nicht überfromm und nicht allzu weise

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Jürnjakob Swehn: Am Sterbebett der Mutter

Aus einem meiner absoluten Lieblingsbücher, "Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer" stammt die Erzählung vom Tod der Mutter des Amerikafahrers:

Lieber Freund und Lehrer! Ich will heute nur ein paar Wörter schreiben, aber in den nächsten Wochen wird der Brief wohl fertig werden. Ich bin sehr traurig in meinem Herzen. Ich habe letzten Mittwoch, den zwölften April, meine Mutter begraben. Ich soll dich von ihr grüßen mit ihrem letzten Gruß, und sie läßt sich auch noch bedanken für alles Gute, was du ihr getan hast. Siehe, so will ich dir das schreiben und ausrichten.

Mutter ist ihres Lebens alt geworden 72 Jahr 6 Mond und 5 Tage. Davon ist sie beinah sechs Jahr hier bei mir gewesen. Als ich ihr die Freikarte rüberschickte, da ist sie ganz gern gefahren, weil wir uns über dreißig Jahr nicht gesehen hatten und weil sie alt wurde und nicht mehr so recht arbeiten konnte. Aber es ist ihr hier so gegangen wie den meisten, die alt rüberkommen. Sie ist das Heimweh nicht mehr losgeworden. Es ging ihr damit gerade so wie dem alten Fehlandt. Der hatte es hier bei seinen Kindern auch gut, aber es fehlte ihm was, das konnte Land Amerika ihm nicht geben, so groß und reich es auch ist. Alte Bäume verpflanzen sich schlecht. Sie fangen an zu quienen (kränkeln) und gehen so nach und nach ein.

Mutter ist hier auch nie ganz zu Hause gewesen. Wir haben alles getan, was wir ihr an den Augen abkucken konnten. Wir haben sie auf den Händen getragen. Sie hat kein ungutes Wort zu hören gekriegt. Aber das Land war ihr fremd, das Haus war ihr fremd und die Wirtschaft zu weitschichtig. Unsre Kinder waren groß und brauchten nicht mehr auf dem Arm getragen zu werden. Auch gab es hier keine Gössel zu hüten und keine Küken, was sonst ja ganz gut ist für die Alten. Und den ganzen Tag Strümpfe stricken und stopfen, das ging doch auch nicht. Die Hände in den Schoß legen und stillsitzen, das konnte sie nicht, denn sie hatte es nicht gelernt, und im Schaukelstuhl hat sie nie nicht gelegen. Sie sprach: Ich will mit dem Sitzen und Liegen auf meine alten Tage nicht mehr umlernen. Zum Sitzen bei Tag ist der Stuhl da und zum Schlafen bei Nacht das Bett, und mit so'n Mittelding, was nicht mal feststeht auf seinen Beinen, damit will ich nichts zu schaffen haben. Aber nun ist sie tot, und am letzten Mittwoch haben wir sie begraben.

Sie ist nicht lange krank gewesen. Wir hatten dies Frühjahr scharfen Wind, und da kriegte sie es auf der Brust. Ich holte den Doktor heimlich, denn das wollte sie auch nicht. Er sprach ihr gut zu. Aber draußen sagte er zu mir, daß sie wohl nicht wieder werden würde. Die Tropfen, die er ihr verschrieb, die hat sie willig eingenommen. Aber dabei ist ihr Essen immer weniger geworden, und sie wurde immer schwächer. Ihre Finger waren zuletzt ganz dünn und nichts als Haut und Knochen.

In der letzten Zeit hab ich oft und lange an ihrem Bett gesessen und ihre Hand gehalten, und wir haben viele gute Wörter miteinander gesprochen. In den Wochen bin ich eigentlich, solange ich hier bin, zum erstenmal so ganz zur Besinnung gekommen. Da bei meiner alten Mutter am Bett, da ist al der Arbeitskram und die Arbeitssorge von mir abgefallen wie ein fremder Rock, und ich bin bloß noch meiner Mutter ihr großer Jung gewesen. Sie hat zu mir gesagt: Du bist zu scharf im Arbeiten. Du mußt nicht so hart schaffen. Du mußt dir Zeit lassen, daß du mal zur Besinnung kommst. Besinnung tut dem Menschen nötig, denn er ist nicht bloß zum Arbeiten da. Du hast deine meisten Sensen verbraucht und dein meistes Korn gedroschen. Deine letzte Ernte kommt früh genug; da brauchst du gar nicht so doll zu laufen. – So hat meine Mutter zu mir gesprochen, denn ihr Leben war Arbeit und Mühseligkeit. Darum so habe ich es mir aufmerksam in mein Herz genommen und mein Leben überdacht. Und siehe, sie hatte recht. Eine Mutter hat immer recht, wenn sie zu ihren Kindern spricht. Denn sie suchet ihrer Kinder Bestes und findet es auch.

