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In Tavira an der Ostalgarve

Unsere Rundreise durch Andalusien haben wir ja am Flughafen Faro begonnen. Vor allem, weil wir im Anschluss eine Woche an der Ost-Algarve bleiben wollten. Das hatte seinen guten Grund:

Lieblingsort an der Algarve

Seit ich 1982 zum ersten Mal an der Algarve war, ist Tavira ganz im Osten der Algarve mein Lieblingsort. Damals war das ein ganz verschlafener Ort, den man nur über eine feldwegartige Straße erreichen konnte. Wir wohnten in einer kleinen Pension am Rio Gilhão. Auf der anderen Seite gab es ein wunderbares Restaurant, eines der besten an der Algarve mit einem traumhaften Blick auf den Fluss.

Ein paar Kilometer weiter kommt die Grenze zu Spanien, die man damals nur mit einer Fähre überqueren konnte. Natürlich nicht, ohne seinen Reisepass vorzuzeigen. Später, aber immerhin schon 1991 wurde eine Brücke gebaut.

Heute kennen vielleicht viele eher ein kleines Dorf in der Nähe von Tavira. In Luseta kann man echt lost gehen.

Mit der Fähre nach Vila Real

Aber natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, von Spanien nach Portugal mit der kleinen Fähre nach Vila Real de Santo António in Portugal überzusetzen.

Warten auf die Fähre

Tavira

Das schöne Restaurant von damals gibt es nicht mehr. In dem Haus ist jetzt ein irischer Pub.

Blick auf die
Nostalgische Erinnerung

Wir wohnen in einem traumhaften kleinen privat geführten Hotel, dem São Paulo Boutique Hotel. Dazu muss ich eine kleine Geschichte erzählen: Ca. einen Monat vor unserer Reise bekam ich eine Mail, dass die Reservierung dieses Hotels auslaufe, wenn nicht innerhalb von zwei Tagen die Restsumme bezahlt wurde. In der Mail war die Buchung mit der Rechnung angezeigt. Um die Geschichte abzukürzen: das war eine sehr gut gemachte Pishing-Mail. Die einzige, auf die ich in meinem Leben hereinfiel. Ich bezahlte und schrieb eine Mail an das Hotel, erzählte, dass deren Datenbank wohl gehackt worden sein und fragte, ob sie einen Nachlass geben würden. Es kam keine Antwort und wir fuhren trotzdem dorthin. Die überaus freundliche deutsch sprechende Besitzerin, war in Urlaub gewesen und bot mir an, dass wir uns den Schaden teilen.

Kirche von São Paulo
Kirche von São Paulo

Das Hotel liegt in sehr schön in der Altstadt an der Kirche unserer lieben Frau von der Hilfe.

Frühstück im Garten
Es gibt sogar einen kleinen Pool
Hier lässt es sich aushalten

Glich nebenan lässt es sich gut essen.

Stadtrundgang

Tavira ist eine sehr alte Stadt. Eine Siedlung gab es hier wohl schon in der Kupferzeit (~bis 5000 v. Chr.). Die Römer besetzten es 200 v.Chr. Einen Höhepunkt in seiner Entwicklung erlebte es zwischen dem 8. bis 13. Jahrhundert während der Herrschaft der Mauren. Lange Zeit hatte es jedoch den bedeutendsten Hafen der Algarve.

Unser kleiner Stadtrundgang startet an unserem Hotel am zentralen Jardim da Alagoa. Der Garten an der Praça Dr. António Padinha ist eine kleine grüne Oase.

Denkmal des Bischof D. Marcelino Franco
Denkmal Bischof D. Marcelino Franco

Die Römische Brücke stammt trotz ihres Namens wohl aus der Maurenzeit. Beim Erdbeben 1655 wurde sie zerstört und später wieder aufgebaut. Sie gilt mit ihren sieben Bögen als ein architektonische Meisterwerk, das Jahrhunderte überdauert hat.

