Zuccottos, Pilzlasagne und andere Köstlichkeiten

Pilzlasagne
Zucottos

Seit ein paar Wochen habe ich eine Schreibhemmung. Und ein schlechtes Gewissen. Ihnen gegenüber.

Seit ich auf die verwegene Idee kam, vielleicht ein buch zu schreiben und dafür meinen Blog “Nachkriegskind” als Steinbruch zu verwenden, geht gar nichts mehr. Seit über zwei Monaten.

Und hier waren die sage und schreibe sechs (sic!) letzten Beiträge Küchenbeiträge. Sagen Sie selbst: so kann das doch nicht weitergehen.

In der Zwischenzeit habe ich manches köstliche Rezept einfach unter den Tisch fallen lassen. Aber von zweien muss ich Ihnen unbedingt erzählen.

Da ist zum einen die supersuperleckere Pilzlasagne. Wie Sie unschwer erkennen können, bin ich alles andere als Vegetarier – aber die war sowas von köstlich!!!

Das andere sind die Zucottos, die ich jetzt schon zum dritten Mal gemacht habe, zweimal, weil ich sie als Dessert bei Einladungen mitgebracht habe.

Jetzt fragen Sie sicher “und die anderen Köstlichkeiten?”. Gute Frage. Die kommen doch erst in neuen Beiträgen, aber ich wollte die schöne Überschrift nicht verändern.

Die Pilzlasagne

Vergangenen Sonntag hatten sich vegetarische Gäste angesagt. Also rechteigentlich sind Gäste sind ja nie vegetarisch, sondern durchaus fleischlich. Aber diese aßen nur vegetarisch.

Also beschloss ich, etwas vegetarische zu kochen, weil ich ja auf das Privileg sonntags kochen zu dürfen nicht verzichten wollte.

Ich erinnerte mich an ein Gericht, das ich zusammen mit einer Partnerin bei Dinner-on-the-Run einmal gekocht hatte und das ziemlich gut geschmeckt hatte. Ich suchte also bei der bekannten Tante nach “Pilzlasagne”. Bei der Suche stellte sich schnell heraus, dass meine Lieblingskochblogs auf ein Rezept von Yotam Ottolenghi zurückgreifen. Bis dato hatte ich von selbigem noch nie gehört, seitdem dauernd.

Ich habe es schon gesagt: es schmeckte derart köstlich, dass es sich mit allen meine Fleischgerichten messen kann.

Für die Pilze nimmt man eine Mischung aus Waldpilzen und getrockneten Steinpilzen. Dazu kommt eine Ricotta-Käse-Mischung aus verschiedenen Käsesorten, die ich zum Teil nicht bekommen habe. Also war (ein kleines bisschen) improvisieren angesagt.

Lasagne
In der Hektik vergessen, ein eigenes Bild aufzunehmen (c) manfred-steger.de

Voila, hier das Rezept. So ähnlich gefunden bei Arthurs Tochter.

5 von 1 Bewertung
Pilzlasagne
Vorbereitungszeit
1 Std.
Zubereitungszeit
1 Std.
 
Kategorie: Hauptgericht
Keyword: Vegetarisch
Portionen: 6 Personen
Autor: hpp
Zutaten
  • 25 g getrocknete Steinpilze
  • 800 g gemischte frische Pilze
  • 60 g Butter
  • 1 Schalotte
  • 1 EL Thymianblätter
  • 2 EL gehackter Estragon
  • 4 EL gehackte Petersilie
  • Salz und weißer Pfeffer
  • 550 ml Milch
  • 375 g Ricotta
  • 1 großes Ei
  • 150 g Feta zerkrümelt
  • 170 g Gruyère gerieben
  • 400 g grüne Lasagneblätter
  • 150 g Fontina gerieben, oder Mozzarella
  • 50 g Parmesan gerieben
Anleitung
  1. Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Pilze vorbereiten
  1. Steinpilze in 400 ml lauwarmem Wasser quellen lassen. Pilze ausdrücken und Flüssigkeit auffangen.