Meist aber haben wir von zu Hause gesprochen. Sie hat auch oft davon erzählt, daß du den Alten im Dorf, die nicht mehr zur Kirche kommen konnten, Sonntagabend in der Schule immer und all die Jahre eine Predigt aus Harms oder Scheven vorgelesen hast. Und von der Weihnachtsfeier, die du den Kindern und den Alten im Dorf in der Schule machst und wozu sie sich alle schon vom Herbst an freuen. Dabei sagte sie: Für die Alten im Dorf war das Leben im Winter ohne die Weihnachtsfeier und Predigt in der Schule wie eine griese Jacke.

Auch hat sie mir viel erzählt aus ihrer Kinderzeit, wo ich nichts von wußte. Denn es ist mit den Menschen also: Wenn sie alt werden und die Beine wollen nicht mehr vorwärts, dann fangen die Gedanken an zu wandern, und sie wandern rückwärts. Einmal hat sie auch zu mir gesagt: Wenn ich an die alte Zeit zurückdenke und dann wieder an heute, das ist mir, als ob ich bloß aus einer Stube in die andere gehe. Bloß in der Tür ist das dunkel. Aber da kommt man denn auch wohl durch.

Siehe, das sagte die alte Frau da in ihrem Bett. Da hörte ich in Ehrfurcht zu und strakte ihr die Hand und sprach: Mudding, was du eben gesagt hast, das könnte ganz gut im Psalm stehen, bloß mit ein bißchen andern Wörtern. – Unterdes war es schummerig geworden, aber Wieschen hatte draußen noch zu tun. Da sagte sie ganz leise, so, als wenn sie sich schämte: Jürnjakob, sagte sie, du kannst mir mal einen Kuß geben. Mich hat so lange keiner mehr geküßt. Ich hab eigentlich bloß dreimal im Leben einen Kuß gekriegt. Einmal, als ich mit Jürnjochen Hochzeit machte. Das andre Mal, als du geboren wurdest. Das dritte Mal, als Jürnjochen starb. Nun will ich mich fertigmachen und ihm nachgehen. So kannst du mir noch einen mit auf den Weg geben. – Ich aber sprach: Mudding, das geht mir gerade so wie dir, und ich sehe, daß ich dein Sohn bin. Da haben wir beide was nachzuholen.

So hab ich mich ganz sacht über sie gebückt und sie richtig geküßt, und sie hat mich über die Backe gestrakt, als wenn ich noch ihr kleiner Junge war. Dann legte sie sich zurück und war ganz zufrieden. Als ich dann aber draußen beim Vieh stand, da war ich in meinem Herzen richtig erstaunt und sprach zu mir: Jürnjakob Swehn, da liegt nun eine alte Frau und will sterben, und das ist deine Mutter, und du hast sie im Leben nicht kennengelernt. Siehe, so lernst du sie im Sterben kennen.

Als aber der Tag zu Ende war, da kam ein anderer, und das war der letzte. Das war ein Sonnabend. Ihr Essen und Trinken, das war nicht mehr, als wenn ein kleiner Vogel essen und trinken tut. Als die Arbeit fertig war und es schon schummerte, da saß ich wieder an ihrem Bett und hielt ihre Hand, und der Puls ging sehr schnell. Lange Zeit saßen wir da im Schummern. Es war ganz feierlich wie in der Kirche, wenn vorn auf dem Altar die beiden Lichter brennen, weil Abendmahl ist. Ja, daran dachte ich, als ich in ihre Augen sah. Es waren sonst ganz gewöhnliche blaue Augen; aber an dem Tage ging ein Schein von ihnen aus, den sah ich sonst nicht in dieser Welt. Aber nun sah ich ihn mit meiner Seele.

Wieschen machte Licht und gab ihr mit freundlichen Wörtern was zu trinken, denn die Lippen waren trocken. So, Jürnjakob, sagte sie dann, nun lies mir was aus der Bibel vor.

So las ich ihr die Geschichte von Lazarus vor, und als ich zu Ende war, sagte sie: Da ist ein Psalm, den will ich noch gerne hören. Ich weiß nicht mehr, woans er anfangen tut, aber da ist was von Säen und Ernten drin. – Ich weiß schon, Mudding, welchen du meinst, sagte ich und schlug den 126. auf und las: Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, dann werden wir sein wie die Träumenden. Hörst du, Mudding? Wie die Träumenden! – Ich höre, mein Sohn. – Und ich las weiter bis zum Schluß: Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden – mit Freuden, Mudding! – und bringen ihre Garben. – Ich hab man keine Garben, wenn ich ankomme. – Ja, Mudding, wenn's danach geht, dann kommen wir alle nackt an und haben nichts in der Hand.

