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Was für eine dumme Stadt II

Zu Teil I

Ein bisschen komisch fühlte er sich schon,

als er da auf einem Karton in der Fußgängerzone stand und den Leuten in Ninive predigte, dass sie Buße tun sollten. Sie hätten nur noch 40 Tage Zeit, dann würde die Stadt untergehen. Das habe Gott beschlossen.

Mal ehrlich – was machen Sie, wenn Sie so einen Prediger da stehen sehen?

Genau! Die meisten Leute sind einfach stur geradeaus guckend an ihm vorbeigelaufen, viele konnten sich ein Lachen nicht verkneifen. Der Bettler, der gegenüber am Ladeneingang saß, sah ihn mitleidig an und ein kleiner Hund pinkelte an seinen Karton.

Am liebsten wäre Jona wieder abgehauen.

Aber er ahnte, was der Alte dann machen würde. Dagegen wäre das bisschen Wind auf dem Meer und die ruhigen Tage im Walfisch wahrscheinlich nix gewesen.

Leider hatte der liebe Gott ihm nicht so genau gesagt, wofür die Ninivesen Buße tun sollten, aber das würden die wahrscheinlich selbst am besten wissen. Deshalb rief er nur immer wieder:

„Eure Verderbtheit ist vor Gott gekommen! 40 Tage gibt er euch, dann ist Sense. Dann ist der Ofen aus. Also tut endlich Buße!“

So schlecht, wie der liebe Gott meinte, können die Menschen in Ninive aber doch nicht gewesen sein.

Nachdem es zuerst so aussah, als ob ihnen der komisch Typ auf der Kiste mit seinem „Ihr seid verderbt“ und „Nur noch 39 Tage…“ ziemlich – wie sagt man – an Sonstwas vorbeigehen würde, gab es auf einmal sowas wie eine positive Massenpanik.

Die Ninivesen taten tatsächlich Buße. Jedenfalls sah es so aus: auf einmal liefen alle mit einem übergestülpten Sack herum. Man muss sich das so vorstellen wie einen Autoaufkleber, nur in ernstgemeint.

Am verrücktesten trieb es der König selbst.

Der zog nicht nur einen Sack, an sondern setzte sich zum Zeichen seiner Buße mitten in einen Haufen Asche.

Es wurde eine richtige Volks-Buße-Bewegung. Alles, was Beine hatte, bekam einen Sack übergezogen. Schafe, Rinder, Esel, Hunde. Alle fasteten und den Tieren gaben sie nichts mehr zu Trinken und nichts mehr zu Fressen.

Ganz Ninive hallte wieder von „Erbarmen, Erbarmen“ und jeder bekannte, was er so im Laufe seines Lebens gefrevelt hatte.

Das sollte mir mal passieren.

Bei mir hören die Leute zwar meistens zu, aber dass sie dann gleich im Gottesdienst den Sack überstülpen oder sich in die Asche setzen oder auch nur „Erbarmen“ rufen, ist mir noch nie passiert.

Jona war einigermaßen fassungslos.
Ihm schwante fürchterliches.

Morgen (so Gott will und ich Zeit habe) können Sie lesen, ob die Ninivesen sich tatsächlich bekehrt haben, was Jona so Fürchterliches schwante und wie der liebe Gott zu Jona gar nicht lieb war.

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2 Kommentare

  1. Anonymous 11. August 2010

    😀 du bist gutttttttttttttttt MMMMMMMMMMMMMMEEEEEhhhhhhhhhhhhhhhrrrrrrrrrrrr….

    Danke….:)

  2. etoile-filante 11. August 2010

    soap opréra biblique!

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