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Bin ich tabloid ?

Jedes Jahr wieder atme ich auf, wenn endlich der 30. Mai vorüber ist. Allzu tief hat hat sich damals in meine arme Kinderseele eingeprägt, dass am 30. Mai der Weltuntergang ist. Inzwischen schreiben wir den 4. Juni und die Welt steht noch.

Andererseits: gibt es etwas Tröstenderes, als wenn einen Eltern, Lehrer, der Chef oder gar die Liebste versichert „Das ist doch kein Weltuntergang“, wenn man grade mal wieder die Backofentür abgebrochen, das Klassenbuch aus Versehen angezündet, den Universalschlüssel oder den Ehering in den Müllcontainer hat fallen lassen.

Aber welcher Teufel hat die Frankfurter Rundschau geritten, ausgerechnet am 30. Mai in einem neuen Format zu erscheinen. Gibt es etwas Beunruhigenders, als wenn ein Mann nach 30 mehr oder weniger ruhigen Jahren plötzlich ein Ding mit anderem Format in den Händen hält?

Tabloid nennen sie das und ist halb so groß wie ne ausgewachsene Zeitung. Und so ein Name soll einen beruhigen`Wo kommt der eigentlich her? Homoide, das sind irgendwelche menschenähnliche Gebilde, Steroide kriegen die Radfahrer zum Frühstück, Mongoloide sagt man heute auch nicht mehr – aber was ist um Himmel „Tabloid“?

Natürlich hab ich recherchiert. Jetzt lachen Sie nicht. Tabloids nannte eine englische Arzneimittelfabrik ihre klitzekleinen Tabletten. Und das fanden die Engländer so süß, dass sie jetzt alles mögliche, was im Format etwas kleiner ist „Tabloid“ nennen. Meine Tochter würde jetzt sicher sagen: „Dann bist du ja auch ein Tabloid“.

Aber wo der 30. Mai jetzt vorüber ist, kann ich Ihnen das neue Format nur empfehlen. Wunderbar in der Badewanne zu lesen. Ich stelle fest, dass ich mehr lese, weil die Seiten übersichtlicher sind. Nur zwei Dinge ärgern mich: die Leitartikel sind nicht mehr da, so wie immer waren und die Sudokufelder sind zu klein, um klitzekleine Zifferoíde reinzukritzeln oder wie man die nennt.

Monatelang machen die einen verrückt, was da auf einen zukommt. Jedenfalls ein Weltuntergang wars nicht.

Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang
wir leben nicht mehr lang, wir leben nicht mehr lang
am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang
wir leben nicht, wir leben nicht mehr lang.
Doch keiner weiß in welchem Jahr
und das ist wunderbar.
Wir sind vielleicht noch lange hier
und darauf trinken wir.

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2 Kommentare

  1. etoile-filante 4. Juni 2007

    …wir sind noch einmal davongekommen, prost! :))

    • Loco_just_Loco 4. Juni 2007

      Genau – und jetzt mach ich die Flasche auf!

      Und diese Formatänderungen der Printmedien find ich nervig. Dann brauchst du neue Sammelordner für die Fachzeitschriften, oder die Texte sind auf einmal auf die Bilder gedruckt (und unleserlich), oder…
      bäh.

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  1. letrozole 2.5 mg

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