Langsam wird Abend

Von Limburg nach Balduinstein

Lag es daran, dass es die erste Wanderung in diesem Jahr war, lag es daran, dass ich vielleicht nicht in guter Verfassung war? Jedenfalls fanden wir diese Tour ziemlich anstrengend.

Wobei wir auch über 16 km gelaufen sind und zum Teil ziemliche Steigungen dabei.

Schön war’s trotzdem.

Mit dem Auto sind wir nach Balduinstein gefahren, um von dort dann mit dem Zug nach Limburg zu fahren und von da aus den Weg nach Balduinstein zu gehen.

Schon, als wir nach Balduinstein kamen, schwante mir nichts Gutes: man fährt ziemlich steil an der schönen Burgruine vorbei bis zum Ort.

Am Bahnhof stellten wir fest, dass der Zug gerade erst abgefahren war, später, dass es zur Zeit gar keinen Zug gibt, sondern einen Bus als „Schienenersatzverkehr“.

Also kehrten wir zuerst einmal ein und tranken einen Kaffeee. Glücklicherweise fanden wir ein sehr schönes Hotelrestaurant. In einem so kleinen Ort ist es ja nicht selbstverständlich, sonntags um 10 einen Kaffee zu bekommen.

Ein Blick aus dem Fenster: wir sind auf dem Jakobsweg.

Jaobsweg

Mit dem Bus fuhren wir dann zum Limburger Bahnhof, wo wir unsere letzte Wanderung von Runkel nach Limburg auch beendet hatten.


Die Liebste wollte fast umkehren, so neblig und kühl war es noch. Aber angesichts der guten Wetterprognosen liefen wir doch los.

Durch die Stadt ging es hoch zum Krankenhaus. Kindheitserinnerungen wurden wach an Krankenhausgeruch in den 50ern und Malzbier für Kinder.

Auf dem Schafsberg
Auf dem Schafsberg

Über den Schafsberg ging es dann wieder runter in die Lahnebene und da dann immer an der Lahn entlang, bis wir vor Diez im „Neuen Mühlchen“ einkehrten.

Zum Glück waren wir nicht mit dem Radl da, sonst hätte uns der Weg schnurstraks in die Lahn geführt.

Nach Diez durch den Fluss

Ein freundliches Ehepaar, das uns ein Stückchen begleitete, weil sie die Jakobsmuschel auf dem Rucksack erkannt hatten, hatte uns den Tipp gegeben.

Inzwischen war wunderbares Wetter und da war natürlich viel los. Aber die freundlichen Kellner führten uns zu freien Plätzen und das Essen war wunderbar.


Gut, dass wir uns so gestärkt hatten, denn kurz darauf wurde es heftig.

Zunächst aber ging es am Schloss Oranienstein entlang durch die schöne Altstadt von Diez.

Im Schloss ist Bundeswehr zuhause
Altstadt
Altstadt m St. Peter Kirche (ev.)
Altstadt m St. Peter Kirche (ev.)
Grafenschloss
Grafenschloss

Dann aber ging das Elend los.

Wegen Bauarbeiten war ein Teil des Lahnwanderweges gesperrt, die Umleitung führte uns dann noch einmal über einige Steigungen um die halbe Stadt, dann ging es auf dem Höhenweg weiter nach Birlenbach undein schmales Pfädchen hinunter nach Fachingen. Ja, da kommt das „Staatlich Fachinger“ her.

Kleiner Zwischenstopp
Kleiner Zwischenstopp

Kurz haben wir überlegt, hier in den Bus zu steigen, aber wir hätten wieder lange warten müssen und es war ja noch früh…

Durch Wiesen und Felder ging es noch ein kleines Stück flach weiter, dann zeigte der Wegweiser in den Wald hinein und es ging auf einem engen Pfad serpentinenmäßg steil hinaus.

Mein Puls stieg trotz dauernder Verschnaufpausen stellenweise über 130, das sollte mein Herz eigentlich nicht haben.

Der schmale Pfad nahm kein Ende und mittlerweile drohte es sogar schon dunkel zu werden.

Ein bisschen Sorge machte mir das schon, denn rechts vom Weg ging es steil hinunter. Das nächst Mal werde ich vorsichtshalber meine Stirnlampe einpacken.

Ziemlich erschöpft kamen wir in Balduinstein an. Noch nicht einmal Lust und Zeit hatten wir, die schön beleuchtete Burgruine zu fotografieren.

Langsam wird Abend
Langsam wird Abend

Zum Glück war Sonntag, da gab es dann zuhause meinen sonntäglichen Gin-Tonic nebst Weib und Tatort.

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