Sie schwieg eine Weile. Dann sagte sie: Nimm das Gesangbuch und lies: Christus, der ist mein Leben. So las ich den Gesang, und sie hatte die Hände gefolgt und leise mitgesprochen, und als ich zu Ende war, da sagte sie: Das hat unser Lehrer auch mit den Schülern gesungen, als Jürnjochen gestorben war. Und nun lies noch: Wenn ich einmal soll scheiden. So las ich die beiden Verse.

Dann gab Wieschen ihr wieder zu trinken, und sie nickte ihr zu und drückte ihr die Hand, und einen Cake hat sie auch noch gegessen, und als ich sie nötigte, noch einen halben. Als sie den auf hatte, freute ich mich: Oh, Mudding, wat is dat schön, dat du en beten eten hest. Du sast man seihn, wenn dat nun ierst warm ward, denn ward dat ok weder beter mit di. – Da rakte sie leise mit der Hand über die Bettdecke, sah mich an und sprach: Beter warden? Dor is nich an tau denken. Du mößt blot noch beden, dat dat nich mehr so lang duert. – Lieber Freund, als sie das sagte, da ging mir das mitten durch meine Seele, denn ich hatte mich eben noch zu ihrem Essen gefreut.

Dann rakte sie wieder leise über die Decke, und ihre Seele war sehr müde. Ich aber überdachte ihr Leben, als es zu Ende ging, und fand nichts als Mühe und Not. Dann folgte sie die Hände wieder und sah mich still und fest an, und ihre Augen waren groß und tief. Da war schon etwas drin, was sonst nicht drin war. Das kann ich nicht mit Wörtern beschreiben. Da konnte man hineingehen wie in einen tiefen See. Ich legte meine Hand ganz sacht wieder auf ihre Hände, und wir warteten. Aber nicht mehr lange. Dann sagte sie noch mal was. Sie sagte: Ick wull, dat ick in'n Himmel wer; mi ward die Tied all lang. – Lieber Freund, das behalte ich mein Leben lang bis an meinen Tod. Das könnte, so wie es ist, ganz gut im Gesangbuch stehen. Dann aber folgte sie die Hände wieder unter meiner Hand. So betete sie ganz leise unser altes Kindergebet: Hilf, Gott, allzeit, mach mich bereit zur ew'gen Freud und Seligkeit. Amen.

Als sie das Amen gesagt hatte, da drehte sie den Kopf so'n bißchen nach links rum, als wenn da wer kommen tat. Und da ist auch einer gekommen; den habe ich nicht mit meinen Augen gesehen und nicht mit meinen Ohren gehört. Der hat sie bei der Hand genommen, und da ist ihre Seele ganz leise mitgegangen, richtig so, als wenn man aus einer Stube in die andre geht. So ist sie nach Hause gegangen, als wenn ein müdes Kind abends nach Hause geht. Und nun ist sie nicht mehr in einem fremden Lande.

Ich hatte das Fenster geöffnet, daß ihre Seele hinaus konnte. Es war dunkle Nacht, und durch die Bäume ging ein harter Wind. Die Lampe wollte ausgehen. Sie hatte lange gebrannt.

Meine Mutter war eine Tagelöhnerfrau. Aber wenn ich an ihr Sterben denke, dann ist immer etwas Feines und Stilles und Schönes in meinem Herzen, das vorher nicht da war. Aufschreiben kann ich das nicht, und sagen läßt sich das auch nicht. Aber draußen auf dem Felde muß ich manchmal mitten im Pflügen stillhalten und in mich hineinhorchen. Dann kann ich das richtig in mir hören, was meine alte Mutter zuletzt gesagt hat. Ganz deutlich höre ich, wie sie es so ganz leise und müde sagt. Ja, so ist es: Ich höre meiner Mutter Stimme in mir selbst. Und dann ist mir richtig wie am Feiertag. Dann ist mir, als wenn da der Vorhang zum Heiligtum ein wenig aufgezogen wird, daß man da so'n bißchen durchsehen kann. Wenn ich dann weiterpflüge, muß ich mich darüber immer wieder wundern.

Ich war noch ein ganz kleiner Junge. Da hatte ich am Pfingstmorgen mal zu lange geschlafen, was eigentlich nicht sein soll, weil man dann Pingstekarr wird. Da wachte ich plötzlich auf, denn ic h fühlte was Weiches in meinem Gesicht. So stand da meine Mutter an meinem Bett. Sie bückte sich über mich und strich mir mit einem kleinen Fliederstrauß über das Gesicht. Ganz leise tat sie das. Dabei sah sie mich freundlich an. Siehe, das ist meine erste Erinnerung an meine Mutter.

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Geschichten, die das Leben schreibt…

Eine kleine Meldung in der gestrigen Tageszeitung hat mich doch sehr beschäftigt. Da wurde berichtet, dass eine ältere Dame (72) bei einem Unfall schwer verletzt wurde.

Das ist an sich ja schon tragisch, wenn natürlich auch in Frankfurt Unfälle nicht gerade selten sind und leider auch unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger ab und an betroffen sind.

