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Mein lieber Schwan

Vor mir geschah etwas Merkwürdiges. Zuerst konnte ich es nicht einordnen. Irgendein großes Etwas kam da durch die Luft und landete zwischen den Autos, die vor mir mehr standen als fuhren. Rushour am Messeturm.

Es kam so langsam runter,
dass ich sicher war, die Autos würden halten. Dann erkannte ich: ein Schwan. Aber die Autos hielten nicht an. Ich schaltete die Warnblinkanlage an und blieb mitten auf der Straße vor dem Schwan stehen, der da auf der Straße lag und noch etwas mit den Flügeln schlug.

Ich stieg aus.
Das Flügelschlagen war ziemlich matt geworden und Blut floss ihm aus dem Schnabel. Links und rechts fuhren die Autos an mir vorbei. Wer anhielt, war ein Straßenbahnfahrer. Er ließ einfach seine Tram mitsamt den Fahrgästen stehen und kam zu uns auf die Straße. Er sah sich den Schwan an, nahm ihn dann vorsichtig auf den Arm und trug ihn in den kleinen Park, der zwischen den Fahrstreifen liegt.

Ich war dankbar.
Ich glaube, ich hätte mich das nicht getraut. Von Kindheit an habe ich vor Schwänen Angst. „Wen soll ich anrufen?“, fragte ich den Straßenbahnfahrer. „Feuerwehr“. Er stieg wieder in seine Tram und fuhr davon. Ich rief die Feuerwehr an und erklärte ihr, was hier los ist. „Wir kommen!“

Voll Sorge beobachte ich,
wie der Schwan sich mühsam aufrichtete, noch einmal zur Straße umkehren wollte. Ich ließ vorsichtshalber mein Auto zur Warnung auf der Fahrbahn stehen. Dann torkele er auf die Straßenbahnschienen. Ich hielt mich bereit, notfalls STraßenhahn zu warnen und anzuhalten.

Nach ein paar Minuten kam die Feuerwehr.
Ich wusste nicht, dass die Feuerwehr in Frankfurt nicht nur Rettungswagen für Menschen, sondern auch einen eigenen Rettungswagen für Tiere hat. Ich zeigte den beiden Feuerwehrleuten den Schwan, der inzwischen zusammengebrochen am Rande des kleinen Teichs lag, dann verabschiedete ich mich. Als ich nach eineinhalb Stunden wieder an der Stelle vorbeikam, stand immer noch der Rettungswagen da.

Geschehen mitten in Frankfurt
. Meine Hochachtung gilt vor allem dem Straßenbahnfahrer.

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2 Kommentare

  1. Teufelchen169 23. April 2010

    Hoffentlich hat er überlebt – hört sich nach einer schlimmeren Verletzung an? Armes Tier…

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