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Neues aus Brehms Thierleben: Raupen haben schröckliche Augen

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Raupen schröckliche Augen haben? Nein? Vielleicht haben Sie sie noch nie von so nahe angesehen. Ich schon, weil Raupen sind ja eigentlich süße Tierchen Ich vergaß, ich rede von diesen grünen Tierchen, nicht von den Planierraupen, die haben gar keine Augen, glaube ich.

Einmal kam ich mit meinem Hund in einem kleinen Dorf in der Nordheide zu einem Tierarzt. Als ich im Wartezimmer saß, kam ein kleines Mädchen herein mit einem Einmachglas, schön ausgepolstert, und drinnen saß eine Raupe.

„Was bringst du denn?“, fragte der Doktor und die Kleine begann zu schniefen: „Meine Raupe, die ist ganz, ganz krank“.
„Oh, da müssen wir aber gleich mal gucken“, sagte der Tierdoktor und sah sich das Glas genauer an. Dann machte er einen Finger voll Salbe, tat wohl nur so, als würde er die Raupe damit eincremen und meinte: „Jetzt wird sie bestimmt wieder gesund“. Glücklich zog die Kleine wieder von dannen.

Meine Tochter hatte auch einmal eine Raupe, die sie im Glas hielt. Ihr erstes Haustier. Später kamen ein Meerschweinchen, zwei Zwergkaninchen, ein Hund und zeitweise eine kranke Taube dazu.

Aber ich wollte ja über die schröcklichen Augen sprechen. Die sind oft, vor allem bei den Trägspinnern im Verhältnis zum Körper übergroß.

Jetzt glauben Sie natürlich, dass die Raupen gut sehen können müssen, um ihr winziges Futter zu finden. Aber weit gefehlt: die Augen haben sie gar nicht zum Sehen, sondern um gesehen zu werden. Wenn ein Vogel die Raupe sieht, sieht er nur die großen Augen, glaubt, das sei eine Schlange, voll Schreck nimmt er sich gar nicht die Zeit, genauer hinzugucken und die Raupe ist gerettet.

Und jetzt kommt der Clou. Die Augen sind gar keine Augen, sondern nur aufgemalt. Wie hier zum Beispiel:

768px-Nachtkerzenschwaermer_Raupe

oder bei diesem fürchterlich böse guckenden Tier:

600px-Calliteara_pudibunda_Kopf

Das hier ist jetzt gar keine Raupe, ich zeige Ihnen damit nur, wie schröcklich das beim Menschen wirken würde:

180px-Gerd_Dudenhoeffer_2_fcm

FAZ: Tarnung ist das halbe Leben

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1 Kommentar

  1. Traumschoepfer 10. August 2010

    Ich habe schon lange, sehr lange keine Raupe gesehen. Bis heute. Wir saßen im „Rentabel“ in der Pause in der Sonne, und da lag es langes, buntes zu meinen Füßen. Grün in verschiedenen Schattierungen. Nur Augen, Augen habe ich keine gesehen. Leider vergaß ich meine Digicam in der Arbeit, aber morgen werde ich ein Foto in mein Blog setzen.

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