nicht überfromm und nicht allzu weise

nicht überfromm und nicht allzu weise

Dies und Das am 6. Januar

1.

"Weihnachtsgans flüchtete vor Bräter" las ich heute in der Zeitung. Erst las ich darüber hinweg. Doch dann ein Stutzen. "Weihnachtsgans"? Schreiben wir nicht schon den 6. Januar?

Man sagt doch sogar, nichts sei so alt wie die Meldung von gestern. Und dann eine von vor 12 Tagen? Solange ist Weihnachten doch schon her. Jedenfalls, wenn man den ersten Weihnachtstag rechnet, am 2. kommen ja nur noch die Reste der Gans auf den Tisch.

Nach genaueren Lesen kann ich Ihnen sagen: besagte Gans war nicht an Weihnachten geflohen, sondern erst am Vortag. Aber an Weihnachten war sie auch schon mal geflohen. Deshalb kannte die Polizei sie schon.

So weit, so gut. Was mich ausgesprochen traurig macht, ist, dass die arme Gans auch 12 Tage nach Weihnachten immer noch als Weihnachtsgans angesehen wird. Einmal Weihnachtsgans, immer Weihnachtsgans. So einfach macht es sich die Lügenpresse.

2.

Womit wir bei Pegida wären. "Lügenpresse" beschimpften Demonstranten Journalisten. "Warum habt ihr uns dann gerufen?", konterten die.

Umgekehrt: wieviel Platz die Presse Nachrichten über Pegida einräume, empörte sich ein Twitterer. Wieviel Aufmerksameit ihr Tausende von Gegendemonstranten schaffen, wäre ja auch eine Frage,

3.

Einmal Weihnachtsgans, immer Weihnachtsgans. Einmal Dreikönigstreffen, immer Dreikönigstreffen. Einmal FDP, immer FDP. Sollte man denken,

Für das Dreikönigstreffen mag das ja stimmen. Das gibt es sage und schreibe seit 1866. (Auszug sgenommen die 12 Jahre Naziherrschaft). Obwohl man selbst da auf der Homepage liest, es sei bedroht.

Aber jetzt gibt es eine neue FDP. Eine in Magenta. Genial. Wie der Frankfurter Fernsehturm mal war. Früher.

Lila hatte ich die Farbe auf Twitter fälschlich genannt und getwittert:
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Ein "leidensfähiger Liberaler", wie er sich selbst beschreibt, konterte.

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Bin ich mal gespannt, ob sich neue Hildegard Hamm-Büchers finden.

4.

Die Weihnachtsgans habe es bis zum Eingang zum Hallenbad geschafft, hieß es in der Zeitung. Was sie da wollte,war nicht zu erfahren. Welche Farbe die Eingangstür hatte, auch nicht.

5.

Ich gehöre ja zu der Generation, die sich gerade erst an das Blau-Gelb der F.D.P. gewöhnt hat. Und die Punkte. Damals, als sie alte Zöpfe abschneiden wollten. Und jetzt Magenta. Wie das Radlerteam von Telekom sellemal.

6.

Apropos alte Zöpfe abschneiden: heute habe ich mein Büro ausgeräumt. Woran man sieht, dass Epiphanias in Hessen kein Feiertag ist. Und, dass alles ein Ende hat.

7.

Außer der F.D.P. - Ich fürchte sogar, glücklicherweise.

Kommentare

Dies und Das am 5. Januar

1.

Die Liebste hat noch Ferien. Das letzte Mal, am 30. Januar geht sie in Pension. Ich bin im Studienurlaub, also konnten wir ausschlafen. Mit dem 10.37 bin ich dann nach Hause gefahren.

Unterwegs Halt auf offener Strecke. Nach einer Wartezeit weiter. Nochmal Halten. Dann außerplanmäßiger Stopp in Butzbach. Ansage:

"Aufgrund einer technischen Störung an der Kupplung..."

Na, was für eine Störung denn sonst? Biologisch, seelisch, geistig, spirituell? Oder gar sexuell? Bei einer Kupplung vielleicht nicht auszuschließen.

2.

In der Zeitung stutze ich wieder bei einer Formulierung:

Furchtloser Raubüberfall

Habe ich ja noch nie gelesen, dass Räuber als furchtlos dargestellt werden. Höchstens mal im Märchen. Schinderhannes oder Robin Hood. Aber bei einem Überfall auf einen Supermarkt?

Was soll ich sagen - es hieß nicht "furchtlos", sondern "fruchtlos". Hatte mich verlesen. Aber ein "fruchtloser Raubüberfall"? Ist doch eigentlich auch merkwürdig.

Bezeichnet man als "Frucht der bösen Tat" nicht eher die Strafe, ob sie nun auf den Fuß folgt oder mit Gottes langsam aber sicher mahlenden Mühlen? Soll diese verruchte Tat wirklich fruchtlos bleiben?