Wer nun hofft, die alte Dame habe "Glück im Unglück" gehabt, den muss ich zutiefst enttäuschen. Eher "Unglück im Unglück" könnte man sagen.

Sie befand sich nämlich schon auf dem Weg ins Krankenhaus, als der Unfall geschah.

Ich stelle mir vor: nicht nur als älterer Mensch ist das ja immer eine Aufregung, wenn man ins Krankenhaus muss. Man wartet auf den Krankenwagen, wird dann von hilfreichen Sanitätern oder -Täterinnen auf die Trage oder - in diesem Fall - auf einen Tragestuhl gehievt, da vorsichtshalber angeschnallt...

Wieso um Himmels Willen wird man angeschnallt? Nun ja, Krankenwagen oder SanKas, wie wir Fachleute sagen, sind im Prinzip Autos wie jedes andere auch und da kann viel passieren, wenn man nicht angeschnallt ist.

Ich weiß, wovon ich rede. Vor vielen Jahren wurde ich nach einer schweren Operation auch Portugal zurückgeflogen. Dafür wurden in einem Linienfligzeug die vordersten drei Stuhlreihen ausgebaut und eine Trage für mich eingebaut.
Wohlgemerkt: eine Trage. So nennen wir Fachleute diese Konstruktion zum Liegendtransport von noch Lebenden im Unterschied zur "Bahre", auf der man später einmaltransportiert wird.

Auf dieser Liege wurde ich selbstverständlich auch festgeschnallt. Was aber nicht viel nutzte. Bei jedem der Starts und Landungen von Porto nach Lissabon, von Lissabon nach Frankfurt und von Frankfurt nach Düsseldorf rutschte ich entweder Fuß- oder kopfwärts weg und konnte mich nur mit Mühe festhalten.

Trotzdem gibt der Gurt natürlich etwas Halt, wer weiß, was mir ohne ihn passiert wäre. Ich wäre im Flugzeug vielleicht einfach weitergeflogen.

Was soll ich Ihnen sagen: so ging es der alten Dame. Ihr hat ihr Gurt leider überhaupt nichts geholfen. Vielmehr, als unser Krankenwagen an einer Kreuzug anfuhr, löste sich der gesamte Stuhl aus seiner Verankerung und schoss Richtung Fahrzeugheck.

Wenn Sie nun glauben, die alte Dame sei unsanft gegen die Rücktür geprallt - weit gefehlt. Der Rollstuhl schoss mi ihr durch die sich freiwillig öffnende Heckklappe hinaus auf die Straße.

Neulich hab ich mal einen Film gesehen, in dem ein alter Mann mit seinem Rollstuhl schreiend einen Bergabhang hinunterrollte, natürlich immer schneller werdend. Das war ein sehr lustiger Film.

Als ich dieser Tage den Kirchentag wegen meines wehen Knies im Rollstuhl verbringen müsste, habe ich manchmal an diesen Film gedacht. Zwar gab es überall in den Bussen und Bahnen Stellplätze für Rollstühle, aber Gurte - wie ich sie von Frankfurt kenne - gab es nicht. Und die Bremsen meines Gefährts waren auch nicht die sichersten.

Wenn ich mich hier schon kaum halten kann, was wäre denn an einer steileren Straße. Naja, glücklicherweise ist die Zeit im Rollstuhl wieder vorbei.

Was im Kopf der alten Dame vorging, als der Krankenwagen sich als Abschussrampe entpuppte, wurde nicht berichtet.
Mir wäre wahrscheinlich das Herz stehen geblieben.

Geschichten, die das Leben schrieb...

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In der Brusttasche zu tragen: die Mundorgel wird 60

Haargenau in die Brusttasche der "Kluft" passte die Mundorgel, die immer dabei sein musste. Schließlich gehörte "Singen" selbstverständlich zum "Vierklang" jeder Gruppenstunde: Singen - Spielen - Erzählen - Andacht.

In meinem Bücherschrank findet sich noch ein Exemplar aus den frühen 60er Jahren und eines von 1970.

Mundorgel

Dieses Jahr wird sie 60. Otmar Schulz hat dazu eine schöne Sendung im Deutschlandfunk gemacht, die ich hier mit dessen Erlaubnis wiedergeben kann.

Sendung "Und wie die Alten sungen"

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Guten Morgen, Welt

Guten Morgen am Samstag, 20. April

Im Spiegel sehe ich durchaus wieder ein bisschen besser aus. Naja, so wie vor der Augenentzündung halt. Also normal. "Besser" ist nicht unbedingt besser als gut.

