Wann ist ein guter Tag zu sterben?

„Heute ist ein guter Tag zu sterben“, sagt Old Lodge Skins in dem wundervollen Film „Little Big Man“ immer mal wieder. Schließlich legt er sich zum Sterben nach Indianerart hin und wartet auf seinen Tod.

Als es zu regnen beginnt, steht er wieder auf: „Sometimes the magic works – sometimes not“.

Gestern starb der englische Multimillionär Jimi Heselden, als er mit einem der von ihm vertriebenen Stehrollern über die Klippen stürzte. „Ironie des Schicksals“ schreibt der „Stern“. In der Rundschau finde ich direkt unter dieser Meldung eine andere, dass eine der bekanntesten Skydiverinnen beim Sprung mit ihrem Fallschirm aterb.

Manche Menschen sterben bei dem, was sie am liebsten tun. So starb der Erfinder des Begriffs „Jogging“ – beim Jogging. Ramón Barrero, der bekannt dafür war, dass er die kleinste Mundharmonika der Welt spielte, erstickte auf der Bühne als er das Instrument versehentlich inhalierte.

Einmal abgesehen von den Schmerzen, die manche Todesarten bereiten: viele Menschen wünschen sich heute den schnellen, plötzlichen Tod. Den Menschen früher war das ein furchtbarer Gedanke.

„Bewahre uns vor einem plötzlichen Tod“, beteten die Menschen jahrhundertelang.

Ich glaube, ich möchte eher vorbereitet sterben, auch meine Liebsten sollten sich darauf einstellen können. Aber glücklicherweise kann ich es mir nicht aussuchen.

Vielleicht wäre es am besten, wenn jeder Tag ein guter Tag zum Sterben wäre. Die Frage wäre dann, wie ich mich darauf vorbereiten kann.

Wann ist ein guter Tag zu sterben?

0 Gedanken zu „Wann ist ein guter Tag zu sterben?

  1. ein guter Tag zu sterben?? gibt es den überhaupt??Abschied von den Menschen die man liebt.. ich weiß nicht ob ich vorher wissen möchte wann ich sterbe– auf jedenfall glücklich sterben… nichts mehr offen haben…

  2. Der schnelle, plötzliche Tod – „schnell“ und „plötzlich“ sind nicht das gleiche.
    Die Menschen haben (verständliche) Angst vor langem oder kurzem Siechtum, einerseits sieht heute kaum jemand einen Sinn im Leiden und andererseits ist die Hilfebedürftigkeit, die mit diesem Siechtum einhergeht ein Greuel (oder heisst es jetzt Gräuel?) für die „Lass mich, ich kann das!“-Gesellschaft der Individualisten.

    Und um die Frage zu beantworten: „übermorgen“. „Morgen“ würde bedeuten, dass ich das „Heute“ mit Abschiednehmen und Panikschieben verbringe. Angeblich räumen ja auch manche noch schnell auf (ich erinnere an den Fragebogen seinerzeit)… 😉 http://fahrtenbuch.blog.de/2010/05/21/weinen-sterbenden-nie-8642248/

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