  2. In der Zwischenzeit Waldpilze reinigen.

  3. Butter in einem großen Topf zerlassen. Sobald sie schäumt, Thymian, ausgedrückte Steinpilze und die frischen Pilze zugeben und 4 Minuten anbraten. Gelegentlich umrühren.

  4. Vom Herd nehmen, Estragon, Petersilie, Salz und Pfeffer unterrühren. In eine Schüssel füllen und beiseite stellen.

Bechamelsauce vorbereiten
  1. In demselben Topf die Bechamelsauce zubereiten. Dafür Butter mit Schalotte 1 Minute anschwitzen.

  2. Mehl hinzufügen und unter ständigem Rühren 2 Minuten anschwitzen. Milch und Pilzeinweichflüssigkeit nach und nach dazu gießen, ½ TL Salz dazugeben und weiterrühren.

    Bei niedriger Temperatur weiterköcheln lassen, bis die Sauce dickflüssig ist. Vom Herd nehmen.

Ricotta-Käse-Mischung
  1. Ricotta mit dem Ei verquirlen., 3 EL Bechamelsauce und den Feta unterziehen. Den Gruyere zur restlichen Sauce geben und verrühren.

Lasagne schichten
  1. Zum Fertigstellen der Lasagne ein Fünftel der Bechamelsauce in einer Auflaufform verteilen, mit Lasagneblättern bedecken.

  2. Ein Viertel der Ricottacréme daauf streichen, dann ein Viertel der Pilzmischung darauf verteilen und mit einem Viertel Fontina bestreuen.

  3. Auf diese Weise 3 weiter Lagen einschichten. Den Abschluss bilden Lasagneblätter, die mit dem letzten Rest Bechamelsauce bedeckt werden Mit Parmesan bestreuen und locker mit Alufolie abdecken.

Backen
  1. 40 Minuten im Ofen backen, bis die Sauce an den Rändern Blasen wirft. Die Folie entfernen und weitere 10 Minuten backen.
  2. Aus dem Ofen nehmen und nochmals 10 Minuten ruhen lassen.

Die Zuccottos

“Zucottos” sind eine italienische Süßspeise und schmecken so, wie italienische Süßspeisen schmecken: süß!

Es gibt sie in vielen Variationen, als Einzelportionen oder als größere Variante für mehrere Personen. Immer werden sie in kuppelförmigen Formen vorbereitet.

So ein Ding habe ich noch nicht und so langsam, sagt die Liebste, reicht es mit Neuanschaffungen. Also habe ich kleine Portionen in Muffinformen kreiert. An der Optik muss ich aber noch etwas feilen.

Zuccotto

Koala 333 auf Wikimedia

Bei mir sehen sie ein bisschen anders aus, als hätte schon einer dran geknabbert. Aber schwöre, hab ich nicht. Wie gesagt, an der Optik muss ich noch feilen.

Zuccotti
Zuccotto

Auch hier wieder etwas, was es in einer Kleinstadt wie unserer nicht gibt: “Alchemes” ist ein italienischer roter Kräuterlikor, der original aus Schildläusen hergestellt wird.

Hier habe ich die Dinger extra für Sie vor zwei Jahren im “Tropischen Fruchtgarten” des Ehepaars Schrader fotografiert.

Cochenillelaus
Cochenillelaus
Cochenillelaus
Cochenillelaus

Die Cochenillelaus, die sich auf Kakteen ansiedelt, war schon im Alten Testament sehr begehrt, später war der scharlachrote Farbstoff, der aus den Läusen gewonnen wird, den Kardinälen vorbehalten. Heute wird “Kermes” (daher “Alchemes) zum Beispiel zum Färben von Campari verwendet. Also Vegetarier: nicht trinken!

Statt des Alchemes habe ich einmal einen “Liquer de Violette” verwendet, dieses Mal eine “Winterpflaume”.

Buttercreme herstellen ist nicht ganz einfach. Beim ersten Mal habe ich die aufwändige französische Art angewendet. Dieses Mal die einfach anzufertigende amerikanische Art. Sehr einfach geht auch die deutsche Art, bei der Puddingpulver verwendet wird. Das braucht aber seine Zeit, weil der Pudding (einige Stunden) auf Zimmertemperatur abkühlen muss.