Aber mir geht es nicht alleine so. Von Bonny Tyler, die immerhin ein ganzes Vierteljahr jünger ist als ich, musste ich heute in der Zeitung lesen, sie müsse sich immer länger schminken.. Das müsste ich auch, wenn ich noch besser aussehen wollte. Tue es ab nicht, weil ich die zugegeben etwas veraltete Vorstellung habe, dass Schminken nur den Frauen zustehe. Ich will ja auch nicht bei den Eurovision Song Contests auftreten. Da wird die Tyler am 18. Mai Großbritannien vertreten. Muss sie sich sicher lange Schminken vorher. "Zum Glück gibt's Botox", sagte sie. Das hab ich bisher auch noch nicht probiert.

Ob Jiromeon Kimura jemals von Botox gehört hat? Der ist gestern 116 Jahre alt geworden. Nachträglich wünsche ich ihm Glück, Gesundheut und langes Leben.

Sein langes Leben führt er darauf zurück, dass er täglich nur soviel esse, dass er "80% satt" sei. Aber wie weiß er das? Ich merke zwar, wenn ich satt bin - aber 80%? Ich werde mal forschen, ob es eine App dafür gibt. Fulltastic oder so.

Mit Staunen las ich heute, "Luca" sei der beliebteste Vorname in Deutschland. Da sieht man, dass ich leider nicht mehr regelmäßig in unserem Kindergarten sein kann. Vor ein paar Jahren hieß doch noch niemand so. Aber die Liebste bestätigt, in ihrer Schule gebe es Luca massenweise.

Übrigens werde ich heute Abend Kommissarin Lucas gucken. Weiß auch nicht, warum mir das gerade einfällt.

Apropos Krimi gucken. Im letzten Tatort wurde unsere göttliche Frankfurter Kommissarin Nina Kunzendorf alias Conny Mey ja endgültig verabschiedet. Mit viel Tamtam. Sie wollte etwas anderes machen?

Und was lese ich jetzt? Sie wird im NDR in einem Tatort mitspielen, weil sie ja nach Kiel auf die Polzeischule geht.
So eine untreue Tomate aber auch.

Nochmal zurück zu den Namen. Was die sich in dem Artikel hätten sparen können, war die Bemerkung, der Name "Horst" sei nicht mehr beliebt. Wahrscheinlich haben die das nur wegen mir geschrieben. Man hört ja neuerdings immer von personalisierten Nachrichten. Völlig falsch ist auch der Hinweis, dass sei ein beliebter Name der Nachkriegsgeneration gewesen.

Zwar war Horst in den Nackriegsjahten noch beliebt, aber das waren Überbleibsel der Nazizeit, wo er seine weiteste Verbreitung fand. Als "gemäßigter" Naziname hielt er sich noch ein paar Jahre. aber seit Mite der 50er Jahre schon nennt kein Mensch seinen Sohn mehr Horst. Obwohl es doch ein wuNdschöner Name ist, oder?

Die Augen sind zwar besser geworden. Dafür tut das Knie wieder weh. Sehr sogar. Das hat für Sie den Nachteil, dass ich still sitzen muss und nur die Finger bewegen darf. So bete ich denn mit Jesaja 35 (und Hebräer 12j

Mach fest die wankenden Knie

Einen gesegneten Tag wünsche ich Ihnen.

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Guten Morgen, Welt!

Guten Morgen am Sonntag, dem 14. April 2013

Kein schöner Blick in den Spiegel heute morgen.
Humpelnd habe ich mich dorthin bewegt.

Rote Augen, aber nicht vom Alkohol. Dick geschwollene Augenlider und verheulte Augen sind die Zeichen einer eitrigen Augenentzündung. Und nun starre ich mit meinen wehen Augen auf den Bildschirm, um Ihnen Guten Morgen zu sagen. So bin ich.

Wussten Sie, dass Humpeln mit geschwollenen Augen zu tun haben kann?

"Natürlich, kommt auf den Sturz an", sagen Sie, aber ich bin gar nicht gestürzt. Nein, ich habe sowohl eine Knieentzündung als auch eien Augenentzündung und beides hängt nach Ansicht der Ärzte wohl zusammen. Nicht schön das, gar nicht schon.

Da muss der gute Hirte eben einmal zu Hause bleiben, eine Kollegin ist kurzfristig eingesprungen und hält den Gottesdienst am Guten-Hirten-Sonntag Miserikordias Domini. Gut, dass mit dem Guten Hirten nicht wir Pfarrer gemeint sind, sondern der Herrjesus, der hoffentlich auch mich weiterhin behüten möge. Und Sie erst recht!

Spazierengehen soll ich nicht mit meinem geschwollenen Bein.
Dabei wäre das bestimmt schön an diesem sonnigen Tag. Wie bestellt das Wetter zum Tiburtiustag. Zugegeben, gehört habe ich heute zum ersten Mal von diesem Heiligen, aber der Tag wird in einigen Gegenden Deutschlands wohl gefeiert.

Am Tiburtiustag, alles grünen mag.
Tiburtius kommt mit Sang und Schall, bringt Kuckuck mit und Nachtigall.
Tiburtius kommt uns sehr gelegen, mit seinem grünen Blättersegen.

sind verheißungsvolle Bauenregeln für heute.

