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"So wahr mir Gott helfe" – Aygül #Özkan verwirrt die Leute

Unerhörtes geschah gestern in Niedersachsen:

Da hob Aygül Özkan die Hand zum Eid auf die Verfassung und sagte laut und vernaehmlich, wie es ihre Art ist „so wahr mir Gott helfe“.

Und schon wieder geht eine Diskussion los.

Darf die das? Darf eine Muslimin sich auf „unseren“ Gott berufen.

Kommentare im Internet:

„Im Bayerischen gab es den Trick, daß man die Schwurhand hochhielt und mit der anderen Hand den Schwur nach unten ableitete. Özkans Schwur kommt mir ähnlich vor.“

„Es gibt bei Muslimen keinen Meineid gegenüber Andersgläubigen (Christen). Soviel zum wichtigen Signal: Volldeppinnen und -deppen haben eine Ziege (statt Bock) zur Gärtnerin gemacht.“

„Es gibt sie doch noch, die Steigerungen mit denen man nicht rechnet. Gestern gegen das Kruzifix und heute der Eid einschließlich „so wahr mir Gott helfe“. Ist das nun die Vollendung der Heuchelei, die zulässige Interpretation des Korans (nach der man gegen „Gläubige“ praktisch jedes Mittel einsetzen darf) oder ist es lediglich der heute übliche Opportunismus bzw. Populismus in den Zyklen der Politbariometer?“

usw.usw.

Auch einige offizielle Kirchenvertreter zeigen sich irritiert und weisen auf Unterschiede zwischen dem christlichen „Gott“ und dem „Allah“ der Muslime hin.

Meine Meinung:

Christen glauben an den einen Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat. Wenn es nur einen Gott gibt, wie wir glauben, schließt dies aus, dass jemand an „einen anderen“ Gott glauben kann.

Unterschiede gibt es in dem, was über Gott gelehrt wird und was über und von Gott geglaubt wird. Die gibt es in der Tat, gravierende sogar, und ich bin froh, „christlich“ an Gott zu glauben.

Aber was wissen wir Menschen schon von Gott?

Meine christlichen Schwestern und Brüder werden einwenden: „Wir wissen sehr viel von Gott. Schließlich hat er sich uns Menschen in der Geschichte immer wieder gezeigt. Zuletzt ist er sogar in Jesus Christus selbst Mensch geworden“

Das glaube ich auch.

Aber andere Menschen glauben anders an Gott.

Gott wird seine eigene Meinung dazu haben.

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8 Kommentare

  1. Loco_just_Loco 28. April 2010

    „Was ein Geschiss“, würde die Oma sagen…
    denn arabische Christen nennen den Christengott „Allah“, und das Wort heißt doch nichts anderes als „Gott“. Hätte dort „der dreieinige Gott“ gestanden, wär die Sache anders, aber so seh ich da keine andere Anrufung an als daß jeder seinen Gott meint.
    Frau Schwarzer hätte vielleicht auch „so wahr mir die Göttin helfe“ gesagt, aber das steht nicht im verfassungsmäßig vorgeschriebenen Text… :>

  2. Anonymous 28. April 2010

    Was wäre passiert wenn Frau Aygül nicht den Amtseid abgelegt hätte? Für mich ein Symbol der Anerkennung der deutschen Verfassung. Denke dies hatte in diesem Moment mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen gar nichts zu tun.

    • jahreszeiten 28. April 2010

      Nein, den Amtseid muss sie ablegen. Es geht nur um die angehängte Formel: „so wahr mir Gott helfe“. Die kann entweder benutzt oder weggelassen werden.

  3. Anonymous 28. April 2010

    Ein schwieriges Thema…

    Die Sache mit dem Kreuzverbot an Schulen ist das eine…sich auf Gott zu berufen als Muslimin eine ganz ganz andere….

    Die Frage bleibt wollen wir einen interreligiösen Dialog?Und wo kann der anfangen und wo muß er enden,damit wir als Christen nicht verlacht werden???

    • jahreszeiten 28. April 2010

      „Die Frage bleibt wollen wir einen interreligiösen Dialog?“

      Die Frage ist gar nicht so sehr, ob wir wollen oder nicht. Wir brauchen ihn, weil es eine Verständigung über die religiösen Grundlagen des Zusammenlebens geben muss. In einer Stadt wie Frankfurt ist das eigentlich für alle selbstverständlich, deshalb wurde hier auch vor einigen Monaten ein „Rat der Religionen“ gebildet.

      • Anonymous 28. April 2010

        für mich ist wirklich die Frage dabei wo kann dieser Dialog anfangen und wo muß er aufhören…..denn es ist nicht immer nur gut seine Ideale über Bord zu werfen…. klar darf so ein Dialog nie doktrinär sein,aber ist ist wichtig dass wir auch unserer Religion dabei treu bleiben ansonsten machen wir uns als Christen vielleicht auch zum Gespöt anderer Religionen….

  4. Kehrtraud 28. April 2010

    Die Hilfe Gottes wäre manchmal wahrlich von Nöten. Anscheinend hilft er nicht allen. Was, wenn er ausgerechnet der Aygül hilft?

  5. united-anarchists 28. April 2010

    Die Formel „So wahr mir Gott helfe“ ist doch beliebig dehnbar.

    Gemeint sein kann jeder Gott, von guten Göttern bis zu Teufelsgöttern, und eingefleischte Atheisten mögen sich denken: „Ihr mich auch!“, wenn sie diese Formel verwenden.

    Welcher Politiker nimmt denn seinen Amtseid ernst? Wer von denen handelt denn mit dem Ziele, für das Volk das Beste zu tun?

    Lachhaft.

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