Vielleicht hat auch eher ein furchtloser Schreiberling den fruchtlosen Versuch unternommen, eine originelle Überschrift zu finden.

3.

Wussten Sie eigentlich, dass im 17. Jahrhundert die "Fruchtbringende Gesellschaft" gegründet wurde? Die bemühte sich um die Deutsche Sprache.

4.

Die Frucht seiner bösen Tat erntete in Rödermark jedenfalls ein Einbrecher, der auf der Terrasse in eine Wassertonne gestürzt ist. Wie das passiert sein, berichtet die Polizei nicht. Jedenfalls sei er durchnässt geflohen.

5.

Auch der stadtbekannte Waffenhändler gestern Abend im Tatort musste die Früchte seiner bösen Taten ernten. Nachdem ihn Bibi und Moritz nichts anhaben können, weil er zu mächtig ist und zu viel Geld hat, wird er von Mossadagenten erschossen.

Die beiden Hübschen lüpfen kurz ihren Motorradhelm, damit sie erkannt werden. Aber sie wissen, dass Eisner ihnen einfach alles nachsieht und fahren fröhlich davon.

"Selbstjustiz" steht heute in der Zeitung. Von wegen! Wer - wie ich - nicht nur begeistert Tatort guckt, sondern auch die Thriller von Daniel Silva über den israelischen Geheimdienst verschlingt, kennt die beiden Top-Auftragskiller auf dem Motorrad genau. Keine Selbstjustiz, sondern eine Hinrichtung.

6.

Hingerichtet wurde heute vor 488 Jahren auch der Täufer Felix Manz. Er wurde ersäuft. Von den Reformierten Zwinglianhängern. Eines der düsteren Kapitel der evangelischen Kirchengeschichte.

Im Gesangbuch der Amischen ist bis heute ein Lied enthalten, das er kurz vor seinem Tod noch dichtete.

Bey Christo wil ich bleiben

Mit lust so wil ich singen,
mein hertz frewt sich in Gott,
Der mir vil kunst thut bringen,
dass ich entrinn dem Todt
Der ewiglich nimmet kein endt.
Jch preiss dich, Christ vom Himmel,
der mir mein kummer wendt

7.

Apropos Hinrichten. Heute vor 94 Jahren wurde Friedrich Dürrenmatt geboren. Und der schrieb:

Niemand köpft leichter als jene, die keine Köpfe haben

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Gute Freunde sind selten

Meine Kleine hat mir zu Weihnachten eine Flasche Gin geschenkt. Hab ich mir gewünscht. Man muss sich ja schließlich auf dem Laufenden halten. In dem Fall im wahrsten Sinne des Wortes.

Alle Welt trinkt schließlich Gin. Ich mache zwar grundsätzlich nie das, was alle machen, aber probieren muss man mal.
Sie müssen wissen, dass ich von Alkohol eigentlich nichts halte, sofern er mehr als sagen wir mal 12 Vol.-% hat. Alles, was irgendwie stärker ist, kostet mich immer Überwindung.

So habe ich zwar sogar verschiedene Flaschen guten Whisky zuhause und die schmecken mir auch nicht wirklich schlecht. Aber die Gläser, die ich bisher davon getrunken habe, kann ich an den Fingern einer Hand zusammenzählen.

Wenn ich ehrlich bin: schon beim Geruch von härterem Alkohol muss ich mich schütteln und jedes seltene Glas ist für mich sowas wie eine Mutprobe. Nur in Gesellschaft und nur, wenn ich extrem gut drauf bin.

Aber ein richtiger Mann braucht einfach einen Lieblingsalkohol. Das ist ein Naturgesetz.

Also dachte ich, probier ichs doch mal mit Gin.

Wie ich so bin, habe ich erst mal recherchiert. Im Internet bin ich auf zwei schöne Seiten gestoßen mit den schönen Namen gin-nerds und ginspiration. Klingt doch verheißungsvoll.

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Und so war ich angenehm überrascht, als die Kleine dann Heiligabend mit einem 24 von beefeater erschien.

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Gute Wahl. Naja, der Freund ist Barkeeper.

Gestern hatte ich dann gleich Gelegenheit, bei einem Freund den gleichen Gin zu probieren. Natürlich mit Tonic gemischt erst mal.

Ich muss Euch sagen: schmeckt wunderbar. Könnte mein Lieblingsgetränk werden.

Jetzt bastle ich noch an dem für mich richtigen Mischungsverhältnis, was angeblich irgendwo zwischen 1:1 und 1:4 liegen soll, begebe ich mich auf die Suche nach dem besten Tonicwater, wobei Schweppes schon ganz gut ist und freue mich auf einen neuen Freund.

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