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen

dichtete Kurt Rommel vor genau 50 Jahren. Das schöne Liedchen hat der Heilige Benedikt von Avignon ganz wörtlich genommen. Es ist heute zwar schon genau 829 Jahre her, dass er starb. Aber einem Heiligen ist alles zuzutrauen. Und dem ganz besonders. Der Hl. Benedikt war nämlich Schafhirte, als er den Auftrag Gottes hörte, Brücken zu bauen.

Und weil er das nicht allein tun konnte, gründete er flugs die "Laienbruderschaft der Brückenbrüder" (fratres pontifices), baute als erste die Brücke von Avignon - Sie wissen schon: l'on y danse, l'on y danse - und dann viele andere. Die von Avignon heißt auch nach ihm Pont Saint-Bénézet.

Pont d

Benedikt von Avignon, Brückenbauer, starb heute vor 829 Jahren
Peter Behrens wurde heute vor 150 Jahren geboren
Carl Hagenbeck starb heute vor 100 Jahren
Simone de Beauvoir starb heute vor 27 Jahren
Alice Miller starb heute vor 3 Jahren

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Krieg im Spiegel – Buch im Regal

Krieg im Spiegel

1963, vor fünfzig Jahren erschien "Krieg im Spiegel" von John le Carre. Und seitdem steht das Buch in meinem Bücherschrank. Na gut, vielleicht seit 1965. So genau weiß ich es nicht mehr. Jedenfalls ließ ich mir diese Ausgabe des "Deutschen Bücherbundes" als Jugendlicher von meiner Mutter, die dort ihr Leben lang Mitglied war, zu Weihnachten schenken.

In der Schule forderte ich meine Deutschlehrerin auf, doch einmal "was Modernes" - wie zum Beispiel John le Carre - zu lesen, aber die Ahnungslose kannte den Namen nicht.

Wahrscheinlich mein erster Krimi überhaupt, noch dazu ein Spionagekrimi. Wie gesagt: er hat noch heute in meinem Krimiregal seinen Ehrenplatz und kann mit den ungleiblich spannenden Spionageromanen von Jan Guillou und Daniel Silva durchaus mithalten.


Ich, der ewige Agent - Interview mit John le Carre in der ZEIT

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Soviel erst mal zum neuen Papst…

Francisco_(20-03-2013)
Ein kleiner Auszug aus meinem Bericht vor unserer Dekanatssynode:

ich möchte meinen Bericht mit einem kleinen Blick in die Ökumene beginnen. Da tut sich ja Erstaunliches. Es begann mit der überraschenden und schier unglaublichen Nachricht, dass Papst Benedikt XVI zurücktreten werde. Schon das ein tiefer Einschnitt in das Selbstverständnis der Katholischen Kirche.

Der neue Papst war dann von der ersten Minute seines öffentlichen Auftretens eine Überraschung. Ein Mann der Gesten, der Volksnähe und der inhaltlichen Neupositionierung der Katholischen Kirche. Ein Mann der überzeugt mit seiner Herzlichkeit, seiner bewussten Einfachheit und seinem undogmatischen Auftreten.

Ich nenne dafür zwei Beispiele: Papst Franziskus ging am Gründonnerstag in das römische Jugendgefängnis Casa del Marmo. Während seine Vorgänger in der römischen Bischofskirche im Lateran Priestern die Füße gewaschen haben, geht er zu Straffälligen. Und nicht nur das: er unterscheidet nicht zwischen Männern und Frauen und tut diesen Liebesdienst auch an Angehörigen anderer Religionen.

Damit mag er keine dogmatische Aussage gemacht haben – aber genau das lässt aufhorchen. Kann man sagen, dass eine Ethik, die sich ausschließlich an dogmatischen Grundentscheidungen orientiert – wie wir es ja gerade, manche mit Entsetzen in Köln erlebt haben, als einer vergewaltigten Frau die Behandlung versagt wurde – ersetzt wird durch eine Ethik der Situationsabwägung zugunsten der Barmherzigkeit.

Mit Staunen nahm ich auch das folgende Zitat zur Kenntnis: „Unsere Religionssoziologen sagen uns, dass der Einfluss einer Pfarrei 600 Meter im Umkreis reicht. In Buenos Aires liegen zwischen einer Pfarrei und der nächsten rund 2.000 Meter. Ich habe den Priestern also gesagt: „Wenn ihr könnt, mietet eine Garage, und wenn ihr den einen oder anderen verfügbaren Laien auftreiben könnt, lasst ihn machen! Er soll sich ein bisschen um die Leute kümmern, ein bisschen Katechese machen, auch die Kommunion spenden, wenn er darum gebeten wird.“ Ein Laie ein bisschen Kommunion spenden. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein deutliches Zeichen war der Bruderkuss für seine Allheiligkeit, den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Oberhaupt der weltweiten Orthodoxen Kirche. Hier wird es ganz bestimmt weitere Annäherungen geben – wie wir das aus unserem Blickwinkel der Ökumene betrachten, steht auf einem anderen Blatt. Patriarch Bartholomäus – wie ich bei mittlerweile zwei Audienzen feststellen konnte – ein durchaus ökumenisch interessierter Mensch, war der erste Ökumenische Patriarch, der seit 1054 einer Papsteinführung beiwohnte.

