Doré und der Stern der Weisen. Kalenderblatt

Zu den wenigen Schätzen meiner kleinen Bibliothek gehören zwei Bände der Doré-Bibel aus dem 19. Jahrhundert.

Die „Heilige Schrift Alten und Neuen Testamentes“ besteht aus zwei großen, mehren Kilogramm schweren Bänden, geschmückt mit 230 Kupferstichen nach Zeichnungen Gustav Doré, der heute vor 185 Jahren geboren wurde.

Die drei Weisen

„Der Stern der Weisen“ nennt Doré dieses Bild, das ich Ihnen für heute herausgesucht habe. Bei Matthäus wird erzählt, wie die Weisen aus dem Morgenland dem Stern gefolgt sind, der sie zu Jesus geführt hat.

In der Überlieferung sind dann aus den weisen Männern Könige geworden, aus einer unbekannten Zahl wurden drei und schließlich erhielten sie sogar Namen und Hautfarben zugeordnet.

Wir Evangelischen feiern den Tag heute als „Epiphanias“, Tag der Erscheinung Jesu. Epiphanias ist das älteste im Kalender festgelegte Fest der Kirche. Zunächst wurden an diesem Tag Geburt und Taufe Jesu gleichzeitig gefeiert.

In den Ostkirchen hat sich die Erinnerung an die Taufe Jesu gehalten. Im Westen verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Drei Weisen. In der Evangelischen Kirche wird an die Taufe Jesu und an die Drei Weisen gedacht.

In unserer Kiche weisen Stern und Krippe weisen auch in der Epiphaniaszeit noch auf die Verbindung zu Weihnachten hin, während der Christbaum am Epiphaniastag zum letzten Mal leuchtet.

Nicht zutreffend ist übrigens die Meinung, in orthodoxen Kirchen werde nach wie vor am Epiphaniastag Weihnachten gefeiert. Es ist komplizierter: Auch hier wurde Weihnachten auf den 25. Dezember gelegt. Ein Teil der orthodoxen Kirchen rechnet aber nach dem „julianischen Kalender“, in diesem fällt der 25. Dezember auf den 7. Januar. Die meisten orthodoxen Kirchen feiern Weihnachten aber nach dem gregorianischen Kalender, also am 25. Dezember – wenn man (um die Komplikationen zu vervollständigen) die Griechisch-Orthodoxe Kirche mitzählt, die zwar nach dem Neu-Julianischen Kalender rechnet, dieser stimmt aber bis zum Jahr 2800 (!) mit dem Gregorianischen überein.

Was es mit C+M+B, mit dem Dreikönigssingen und anderen Bräuchen auf sich hat, erfahren Sie hier

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