"Guten Appetit" ?

Guten Appetit

„Guten Appetit“ zu wünschen, gehöre nicht mehr zum „guten Ton“. Ich habe das jetzt schon ein paarmal gelesen und auch bei Asfa-Wossen Asserate ist es wieder zu lesen – bei ihm weiß man oft nicht, was er nun gut findet und was nicht – aber ich weigere mich!

Ich weiß ja, dass „gemeinsame Mahlzeiten“ immer seltener werden in einer Zeit auseinanderfallender Lebens- und Arbeitsverhältnisse, dass oft genug jeder für sich isst.

Ich weiß auch nicht, ob es „Guter Appetit“ sein muss, ein vielleicht noch aus einer eher bäuerlichen Zeit stammender Ausdruck, in der man einen guten „Appetit“ hatte und brauchen konnte und der vielleicht nicht in eine Zeit passt, in der man manchem wiederum eher einen „nicht zu guten Appetit“ wünschen sollte. „Gesegnete Mahlzeit“ hat man früher gessagt, das ist auch aus der Mode und das Tischgebet sowieso. So, what now?

Aber mein striktes Veto gegen einen „guten Ton“, bei dem nicht ein gemeinsamer Beginn der Mahlzeit am Anfang steht, man sich gegenseitig etwas wünscht, vielleicht auch das Glas hebt.

Mir jedenfalls geht es so, dass ich mich sogar im Restaurant freue, wenn man denn schon einmal jemand Fremdes an den Tisch gesetzt bekommt, wenn der oder die nicht wortlos beginnt, vor sich hin zu muffeln, sondern mir zunickt, wenn mein Essen kommt und wünscht „Guten Appetit! ?

Oder was meinen Sie dazu?

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