Der erste Deutsche, den Franziskus in Privataudienz empfing, war der Ratsvorsitzende der EKD, Präses Nikolaus Schneider. Zwar war diese Begegnung schon mit Benedikt vereinbart, aber das Festhalten daran wird durchaus als freundliches Zeichen gewertet. Nikolaus Schneider hat den Papst und die Katholische Kirche noch einmal eingeladen, die Feier der Reformation 2017 mitzugestalten.

Freilich – es ist noch völlig offen, welche Haltung der neue Papst zum Protestantismus und einer Annäherung der Kirchen einnehmen wird. Ebenso offen ist, wie seine Haltung in drängenden Fragen der Katholischen Kirchenlehre sein wird – man sagt ihm eine eher konservative Haltung nach. Aber das bleibt abzuwarten und jedenfalls hat der Begriff „Konservativ“ mit Franziskus noch einmal einen anderen Geschmack bekommen.

Ich bin gespannt auf das nächste Gespräch der katholischen und evangelischen Dekane Frankfurts und die Bewertungen, die die katholischen Kollegen abgegeben werden. Hier hat die Ökumene in Frankfurt eine gute Entwicklung genommen. Der inzwischen ja nicht mehr neue Stadtdekan zu Eltz ist ein überaus präziser Mensch, mit dem der Austausch über gemeinsame Fragen und auch unterschiedliche Sichtweisen Spaß macht.

Nicht berechenbar – auch nicht für die Katholiken – ist der Bischof in Limburg. Für gemeinsam angedachte Projekte, die allerdings auch unsererseits noch nicht beschlossen sind – hat er die letzte Entscheidung. Auf Anregung von Stadtdekan zu Eltz wird darüber nachgedacht, die Mitgliederzeitung Evangelisches Frankfurt in ökumenischer Trägerschaft weiterzuführen. Eine Entscheidung darüber wird aber unsererseits erst von einem Stadtdekanat getroffen werden können.

Das zweite Projekt ist die Planung eines ökumenischen Gemeindezentrums im Europaviertel. Es wäre das erste Mal, dass so etwas in Frankfurt entstehen würde. Daran liegen große Chancen – klar aber auch, dass beispielsweise nach der fristlosen Entlassung des Leiters des katholischen Hauses der Begegnung durch den Bischof auch gewisse Zweifel bestehen: was, wenn die Arbeit dem Bischof nicht mehr gefällt…

Bild: By Presidência da Republica/Roberto Stuckert Filho (Agência Brasil) [CC-BY-3.0-br (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/br/deed.en)], via Wikimedia Commons

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Portugiesische Hähnchenpfanne

Ganz einfach zuzubereiten und lecker...

Hähnchenpfanne

Ofen auf 220 Grad vorheizen

In einer flachen Form Stücke vom Huhn, Kartoffeln, Rosmarinzweige und Zwiebelringe mit Pfeffer und Salz mischen.
Öl darübergießen und (ungeschälte) Knoblauchzehen darüber streuen.

Form in Ofen schieben,
nach 20 Minuten auf 190 Grad reduzieren,
weitere 45 Minuten garen,
ab und zu umdrehen bis das Huhn durch, die Kartoffeln goldbraun und der Knoblauch knusprig ist.

Zutaten für vier Personen:

Stücke vom Huhn (nach Gusto)
Geviertelte Kartoffeln (nach Gusto)
Zwiebelringe
ca. 15 ungeschälte Knoblauchzehen
ca. 15 Rosmarinzweige
Pfeffer, Salz, 6 EL Olivenöl

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Reloaded: Muttersprache in der Vaterstadt

(Zum Tag der Muttersprache)

Für die meisten völlig unbemerkt ist gestern der "Tag der Muttersprache" an uns vorbeigegangen, ohne uns anzusprechen - weder in Muttersprache noch Vatersprache noch Fremdsprache noch sonst irgendwie.

Aber als ich nächtens dann zu Bette lag, habe ich mir vorgenommen, heute doch noch einmal einen kleinen Blog dazu zu schreiben.

Es geht mir wie vielen wahrscheinlich: meine "Muttersprache" ist nicht die Sprache meiner Mutter, sondern eher die meines Vaters. Meine Mutter kam aus einem Dorf gute 100 km entfernt und da wurde eine ganz andere Sprache gesprochen als in Darmstadt, meiner Vaterstadt.