Die römische Brücke
Römische Brücke
Straßenmusiker sitz auf einem kleinen blumengeschmückten Dreirad-Transporter
Hier ist immer viel los

Über den Praça da República gehen wir durch die R. da Liberda. Über eine schmale Treppe geht es rechts hoch zum Castelo de Tavira.

Treppe an der Burgmauer
Am Castelo

Die Geschichte der Burg geht bis ins 2. Jahrhundert v.Chr. zurück, das meiste wurde von den Mauren erbaut. Heute stehen nur noch ein paar Mauern, aber mit den wunderschönen Gartenanlagen zwischen den Mauern, dem Blick hinüber bis zum Naturpark Ria Formosa, zum Meer und hinunter zur Altstadt bekommt man einen Eindruck von der einstigen Pracht dieser Burg und der kleinen Stadt.

Blich auf den Fluss und die gegenüberliegende Stadtteile
Blick von der Burg

In unmittelbarer Nähe gibt es zwei ehrwürdige Kirchen: Die Igreja de Santa Maria do Castelo  wurde wohl im 13. Jahrhundert über einer Moschee erbaut. Die Igreja de Santiago stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, beide Kirchen wurden allerdings beim Erdbeben von 1755 schwer beschädigt und dann wiederaufgebaut.

Burgmauer, dahinter die Igreja de Santa Maria do Castelo
Igreja de Santa Maria do Castelo 
Durch die Gärten sieht man auf die Kirche von Santiago
Die Igreja Santiago

Geht man nach Nordosten die Gasse Largo da Misericórdia hinunter kommt man am Museum vorbei und sieht die Ausgrabungen aus der phönizischen Zeit Taviras um 800 v. Chr.

Ausgrabungen und Restaurierung von Fundamenten aus phönizischer Zeit
Fundamente aus phönizischer Zeit

Die Gasse führt durch das alte Stadttor zurück zum Platz der Republik. Die Liebste ist schon im Stadttor, ich rufe sie zurück, weil wir noch einen Schlenker wieder hoch zu den beiden Kirchen und dann erst wieder runter zum Fluss machen.

Die Liebste geht schon durch das alte Stadttor
Das alte Stadttor Dom Manuel
Blick durch ein Tor zum Sehnsuchtsort
Blick zurück auf meinen Sehnsuchtsort

Strände

Die Strände sind in Tavira wie an der gesamten Ost-Algarve vorgelagert. Um dorthin zu kommen, muss man die Lagune überqueren. Hat man das erst einmal geschafft, findet man wunderschöne weiße Sandstrände. Zur  Ilha de Tavira kommt man mit dem Boot direkt von Tavira aus über den  Rio Gilhão, zum Praia do Barril überquert man eine kleine Brücke und kann dann mit einem Bimmelbähnchen zum Stand fahren.

Blick vom Boot am Rio Gilhão entlang
Mit dem Boot fahren wir über den  Rio Gilhão zur Ilha de Tavira.
Luke zur Kommandobrücke, vollgehängt mit Schnullern
Hier werden Schnuller gesammelt
Wartende Passagiere auf dem Kai
Halt am Cais das Quatro Águas

Unterwegs wird Halt am Cais das Quatro Águas gemacht. Von hier geht die Fähre das ganze Jahr über, voon Tavira aus nur in den Sommermonaten.

Strand
Strand

Am Praia do Barril gab es bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts eine kleine Siedlung von Thunfisch-Fängern. Als der Fang aufgegeben wurde, wurden die Häuser zu Geschäften und Bars umgebaut. Auch die Bimmelbahn stammt aus dieser Zeit, sie diente den Fischern als Transportmittel. Zur Erinnerung an diese Gemeinschaft errichtete man einen Ankerfriedhof aus den rostenden Ankern der Fischerflotte.

Hier sind Hunderte von Ankern zu einem Ankerfriedhof versammelt.
Ankerfriedhof
Sogar Schatten gibt es

Abschied

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