Das Rezept fand ich bei “lamiacucina“, ich habe es ein bisschen verändert.

5 von 1 Bewertung
Zuccottos
Vorbereitungszeit
1 Std.
Zubereitungszeit
1 Std.
 
Kategorie: Dessert
Länder & Regionen: Italienisch
Portionen: 7 Portionen
Autor: hpp
Zutaten
Für die Buttercreme
Deutsch
  • 1 Pck Vanillepudding
  • 250 g Butter weich (Zimmertemperatur)
  • 500 ml Milch
  • 50-80 g Zucker
Amerikanisch
  • 3 EL Flüssigkeit z.B. warmes Wasser
  • 150 g Butter weich (Zimmertemperatur)
  • 250 g Puderzucker fein gesiebt
  • 1/2 TL Salz
Für die Zuccotos
  • ca. 12 Löffelbiscuits Savoiardi
  • ca. 60 g Amaretti
  • 40 g Kakao ungezuckert
  • Alchermes
  • 1 kleiner Espresso Ristretto
  • 3 EL grüne Pistazien gehackt
  • etwas Kirschwasser oder ähnliches
Anleitung
  1. Amaretti zerbröseln und vorsichtig mit dem Espresso beträufeln.

  2. Savoiardi bzw. Löffelbisquits (ebenfalls vorsichtig) mit Alchermes o.ä. einweichen.

Buttercreme vorbereiten
Deutsch
  1. Butter aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen.

  2. Aus Puddingpulver, Zucker und Milch nach Packungsanleitung, aber mit 80 g Zucker einen Pudding zubereiten. Pudding in eine Schüssel füllen, Frischhaltefolie direkt auf den heißen Pudding legen und erkalten lassen (nicht kalt stellen).

  3. Den auf Zimmertemperatur abgekühlten Pudding mit einem Mixer (Rührstäbe) verrühren.

  4. Butter in eine Rührschüssel geben, mit dem Mixer (Rührstäbe) kurz auf niedrigster Stufe geschmeidig und dann auf höchster Stufe schaumig rühren.

  5. Den Den Pudding esslöffelweise zu der schaumigen Butter geben und dabei weiterschlagen. So lange weiterschlagen, bis eine gleichmäßig glatte Creme entsteht.

Amerikanisch
  1. Butter, Aroma (Vanille o.ä.) und Salz ca. 5min luftig aufschlagen.

  2. Dann nach und nach den gesiebten Puderzucker zufügen und dabei weiter aufschlagen. Nach etwa ⅔ langsam Flüssigkeit zuzufügen, nur wenige Tropfen immer unter Rühren zufügen (soviel wie eben benötigt)

  3. Dann esslöffelweise den gesiebten Puderzucker zufügen und alles aufschlagen. Etwa nach ⅔ der Puderzuckermenge muss man beginnen, langsam Flüssigkeit zuzufügen. Es werden nur wenige Tropfen benötigt, immer unter Rühren gerade nur so viel zufügen, wie benötigt wird

  4. Man kann etwas weitere Flüssigkeit zufügen, um die Konsistenz weicher zu machen.

In zwei Teile trennen
  1. Die Buttercrememasse in 2 Teile trennen. Unter die eine Hälfte gesiebten Kakao rühren

Zuccottos schichten
  1. Nun folgt die Montage: in die mit Küchenfolie ausgelegten Kalottenförmchenen werden erst Pistazien eingebröselt, dann ein TL eingeweichte Amaretti, darüber eine Schicht dunkle Buttercreme, schliesslich die helle Buttercreme und zuoberst die Alchermesbiskuits.

  2. Formen mit Küchenfolie auslegen (oder Papierformen einlegen)

  3. Zuerst Pistazien einbröseln, darauf ein TL eingeweichte Amaretti.

  4. Darauf folgt eine Schicht dunkle Buttercreme, darüber die helle Buttercreme.

  5. Ganz oben kommen dann die Alchermesbisquits.

  6. Das Ganze wird über Nacht in den Kühlschrank gestellt.

  7. Serviert werden die Sucottos dann umgedreht, evtl. mit Beeren garniert.

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