Beides liegt zwar in Hessen, aber Darmstadt in Südhessen und das Dorf meiner Mutter liegt an der Lahn und zwar der nördlichen Seite. Just dort verläuft eine Sprachgrenze. In diesen Dörfern an der Lahn wird ein Platt gesprochen, das "Mittelhessische", das mit dem in Südhessen gesprochenen "Rheinfränkischen" absolut nichts zu tun hat.

Ich bin also zweisprachig und - rechnet man das Hochdeutsche, das ich aus den Büchern kannte, aber nicht sprach - hinzu, dreisprachig.

Darmstädter Heiner reden nicht, sie "hoinern" unn schwäzze von Geburd aa drei Sprache: dumm, schlääschd unn gebroche Deitsch. Das waren also die Vatersprachen, mit denen ich aufgewachsen bin und die ich bis heute beherrsche.

Eine Kostprobe davon werde ich wieder am Fastnachtssonntag geben, wenn es bei der Predigt heißt: "Kersch mal annersder".

Die Sprache meiner Mutter - die sie allerdings bei uns zuhause nie sprach - konnte ich zwar gut verstehen, aber nie sprechen.

Wo es in Darmstadt hieß "Ich hobb mer zwaa Ebbel genumme", hieß es dort "Aich hunn mir zwie Äppel genemmt". Mädchen waren Madschers, immer mit "'s" apostrophiert, Jungen trugen keine Hosen, sondern Buxe und darunter Innerbuxe, die Tante war die Goth und der Onkel der Petter. Also eine fremde Welt.

Mein Vater heinerte zwar auch, wurde aber immer böse, wenn ich zu sehr Darmschdädderisch babbelte. Zum Beispiel korrigierte er regelmäßig, das hieße nicht "die Abodehsch", sondern "die Apotheke" und es sei auch kein Kleber, sondern Klebstoff.

Aber er hielt fest daran, dass Kinder "Schebbe" sind, was meine Oma mütterlicherseits stets auf die Palme bracht: "Seid frou, dass eier Kinn grod gwachse soin". (Schebb=schief; Kinn=Kinder)

Meine Tochter kann es nicht leiden, wenn ich Mundart rede. "Das klingt so ordinär bei dir", meint sie.

Wenn Sie mal etwas ins Südhessische übersetzen wollen, können Sie das hier - Woannse mol ebbes ins Siedhessische iwwersedse wolle, kenne Sie des im "Iwwersedser"

(Muttersprache in der Vaterstadt - von jahreszeiten Dienstag, 22. Feb, 2011 – 11:54:12)

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„Elend“ – Derzeit nicht verfügbar

Ein Seufzer stieg in mir hoch, als ich die Tageslosung für heute las. Erstaunlich oft kommt es vor, dass ich Sie auf den Tag beziehen kann. Heute war es anders.

Sieh an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine Sünden!
Psalm 25,18

Nein. Heute ist mir gar nicht elend zumute und in mir ist kein Jammer. Es geht mir gut. Gestern war ich auf dem wunderbaren Kongress KircheHochZwei, heute bin ich bei der Liebsten, faulenze, surfe ein bisschen im Netz, gleich gehen wir Mittagsschlafen, für morgen freue ich mich auf unseren schönen Taizégottesdienst,

Nein, kein Elend. Kein Jammer. ich freue mich meines Lebens.

Nein, ich habe auch keine Lust, an einem solchen Tag in den Elend-Teil meines Lebens hineinzusehen oder in den der Welt.

Verzeih, lieber Gott.

Ja, ich weiß. Die Psalmen wollen uns hineinnehmen in die Geschichte Gottes mit seinem Volk und können Gedanken, Gefühle, Stimmungen ausdrücken, die sich auch in uns finden.

Im Prinzip finde ich es deshalb sehr schön, dass auch im Gottesdienst ein Psalm gesprochen wird, manchmal gesungen.

Bei der Vorbereitung eines Gottesdienstes überkommt mich bisweilen der gleiche Gedanke. In der Psalmauswahl unseres Gesangbuchs finden sich Klagen über Klagen. Manchmal ist das arg viel verlangt von denen, die ihn mit betend sprechen sollen. Manchmal wird mir der depressive Touch zuviel.

Andererseits, da geht's mir wie dem Münchner im Himmel: den ganzen Tag frohlocken ist auch nicht mein Ding.

Bei den Gebeten ist es ja nicht anders. Da formuliere ich als Pfarrer etwas, von dem ich überhaupt nicht weiß, wer das eigentlich wirklich mitbeten kann. Ein Teil ja, ein Teil nein.

"Voller Dankbarkeit stehen wir vor Dir", "ich freue mich über den neuen Tag" - Wer weiß!

Beim Schreiben kommt mir aber nun doch der Jammer. Deshalb flugs an die Tageslosung von gestern gedacht:

Ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden

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