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Spargel zu Johannis am Letzten

Nein, den Ausdruck „Johannis am Letzten“ gibt es meines Wissens nicht wirklich. Nur „Matthäi am Letzten“ gibt es im Volksmund. Wenn einer die Hosentaschen umdrehen muss, bankrott ist, dann ist bei ihm „Matthai am Letzten“.

Aber was, wenn kein Spargel mehr da ist? Dann ist halt, finde ich, „Johannis am Letzten“. Ab Johannis gibt es keinen Spargel mehr. Jedenfalls wird keiner mehr geerntet. Das ist eine alte Übereinkunft der Spargelbauern und noch immer halten sie sich daran – ohne Gesetz. Jedenfalls im „Ried“, unserem heimischen Spargelanbaugebiet.

Nun könnten Sie sagen, „Spargel gibt’s doch immer“. Stimmt natürlich. Aber das ist Frevel. Ich maße mir nicht an, genau Bescheid zu wissen, zu welchen Zeiten welches Gemüse, welches Obst Saison hat. Aber muss man wirklich da ganze Jahr über Spargel, Erdbeeren, Pilze essen.

Dass zu Johannis – also am Johannistag – Schluss mit Spargel ist, ist eine kluge Übereinkunft und kann uns manches lehren. Spargel darf nicht ungezügelt „gestochen“ werden, er muss in der Erde für den Winter neue Kräfte sammeln. Ein altes Beispiel für traditionelles nachhaltiges Wirtschaften.

Spargel

Heute ist also wieder Johannistag und in meiner Gemeinde das beliebte traditione
lle Spargelessen. Wie es aussieht, wohl nicht im Garten dieses Mal. Schade.

Am Johannistag wird die „Höhe der Zeit“ gefeiert. 6 Monate vor der Geburt Jesu wird Johannes der Täufer geboren. Der wieder verweist auf den, „der größer ist“.

Dietrich Bouts, der Jüngere: Johannes in der Landschaft, um 1470, Alte Pinakothek in München

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