Von Portugal nach Spanien

4. und 5. Juni 2018 - Tage 6 und 7

Von Vila Playa de Ancora nach Caminha
Montag, 4. Juni – Tag 6

Heute war ein kurzer und recht schmerzloser Wandertag. Wir hatten nur etwa 10 km zu laufen, um in den portugiesischen Grenzort Caminha zu kommen.

Der Minho ist hier der Grenzfluss zu Spanien. Mit der Fähre kann man dort übersetzen. Natürlich ihne jede Kontrolle – man merkt gar nicht, dass man in einem anderen Land ist.

Wie anders war das 1982, als ich hier das erste Mal war. Stempel in meinem alten, aufbewahrten Reisepass erinnern noch an die Kontrollen. Um in Spanien und Portugal bezalen zu können, musste man einen Vorrat an Schecks dabei haben. Immerhin hab es schon Euroschecks, die man überall bis zu 400 DM einlösen konnte. Günstiger war, ein Postsparbuch dabei zu haben. Mit ihm konnte man überall kostenlos Geld zum günstigsten Wechselkurs abheben.

Für eine Überland-Fahrt nach Portugal musste man Francs, Peseten und Escudos schon zuhause eingetauscht umd dabei haben, um einigermaßen problemlos über die Runden zu kommen.

Unser Weg heute führte uns die ersten 4,5 km am Atlantik entlang. Linkerhand der Atlantik, rechterhand eine fast irisch anmutende Landschaft  mit kleinen Hütten mit Ziegen, Schafen und Pferden.

Die zweite Hälfte ging es dann etwas landeinwärts weiter. Hier setzte dann der Regen ein, der uns den ganzen nächsten Tag (und wie ich das schreibe, weiß ich noch nicht, für wie lange darüber hinaus) begleiten soll.

Von A Guarda nach Oia
Dienstag, 5. Juni 2018 – Tag 7

Da es Frühstück im Hotel erst ab 8 Uhr gab und die Fähre über den Minho zu jeder vollen Stunde fährt, schafften wir erst die Überfahrt um 10 Uhr.

Gegen 1/2 11 waren wir dann in Spanien – halt nein, gegen 1/2 12, denn Portugals Zeit geht eine Stunde nach. Mit uns eine ganze Reihe von Pilgerern oder Wandergruppen, aber an diesem Tag haben wir auf der ganzen Strecke keinen einzigen gesehen, wahrscheinlich sind sie alle mit einem Bus gefahren oder sind umgekehrt. Denn für den ganzen Tag ear 100 % Regenwahrscheinlichkeit angesagt und es kam die doppelte Menge😅.

Trotzdem waren wir den ersten Teil des Weges guter Laune. Schon nach knapp 3 km kehrten wir ein,um einen Kaffee zu trinken, weil wir nicht wussten, wann wir wieder etwas finden würden. Zu unserem Kaffee bzw. Cola spendierte der Wirt uns armen Pilgerern Kuchen und Orangensaft.

 

Habe ich schon gesagt, dass Pilgerer überall unterwegs freundlich mit einem Bom Caminho oder Buon Camino gegrüßt werden?

Es war gut, eingekehrt zu sein, denn für den restlichen Weg fanden wir nichts, nicht einmal irgendetwas, wo wir uns einmal hätten unterstellen können.

Irgendwann verabschiedete sich die gute Laune, spätestens als unter den Regenponchos die Nässe langsam die Hosebeine hochkroch und vollend, als wir durch hohes Gras stapfen mussten.

Der einzige große Vorteil eines solchen Regens ist, dass wir nicht Gefahr liefen, in einen Waldbrand hineinzugeraten. In Portugal und in Spanien habe ich das schon häufig erlebt und verkohlte Bäume begleiteten uns auf dem ganzen Weg.

Völlig durchnässt kamen wir dann am Abend in unserem einfachen Hotel an, wo die freundliche Wirtin erst einmal die nassen Sachen über Nacht trocknete.

Ganz wider Erwarten fanden wir den manchmal nicht einfachen Weg ohne Probleme. Immer wieder hatten wir gehört, der spanische Küstenweg sei nicht gut ausgeschildert – das Gegenteil war der Fall.

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