• Unterwegs in Galicien (3)

    Freitag, 21. Juni Morgens fahren wir die letzten 15 km dann weiter nach Santiago. Unser Hotel liegt zentral am Rande der Altstadt und auch in der Nähe des sehr schönen “Parque da Alameda” – und wie sich zu unserem Entzücken rausstellt, auch in der Nähe des “Momo”. Aber dazu später. Der einzige Nachteil: auf dem Platz vor unserem Fenster ist es bis in die frühen Morgenstunden laut. Die Fenster können wir nicht offen lassen. Vor einem Jahr haben wir in einem Hotel eine Ecke weiter gewohnt und so kennen wir die Gegend schon. +++ Unser erster Weg führt uns durch die engen Gassen der Altstadt natürlich zur Kathedrale. Sie wird…

  • Pazo Sta. Maria

    Unterwegs in Galicien (2)

    Die nächsten zwei Nächte verbringen wir in kleinen Idyllen: „Pazos“ sind Landgüter, in denen es Zimmer und in der Regel eine hervorragende Küche gibt. Der Begriff ist abgeleitet von „Palast“ und zeigt, dass es meist um ehemalige herrschaftliche Anwesen geht. Samstag, 15. Juni Vom „Pazo de Ludeiro“ bei Monterosso führt uns ein kleiner Spaziergang zu der Kirche und dem „Torre de Miguel“, die seit dem 14. Jahrhundert zu dem Gut gehörte. Sonntag, 16. Juni Am nächsten Tag machen wir, bevor wir weiter zum „Pazo de Marinao“ fahren, einen Abstecher zur Kirche „Iglesia San Salvador“ aus dem 12. Jahrhundert, Zentrum eines ehemaligen Klosters. Wunderschöne Fresken sind noch zu sehen. Die Hausherrin…

  • Am Belesar-Staudamm

    Unterwegs in Galicien (1)

    Von Santiago nach Portomarin Seit Donnerstag sind wir nun wieder auf dem Jakobsweg. Letztes Jahr hat uns süchtig gemacht und so wollten wir in diesem Jahr wieder ein Stück laufen. Aber im Leben ist es ja so: Weißt Du, wie Du Gott zum Lachen bringen kannst? Erzähl ihm Deine Pläne. Blaise Pascal Die Gesundheit hat mir einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Bis zum letzten Moment war unklar, ob wir überhaupt los können und an Wandern war nicht zu denken. „Schickt das Leben dir eine Zitrone, mach Limonade draus“. Und so haben wir das beste daraus gemacht und fahren nun die 100 km mit dem Mietwagen zu den schon…

  • Eine Woche mit der Apfeluhr

    Ich muss ein Geständnis ablegen: ich bin konvertiert. Nicht, was Sie denken. Das dürfte ich als Ruhestandspfarrer gar nicht, ohne meine Bezüge auf’s Spiel zu setzen. Nein, vom bekennenden Androiden habe ich mich wie vormals Eva von der Schlange verführen lassen, den Apfel zu versuchen. Nicht, dass ich mit meinem Galaxy-Smartphone nicht zufrieden gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Ich liebte es. Was mich hinüberwechseln ließ in die andere Fraktion ist die Apple-Watch. Bisher fand ich die eher affig. Nachdenklich wurde ich, als ich zum ersten Mal hörte, dass in der neuen Version Herzfunktionen eingebunden sind, die es so sonst nirgends gibt. Neben der ständigen Herzfrequenzmessung sind das vor allem zwei…

  • Cajun-Hähnchen

    Hähnchenkeule Cajun

    Das gab’s am Sonntag “Was ist denn eigentlich Cajun? Woher kommt das?”, fragte die Liebste. Ich hatte nur eine dunkle Ahnung, als gegoogelt. Die Cajuns leben in Louisanna im Süden der vereinigten Staaten und sind Nachfahren der im 18. Jahrhundert aus Kanada vertriebenen Franzosen. Die Cajun-Küche ähnelt der kreolischen Küche, ist aber entsprechend der ländlichen Umgebung deftiger. Das Rezept habe ich bei der ARD in der Reihe “Tim Mälzer kocht” gefunden. Einige Zutaten habe ich nicht bekommen und abgewandel

  • Auch auf der Autobahn ist es schön

    Drei Tage in der Eifel

    Von Donnerstag bis Sonntag waren wir in der Eifel, eine Freundin besuchen. Sie lebt in einem kleinen Dorf bei Monschau. Unterwegs machten wir natürlich halt bei Bäckermeister Utters. Ich kenne ihn seit vielen Jahren, habe ihn jetzt aber erst zum zweiten Mal persönlich getroffen. Hier habe ich vor sieben Jahren erzählt, wie ich ihn kennengelernt habe. Dieses Mal durften die Liebste und ich auch in seine Backstube. Ich erzählte, dass ich als Kind auch oft in der Backstube war. Nebenan beim Bäcker Lautenberger und später Kießlich. “Das wird wahrscheinlich noch ähnlich aussehen,” meinte Josef Utters und hatte Recht. Einen Raum höher war so etwas wie eine “Mühle”. “Dann müssen wir…

  • Kalbsbraten “Prinz Orloff”

    Prinz Nikolay Alexeyevich Orlov, wie er eigentlich hieß, war Mitte des 19. Jahrhunderts Gesandter des Russischen Zaren in Paris. Als eines Tages dieser angesehene – wenn auch kriegsversehrte – Mann beim Grafen Rothschild zu Gast war, kreierte der Koch Urbain Dubois das „Roti de veau Orloff“, das später als “Kalbsbraten a la Prince Orloff” in die feinen Küchen der Welt Einzug hielt. Und so natürlich heute auch in unsere. Orlov selbst war übrigens nicht begeistert davon, weil er die leichtere Kost liebte. Aber Dubois Kochkunst überzeugte ihn so, dass er ihn an den Zarenhof holte, später wurde Dubois Küchenchef bei Kaiser Wilhelm I. Das Gericht ist insgesamt ziemlich aufwändig, wenn…