Die Höhe der Zeit

Johannes der Täufer (Meister Matthis)

Der Johannistag am 24. Juni erinnert an die Geburt Johannes Täufers. Mit seinen Anhängern lebte Johannes in der judäischen Wüste und rief dort die Menschen zur Umkehr und zu einem bewussten Leben auf. Auch Jesus ließ sich von ihm taufen.

Die Bibel berichtet, dass Elisabeth, die Cousine Marias, im 6. Monat schwanger war, als Maria die Geburt Jesu verkündet wurde. Deshalb wird der Johannistag genau 6 Monate vor Weihnachten gefeiert. Beide Feste lösten die heidnischen Sommerwendfeste ab.

Mit der Geburt Jesu nehmen die Tage zu – mit dem Johannistag nehmen sie ab. Die Christenheit bezieht das auf die Aussage Johannes des Täufers:
„Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“,
mit der er auf Jesus hinwies.

So stellt Meister Mattis (Matthias Grünewald) auch Johannes auf dem Isenheimer Altar da. Mit übergroßem Zeigefinger zeigt er auf den gekreuzigten Jesus: „Sieh auf den da!“

Der Johannistag ist auch der letzte Tag der Spargelernte. Überall geben die Spargelbauern nach diesem Tag den Pflanzen die Zeit, die sie zur Erneuerung für das nächste Jahr brauchen. Auch das hat man auf das Johanneswort bezogen.

Spargel

In unserer an das südhessische Spargelanbaugebiet angrenzenden Gegend begehen wir den Johannistag in unserer Gemeinde mit einer Johannistag und einem anschließenden fröhlichen Spargelessen, mit dem wir die geschenkten Stunden der „Höhe der Zeit“ feiern.

Vielerorts gehören zum Brauchtum Johannisfeuer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.