angekommen war.

      Einen schönen Sonntag wünscht
      Horst

  5. Erdlicht 15. Januar 2011

    Die Ordensschwester hat nach kath. Kirchen(straf)recht meines Wissens gesündigt. Fürbitten an Verstorbene sind erst nach Seligsprechung, mit örtlichem Bezug erlaubt.
    Das kommt wahrscheinlich einem Platzregen gleich. Wenn die goldene Wolkensäule, bzw. Himmelswohnung mit smaragdgrünem Regenbogen die Erde umkreist hat, wird heilig gesprochen. Wie das genau berechnet wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht haben die ja einen päpstlichen Meterologen.
    Jedenfalls dürfen dann alle Fürbitten an die letzte Ausatemluft des Papst richten. Wie man die vom anderen Geist (Wind, Atem, Hauch) unterscheidet wissen nur Überflieger.

    Gehirn hat Anubis schon vor langer Zeit mit Haken aus der Nase gezogen, zwecks Einbalsamierung des Pharao.
    Unter das med. Felsenbein kamen die Alten nicht.
    Strafanzeige gegen Bigboss konnte Satan = Ankläger = Staatsanwalt (USA) wegen Nichtauffindbarkeit des BigBoss nicht bearbeiten. Ich vermute, der hat sich im Abendland der umkreisten Himmelskörper aufgehalten. Der Heilige Antonius, für Suchen zuständig, ist auch nicht hilfreich.
    Dabei hatte ich den früher als Ersatz für Mondkrater Maria. Treulose Tomate.
    Kasperletheater im transplantierbarem Hohlorgan. Bummbumm.
    Ich glaube, ich mache demnächst ein Geschäft, mit Ausatemluft, in Flaschen, auf. Extra lange haltbar!
    Vielleicht werde ich so doch noch Reich GotT.

    Mensch sollte Wunderbares nicht mit Wunder verwechseln. Manches ist nichtmals wunderbar, sondern pure Veräppelung.

    Gruss Münchhausen

  6. Traumschoepfer 15. Januar 2011

    Auch „Wir“, die Menschen, die an Gott glauben, haben Wunder vollbracht. Wir haben Menschen erfreut, gaben ihnen Kraft zum Leben. Und immer noch werden – zugegebenermaßen kriminelle Taten – einiger WENIGER Menschen so aufbereitet, als wäre die Katholische Kirche ein einziger Sündenpfuhl.
    Ich schätzte Papst Johannes Paul II. sehr.
    Ich bin nun mal ein Kathole. Aber, was ich liebe und bewundere, sind Deine Einträge. Deine Texte. Deine Anschauung.
    Sie bringen mich zum Nachdenken, zum Überlegen, einfach zum DENKEN!

    Und das soll ein Kompliment an Dich sein.
    Hut ab!
    Und das schreibt ein Kathole…

    LG,
    Werner

    • jahreszeiten 16. Januar 2011

      Lieber Werner,

      Danke, das war ein schönes Kompliment am Sonntagmorgen. Das will ich auch – obwohl ich eher nicht schreibe, um zum Nachdenken anzuregen. Eher, wenn’s mir in der Feder juckt.

      Manchmal wird’s etwas despektierlich.

      Johannes Paul II war ein großer Papst, aber für die Ökumene kein Glücksfall, was man aber von seinem Nachfolger leider auch nicht sagen kann.

      Einen schönen Sonntag wünsch ich dir!

      LG Horst

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