Vierzig Jahre alte Dias in die digitale Welt bringen

Für die Zeit meines Ruhestandes hatte ich mir vorgenommen, alte Bilder zu sortieren, vieles wegzuwerfen und das beste zu behalten. Hunderte von Fotos warten jetzt darauf, durch dieses Aussortieren zu gehen. Es fällt mir so unsagbar schwer, mich von diesen Erinnerungen zu trennen, selbst wenn sie zig-fach vorhanden sind. Papierabzüge, Negativstreifen in schwarz-weiß und bunt und viele, viele Dias.

Meine alten Fotoalben habe ich schon aufgelöst. Was mir damals praktisch erschien, Bilder einfach unter eine Haftfolie zu legen, erwies sich als Bilderkiller.

Mein Plan: ich möchte ein paar Fotobücher drucken. Nicht viele. Eins für Bilder aus meiner eigenen Familiengeschichte, eins mit Kinderbildern meiner Tochter und eines mit Tanzaniabildern. Damit habe ich jetzt angefangen.

Kokosnussbearbeitung
Kokosnussbearbeitung

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Papierbilder zu digitalisieren, ist ja noch relativ einfach. Ich lege sie auf meinen Scanner bzw. den Multifuktionsdrucker, stelle die beste Auflösung ein und kann dann mehrere Bilder auf einmal scannen und im Bildformat jpg speichern. Zeitaufwendig, aber ohne großen Aufwand machbar.

Wesentlich schwieriger wird es mit Dias oder gar mit Negativstreifen. Es gibt zwar für gar nicht so viel Geld Scanner dafür – aber soweit ich sehe, muss man da für eine akzeptable Auflösung sehr viel Geld hinlegen. Eine andere Möglichkeit wäre, das von einem professionellen Dienst machen zu lassen.

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Ich habe mich für eine andere Möglichkeit entschieden: ich fotografiere die Bilder ab. Im Internet findet man allerlei Anleitungen, wie man sich dafür etwas basteln kann.

Kamera mit Kopiervorsatz
Meine Nikon mit Kopiervorsatz

Ohne irgendetwas basteln zu müssen, geht es mit einem entsprechenden Objektiv und einem Diakopiervorsatz. Als Objektiv benötigt man eines, das für Makroaufnahmen geeignet ist, möglichst mit einem Abbildungsmaßstab 1:1. Ich nutze dafür das Nikkor 40, 2,8 zusammen mit dem passenden Kopieraufsatz von Nikon.

Das war’s. Man setzt das Dia in den Aufsatz, hält das ganze gegen das Licht, stellt scharf und fotografiert. Fertig.

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Ein paar technische Tricks wende ich dabei noch an:

  • Die Beleuchtung
    Im Prinzip reichen mein großes Fenster und die Mittagssonne aus. Aber meine Tanzaniabilder wurden in den Usambarabergen aufgenommen. Dunkle Bäume, schwarze Gesichter und dazwischen blendende Sonne. Die Bilder sind alle sehr dunkel geraten.
    Abhilfe schafft da eine Lampe, die sozusagen Tageslicht spendet. Das ist nicht nur eine Frage der Helligkeit, sondern auch der Farbtemperatur. Man bekommt sowas für knapp 20 € (mit Birne!)

    Tageslichtbeleuchtung
    Tageslichtbeleuchtung
  • Das Fotografieren
    • Ich nehme die Bilder im „RAW-Format“ auf. Dann kann ich sie wesentlich besser nachbearbeiten.
    • Ich fotografieremit eine Belichtungsreihe, nehme in Serie drei Bilder mit jeweils einer Blendenstufe mehr auf und suche dann das beste Foto aus.
    • Dafür schließe ich die Kamera direkt an den PC an und wähle auf Lightroom den „Tetheringmodus„. Die Bilder stehen mir dann fast zeitgleich auf Lightroom zur Verfügung, ich kann sie auswählen oder im Notfall auch noch einmal aufnehmen.

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Die fertigen Bilder kann ich von Lightroom aus übrigens direkt an diesen Blog oder auch an Instagram oder an Facebook schicken und von Instagram aus werden sie ebenfalls automatisch auf diesem Blog veröffentlicht. Und damit wiederum auf Facebook, Twitter und Google+.

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Man könnte die Bilder auch mit einem Diaprojektor auf eine Leinwand oder eine weiße Fläche projizieren und abfotografieren. Das Ergebnis soll nicht ganz so gut sein. Und wer hat schon noch einen alten Projektor. Außer Kirchengemeinden, bei denen steht so ein Ding immer(!) noch seit Jahren unbenutzt in einem der vielen Schränke.

Ich habe auch noch einen. Einen Braun Paximat. Halbautomatisch. Ein Designmodell. Etwas verstaubt, aber die Lampe funktioniert seit 50 Jahren. Aber ich traue dem ganzen nicht.

Mein alter Diaprojektor
Mein alter Diaprojektor

 

 

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